Arbeitgeberanteil Definition

Im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses einer nicht selbstständig angestellten Person ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, einen Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag zu tragen. Bei diesem sog. Arbeitgeberanteil handelt es sich ausdrücklich nicht um einen Teil des Bruttogehaltes des Angestellten, sondern um die damit verbundenen Lohnnebenkosten.

Die Beiträge zur Sozialversicherung setzen sich insgesamt zusammen aus den Leistungen zur

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Grundsätzlich besteht in Deutschland die Verpflichtung zur Verteilung der Beitragszahlungen auf je eine Hälfte zulasten des Arbeitgebers und eine Hälfte zulasten des Arbeitnehmers. Der Teil des Arbeitnehmers wird von dessen Lohn einbehalten.

Die gesetzliche Grundlage zur Zahlung des Beitrags ist im vierten Buch des Sozialgesetzbuches festgehalten. Die Vorschriften zur Sozialversicherung bestimmen vier Punkte hinsichtlich des Beitragseinzugs:

  1. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, in jedem Monat eine Berechnung des gesamten Sozialversicherungsbeitrags zu erstellen
  2. Er muss einen Nachweis über den Beitrag verfassen
  3. Der Nachweis ist der zugehörigen Einzugsstelle zu übermitteln
  4. Der entsprechende Beitrag muss an die einziehende Behörde abgeführt werden

Der Anteil des Arbeitgebers zur Sozialversicherung des Arbeitnehmers wird nicht besteuert. Diese Regelung umfasst jedoch ausschließlich die Zahlung des gesetzlich definierten Pflichtteils. Falls ein Arbeitgeber höhere Beiträge abführt, als es die rechtliche Verpflichtung vorsieht, ist diese zusätzliche Summe steuerpflichtig.

In manchen Fällen kann es zu einer nachträglichen Erhebung von Sozialversicherungsbeiträgen kommen. Dies ist beispielsweise bei einer Entdeckung von Schwarzarbeit gegeben. Hier wird der Arbeitgeber verpflichtet, die abzuführenden Beiträge in vollem Umfang selbst zu tragen, somit auch den Anteil, der regulär vom Arbeitnehmer zu leisten ist.

Arbeitgeberanteil in der Praxis

Der zu zahlende Beitrag seitens des Arbeitgebers ist in seiner Höhe gesetzlich definiert. Die Grundlage für die Berechnung bilden die Beitragssätze. Die Sozialversicherung sieht vor, dass die Erhebung auf der Basis des sogenannten Leistungsfähigkeitsprinzips vorgenommen wird. Demnach sind bei höheren Einkommen im Vergleich zu niedrigeren Gehältern mehr Beiträge zu entrichten. Dies gilt gleichermaßen für die Abzüge des Arbeitnehmers und den identisch hohen Arbeitgeberanteil.

Damit die jeweiligen Beiträge nicht unbegrenzt ansteigen, hat der Gesetzgeber Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) bestimmt. Diese legen fest, wie hoch der Anteil maximal sein darf, der als zu zahlender Beitrag zur Sozialversicherung geleistet werden muss. Wenn die definierte Grenze erreicht ist, darf der Anteil des Einkommens, der darüber hinausgeht, nicht mehr für die Berechnung herangezogen werden.

Berechnung Arbeitgeberanteil

Zur Berechnung werden zwei verschiedene Werte bestimmt:

  1. Wert für die gesetzlichen Versicherungen zu Rente und Arbeitslosigkeit
  2. Wert für die gesetzlichen Versicherungen zu Krankheit und Pflege

Die Beitragsbemessungsgrenzen erfahren eine jährliche Anpassung. Diese orientiert sich am Verhältnis der Bruttolöhne des Vorjahres zu jenen des vorvergangenen Jahres und wird von der Bundesregierung vor dem Hintergrund der bestehenden Rechtsverordnung vorgenommen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind aufgrund der historisch begründeten wirtschaftlichen Unterschiede die Beitragsbemessungsgrenzen in den neuen und alten Bundesländern nicht identisch.

Höhe der Beitragssätze

Die Grundlage für die Höhe des Arbeitgeberanteils wird durch die Beitragssätze der Arbeitslosen-, Renten-, Pflege- und Krankenversicherungen bestimmt. Als Grundlage dient das Brutto-Gehalt des Arbeitnehmers.

  • Arbeitslosenversicherungs-Anteil:1,5 Prozent
  • Rentenversicherung-Anteil: 9,35 Prozent
  • Pflegeversicherungs-Anteil: 1,275 Prozent
  • Krankenversicherungs-Anteil: 7,3 Prozent