Erschwerniszulage

Erschwerniszulage Definition

Bei der Erschwerniszulage handelt es sich um eine besondere Form der Zulage. Sie stellt einen zusätzlichen Lohn dar, der immer dann gewährt wird, wenn Arbeitnehmer eine besonders schwere Arbeit verrichten müssen. Durch die Erschwerniszulage sollen außergewöhnlich hohe Belastungen für den Arbeitnehmer entgolten werden. Diese Form der Zulage kann jedoch nur dann bewilligt werden, wenn die betreffenden Belastungen nicht bereits bei der Entgeltfestsetzung bekannt waren und von beiden Seiten berücksichtigt wurden. Grundsätzlich werden vom Gesetzgeber die folgenden Belastungen als Grundlage für eine Erschwerniszulage akzeptiert:

  • Schmutz
  • Lärm
  • Arbeit mit Säure
  • Gase
  • Nässe
  • Gefahren für die körperliche und geistige Unversehrtheit.

Als Teil des Arbeitsentgelts besteht für Arbeitnehmer ausschließlich dann ein Anspruch auf die Zulage, wenn diese in einem Tarifvertrag oder einem individuellen Vertrag vereinbart wurde.

Erschwerniszulage in der Praxis

In der Praxis stehen dem Arbeitgeber sowie dem Arbeitnehmer mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, mit erschwerten Arbeitsbedingungen umzugehen. Beide Parteien können sich auf ein höheres Grundgehalt, eine Minderung der Arbeitsanforderungen oder die Zahlung von Zuschlägen einigen. In der Praxis hat sich jedoch vor allem die Leistung der Erschwerniszulage weit verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass dieser Zuschlag vom Bund gefördert sowie steuerfrei gewährt werden kann. Auf diese Weise stellt er oftmals für beide Seiten die beste Alternative dar.

Die wichtigste Grundlage für die Gewährung der Erschwerniszulage ist eine außergewöhnlich hohe Belastung. Im Bereich der Verarbeitung von Metall ist diese zum Beispiel gegeben, wenn eine fortwährende Belastung durch ganzheitlich dynamische muskelmäßige Arbeit vorliegt. Darunter versteht man eine Belastung von großen Muskelgruppen, die unter anderem beim Heben und Tragen von schweren Lasten entsteht. Darüber hinaus wird dieser Zuschlag tarifvertraglich auch dann gewährt, wenn eine statische Haltearbeit vorliegt. Dabei ist entscheidend, dass sich der Arbeitnehmer beim Tragen eines schweren Gegenstands nicht bewegt. Das ist zum Beispiel beim Arbeiten mit einer Bohrmaschine der Fall. Die Höhe der Erschwerniszulage wird dabei vertraglich festgelegt und muss auf der Entgeltbescheinigung gesondert ausgewiesen werden.