Definition Abfindung

Unter einer Abfindung versteht man im Arbeitsrecht eine Entschädigungszahlung, die ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter bei einer betriebsbedingten Kündigung als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes zahlt. Eine rechtmäßige Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist nicht automatisch mit einer Abfindung verbunden. Die Rechtsgrundlagen zum Thema Abfindung sind in Paragraph 1 a des Kündigungsschutzgesetzes formuliert, einem der wichtigsten Arbeitsschutzgesetze.

Abfindung in der Praxis

Nur ein Arbeitnehmer, der dem Kündigungsschutz unterliegt, kann die Zahlung beanspruchen. Dafür müssen jedoch mehrere Bedingungen erfüllt sein: Anspruch besteht nur, wenn dem Mitarbeiter betriebsbedingt oder nicht rechtmäßig gekündigt wurde. Ferner muss der Arbeitnehmer mindestens ein halbes Jahr im Betrieb tätig gewesen sein, die Firma mindestens fünf Vollzeitbeschäftigte haben und der vorliegende Arbeitsvertrag unbefristet sein. Andernfalls hat der Arbeitnehmer lediglich die Möglichkeit, formelle Fehler der Kündigung ins Feld zu führen. Hat er jedoch selbst gekündigt, besteht kein Anspruch auf die Ausgleichszahlung.

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Mindestens sechs Monate Betriebszugehörigkeit
  • Im Betrieb müssen mindestens fünf Personen fest angestellt sein
  • Es muss ein unbefristeter Arbeitsvertrag vorliegen

Ausnahmeregelungen

Ist einem Arbeitnehmer nach einer erfolgreichen Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht nicht mehr zuzumuten, im alten Betrieb zu arbeiten, kann das Gericht eine Abfindung berechnen und ihre Höhe bestimmen. Die Zahlung ist auch zu leisten, wenn ein Sozialplan vorhanden ist und wenn ein Tarifvertrag greift. Auch für Einzelarbeitsverträge können Ausnahmen gelten. Hat der Arbeitnehmer die Abfindungszahlung einmal akzeptiert, kann er später nicht noch einmal Geld fordern.

Gütlich einigen oder vor dem Arbeitsgericht prozessieren?

Um einen Prozess vor dem Arbeitsgericht zu vermeiden, ist es vielfach üblich, freiwillige Abfindungszahlungen in Form von Aufhebungsverträgen zu leisten. Häufig sind Abfindungszahlungen aber im Interesse beider Seiten. Der Arbeitnehmer kann eine Phase der Arbeitslosigkeit oder die Einbußen durch einen schlechter bezahlten Job überbrücken, Arbeitgeber gewinnen juristische und betriebliche Sicherheit.

Die Abfindung berechnen: So geht’s

Gerichte arbeiten mit der Faustregel: Bruttomonatsgehalt x 0,5 x Jahre der Betriebszugehörigkeit. Wenn die Kündigung mitten im Kalenderjahr erfolgt, zählt das begonnene Jahr nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit als Ganzes und die Summe wird aufgerundet. Um wirklich das zu bekommen, das ihnen zusteht, sollten Arbeitnehmer, die sich nicht gut auskennen, einen Anwalt konsultieren. Denn wie in den meisten Verträgen kommt es auch hier auf die Details an.

Gut zu wissen

Arbeitnehmer müssen ihre Abfindung versteuern, denn es handelt sich um Einkünfte. Gerade bei großen Abfindungszahlungen profitiert ein Arbeitnehmer von der hier anzuwendenden Fünftelregelung, da er die Summe auf fünf Jahre verteilen und die Steuerlast damit reduzieren kann.