Altersteilzeit Definition

Was bedeutet Altersteilzeit? Die Altersteilzeit ist eine besondere Form der Teilzeitarbeit, bei der sowohl die Rentenbeiträge als auch das Entgelt aufgestockt werden. Dank der steuerrechtlichen Privilegien, die der Staat auf dieses Arbeitszeitmodell gewährt, sind die finanziellen Einbußen für den Arbeitnehmer gering. Dabei muss die Altersteilzeit jedoch für mindestens drei Jahre beantragt werden. Die maximale Bezugsdauer beträgt wiederum sechs Jahre, sodass ein gleitender Übergang in den wohlverdienten Ruhestand möglich wird.

Wie funktioniert Altersteilzeit?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei unterschiedliche Varianten der Altersteilzeit, wobei auch eine individuelle Kombination der beiden Ansätze möglich ist.

  1. Gleichverteilungsmodell
  2. Blockmodell
  3. Individuelles Modell

Beim Gleichverteilungsmodell reduziert der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit kontinuierlich über einen bestimmten Zeitraum. Die finanziellen Einbußen werden über staatliche Anreize teilweise abgefedert. Beim Blockmodell wird wiederum zwischen unterschiedlichen Beschäftigungsphasen unterschieden. In der ersten Phase arbeitet der Arbeitnehmer hierbei wie gewohnt, ohne seine Stunden zu reduzieren. Erst in der zweiten Phase erfolgt eine Freistellung, in der der Arbeitnehmer trotz Arbeitsbefreiung Einnahmen erwirtschaftet. Zudem lassen sich beide Modelle miteinander kombinieren, sofern sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen.

 

Altersteilzeit in der Praxis

Bei Arbeitnehmern, die auf Altersteilzeitarbeit umsteigen, reduziert sich nicht nur das Stundenkonto, sondern auch das Gehalt. Um den monetären Entfall auszugleichen, verpflichtet sich der Arbeitgeber jedoch zur Aufstockung des regulären Entgelts, wobei die Aufwertung zumindest 20 Prozent betragen muss. Um die Rentenausfälle zu reduzieren, kommt der Arbeitgeber zudem für mindestens 80 Prozent der vorherigen Rentenbeiträge auf.

Wer kann Altersteilzeit in Anspruch nehmen?

Prinzipiell gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Altersteilzeit. Ausnahmen bilden hierbei Tarifverträge oder spezielle Betriebsvereinbarungen, die dieses Arbeitsmodell in ihren Regelungen verankert haben. Zudem muss der Arbeitnehmer unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Voraussetzungen für den Arbeitnehmer sind:

  • Vollendung des 55. Lebensjahres
  • Zumindest drei Jahre bis zur gesetzlichen Rente
  • Arbeitnehmer war in den letzten fünf Jahren zumindest 1.080 Tage sozialversicherungspflichtig

Bezüge aus dem Arbeitslosengeld werden bei dieser Regelung berücksichtigt. Zudem muss die wöchentliche Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert werden. Diese Regelung gilt auch für Mitarbeiter, die aktuell in Teilzeit beschäftigt sind. Minijobs und geringfügige Beschäftigungsmodelle sind von Altersteilzeitarbeit ausgenommen. Zusätzlich muss die Regelung bis zum Rentenantritt dauern.

Was bedeutet Altersteilzeit für den Arbeitgeber?

Das Arbeitsmodell ist sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber interessant. So haben Arbeitgeber beispielsweise den Vorteil, dass sie sich einen Teil des Entgelts sparen. Der sanfte und geordnete Ausstieg des Arbeitnehmers erleichtert zudem den Wissenstransfer und schafft genügend Zeit, jüngere Angestellte auf die Position vorzubereiten. Zudem führt Altersteilzeit für gewöhnlich zu einer höheren Arbeitszufriedenheit, die sich wiederum positiv auf die Motivation und auf das Arbeitsklima auswirkt.

Was bedeutet Altersteilzeit für den Arbeitnehmer?

Durch die Reduktion der Arbeitsstunden bleibt dem Arbeitnehmer mehr Freizeit, die er dafür nutzen kann, sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen. Im Gegensatz zur klassischen Teilzeit erhält der Arbeitnehmer zudem mehr Gehalt, wobei es nicht nur zu einer Aufstockung des Lohns, sondern auch zu einer Aufstockung der Rentenbeiträge kommt.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.