Lohnsteuerkarte

Lohnsteuerkarte Definition

Bei der Lohnsteuerkarte handelt es sich um ein bis zum Jahr 2013 verwendetes Dokument, das lohnsteuerrechtlich relevante Daten auswies. Sinn und Zweck der Karte war es, dem Arbeitgeber eine ordnungsgemäße Berechnung der anfallenden Lohnsteuer zu ermöglichen. In Deutschland wurden Lohnsteuerkarten von 1925 bis 2010 verwendet. Heute kommt ein elektronisches Verfahren zur Anwendung, das die Papierkarten entbehrlich machte. In Österreich wurden die Karten bereits im Jahr 1993 abgeschafft.

Die Lohnsteuerkarte mussten Arbeitnehmer zu Beginn jedes Kalenderjahres ihrem Arbeitgeber vorlegen. Auch bei Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses war die Vorlage der Karte zwingend. Selbst bei einigen Minijobs wurde die Karte gelegentlich verlangt. Sofern keine Lohnsteuerkarte eingereicht wurde, musste der Arbeitgeber den anfallenden Lohn ohne Berücksichtigung von Freibeträgen abrechnen. Dies hatte zur Folge, dass die maximal möglichen Steuern und Abgaben zu zahlen waren. Faktisch wurden damit die Abgaben fällig, die in der Steuerklasse VI zu zahlen waren.

Eine Lohnsteuerkarte der Bundesrepublik Deutschland wies die folgenden Informationen aus:

  • Anschrift und Geburtsdatum des Arbeitnehmers
  • örtlich und sachlich zuständiges Finanzamt
  • Steuerklasse des Arbeitnehmers
  • Kinderfreibeträge
  • Religionszugehörigkeit (relevant zur Berechnung der Kirchensteuer
  • weitere Frei- und Pauschbeträge (z. B. bei Behinderung)
  • Identifikationsnummer
  • Hinzurechnungsbetrag
  • Amtlicher Gemeindeschlüssel

Die Lohnsteuerkarte war ein sogenanntes Arbeitspapier. Hierunter werden sämtliche Dokumente zusammengefasst, die ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber zu Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses vorlegen muss. Aufgrund dieser Eigenschaft musste der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte herausgeben, wenn das Arbeitsverhältnis unterjährig beendet wurde.

Bis zum Jahr 2010 waren die Gemeinden für die Ausgabe der Lohnsteuerkarten zuständig. Im Jahr 2011 wurde die Verwaltung der Lohnsteuermerkmale auf die Finanzämter übertragen.

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