Pendlerpauschale

Pendlerpauschale Definition

In der Fachsprache wird die Pendlerpauschale oftmals auch als Entfernungspauschale bezeichnet. Diese Pauschale sorgt dafür, dass im deutschen Einkommensteuerrecht sämtliche Aufwendungen berücksichtigt werden, die durch die Fahrten zwischen der eigenen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte durchgeführt werden. Die Pendlerpauschale vermindert die Höhe der zu versteuernden Einkünfte.

Nach § 4 Abs. 5 EStG kann die Pendlerpauschale von allen Arbeitnehmern sowie Selbstständigen in Anspruch genommen werden. Die Höhe der Pauschale ist in der Regel nicht von der tatsächlichen Höhe der Aufwendungen abhängig. Darüber hinaus ist für die Gewährung dieser Pauschale irrelevant, ob der Arbeitsweg zu Fuß oder mit einem Fortbewegungsmittel bewältigt wurde oder welcher Steuerklasse der Steuerzahler angehört.

Bis 2003 betrug die Pauschale 0,36 € für die ersten zehn Kilometer Arbeitsweg. Ausschließlich Arbeitnehmer und Selbstständige, die einen Arbeitsweg von mehr als zehn Kilometern besaßen, konnten für jeden weiteren Entfernungskilometer 0,40 € steuerlich geltend machen. Aufgrund eines zu hohen Berechnungsaufwands wurde diese Regelung jedoch im Jahr 2004 abgeschafft. Seither werden für ausnahmslos jeden Entfernungskilometer 0,30 € Pauschale gewährt.

Für die Ermittlung der Pendlerpauschale sind folgende Kenngrößen relevant:

  • Standorte aller Wohnungen
  • Volle Kilometer zwischen Wohn- und Arbeitsort
  • Tage mit Anwesenheit am Arbeitsort

Pendlerpauschale in der Praxis

In der Praxis stellt die Ermittlung der korrekten Höhe der Pendlerpauschale in jedem Fall eine große Herausforderung dar. Grundsätzlich darf die Pendlerpauschale nur für die Tage angesetzt werden, an denen der Arbeitnehmer seine Arbeitsstätte tatsächlich aufgesucht hat. Aus diesem Grund müssen der geltende Urlaubsanspruch sowie die geleisteten Überstunden ebenfalls in die Ermittlung der Höhe der Pauschale einfließen. Die Pauschale wird außerdem lediglich einmal für jeden Arbeitstag angesetzt. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der mehrmals täglich zwischen Wohn- und Arbeitsort pendeln muss, die Pendlerpauschale nur ein einziges Mal für jeden Arbeitstag ansetzen darf.

Weiterhin werden bei der Ermittlung ausschließlich volle Kilometer berücksichtigt. Angefangene Kilometer werden nicht gerundet, sondern gestrichen. Grundsätzlich kann beim Finanzamt lediglich ein Maximalbetrag von 4.500 € geltend gemacht werden. Die Anrechnung eines höheren Betrags ist nur dann möglich, wenn für den Arbeitsweg öffentliche Verkehrsmittel genutzt wurden und dadurch höhere Aufwendungen glaubhaft nachgewiesen werden können.

Letztlich ist für die Berechnung der Höhe der Pendlerpauschale ebenfalls der Standort der eigenen Wohnung maßgeblich. Verfügt ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger über mehrere Wohnungen, so ist in den meisten Fällen der Hauptwohnsitz für die Ermittlung relevant. Ein Steuerpflichtiger kann grundsätzlich frei entscheiden, von welchem Wohnort er zu seiner Arbeitsstelle fährt, aber ein Zweitwohnsitz wird nur dann steuerlich berücksichtigt, wenn sich dieser näher am Arbeitsort befindet. Eine weiter entfernt liegende Wohnung kann nur dann steuerlich berücksichtigt werden, wenn diese den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Steuerpflichtigen darstellt.