Minijobs

Minijobs Definition

In Deutschland bezeichnet man eine geringfügig entlohnte Beschäftigung als Minijobs oder 450-Euro-Job. Ein Minijob liegt immer dann vor, wenn das Arbeitsentgelt für eine Beschäftigung regelmäßig den Wert von 450 € nicht übersteigt. Bis 2012 lag diese Grenze noch bei 400 €.

Hierbei sind sowohl die Anzahl der monatlichen Arbeitszeit als auch die Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit unerheblich. Weiterhin spielt keine Rolle, ob der Arbeitnehmer an einem festen Arbeitsort oder im Home-Office beschäftigt wird. Der Gesetzgeber sieht lediglich eine Bindung an das Gesamteinkommen des Arbeitnehmers während des Beschäftigungszeitraums vor. Geht ein Arbeitnehmer zwei oder mehreren Beschäftigungen nach, die einzeln als Minijob zu betrachten wären, so liegt keine geringfügige Beschäftigung vor, wenn die Summe der Arbeitsentgelte 450 € übersteigt.

Als Arbeitsentgelt werden sämtliche laufenden sowie einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung bezeichnet. Lediglich steuerfreie Aufwandsentschädigungen sowie steuerfreie Einnahmen werden nicht zu dem Arbeitsentgelt hinzugerechnet. Für die Berechnung des Arbeitsentgelts werden auch sämtliche Einmalzahlungen vorausschauend berücksichtigt, wenn sie nicht tatsächlich ausbezahlt werden. Hierunter zählen unter anderem das Urlaubsgeld sowie das Weihnachtsgeld. Die voraussichtlichen Gesamteinnahmen werden durch die Dauer der Beschäftigung geteilt, um das effektive Monatseinkommen zu errechnen. Das bedeutet, dass lediglich Beschäftigungen als Minijob gewertet werden, die in einem Kalenderjahr inklusive aller einmaligen Zahlungen ein Jahresgehalt von 5.400 € nicht übersteigen.

Minijobs in der Praxis

Die Einordnung einer Beschäftigung als Minijob ist in der Praxis insbesondere aufgrund zahlreicher rechtlicher Besonderheiten relevant. Minijobber sind in Deutschland aufgrund ihrer Beschäftigung zwar unfallversichert, jedoch nicht in der Kranken- oder Arbeitslosenversicherung versichert. Darüber hinaus sind Minijobber ebenfalls nicht pflegeversicherungspflichtig.

Der Arbeitgeber trägt jedoch den pauschalen Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung für den Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer ist jedoch nicht krankenversichert und zahlt deshalb selbst keine Beiträge. Eine lückenlose Krankenversicherung wird nur dadurch gewährleistet, dass ein Minijobber aufgrund der maximalen Verdienstgrenze von 450 € im Monat stets familienversichert ist.

Ein Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, jede geringfügige Beschäftigung sofort der Sozialversicherung zu melden. Hierbei ist die Minijob-Zentrale zuständig, welche sich bei der Deutschen Rentenversicherung angesiedelt hat. Darüber hinaus müssen Minijobber durch ihren Arbeitgeber stets bei der Unfallversicherung gemeldet werden. Letztlich muss ein Arbeitgeber aufgrund der Beschäftigung eines Minijobbers ebenfalls die Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz tragen. Insgesamt können folgende Umlagen aufgrund der Beschäftigung anfallen:

  • 13 % Krankenversicherung
  • 15 % Rentenversicherung
  • 1 % Umlage U1
  • 0,3 % Umlage U2
  • 2 % Kirchensteuerpauschale.

Arbeitsrechtlich wird der Minijobber in der Praxis nicht von einem gewöhnlichen Angestellten unterschieden. Sofern dies vertraglich vereinbart wurde, hat auch ein Minijobber Anspruch auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Hierbei steht einem Minijobber stets der gesetzliche Urlaubsanspruch von mindestens vier Wochen pro Jahr zu.