Stechuhr

Stechuhr Definition

Eine Stechuhr ist ein Gerät zur Arbeitszeiterfassung. Die Begriffe Stempel-, Stech- oder Kontrolluhr werden synonym verwendet. Sie bezeichnen dieselbe Geräteform. Stechuhren zeichnen den Beginn und das Ende der Arbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf. Bei modernen Systeme sind auch in der Lage die gesamte Arbeitszeit eines Tages bzw. eines anderen Intervalles anzugeben.

Doch wie funktionieren Stechuhren eigentlich?

Heute existieren verschiedene Stechuhrtypen, die sich technisch stark unterscheiden. Klassische Modelle sind schon seit den 1970er Jahren im Einsatz. Diese drucken automatisch die Uhrzeit des Arbeitsbeginns bzw. –endes auf eine Karte aus Karton, die der Arbeitnehmer zu Beginn und Ende seiner Arbeitszeit in das Gerät einfügt. Frühe Modelle stachen ein kleines Loch in die Kartonkarten. Sie sind der Namensgeber der Stechuhren. Die meisten Karten sind für eine Dauer von 15 Tagen ausgelegt. Nach dem 15. Arbeitstag sind sie voll und müssen ersetzt werden. Hierzu ist der Arbeitgeber zuständig. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten also alle zwei Monate eine neue Karte. Diese wird am Arbeitsplatz an einem zu Lagerungs- und Kontrollzwecken bereitgehaltenen Kasten oder Fach gelagert, das sich zumeist neben der Stechuhr befindet. Einige klassische Modelle können so umgeschaltet werden, dass sie zusätzlich Pausen vermerken.

Arbeitnehmer beim Abstempeln der Zeitkarte an einer Stechuhr im Volkswagenwerk Wolfsburg (1973)
Arbeitnehmer beim Abstempeln der Zeitkarte an einer Stechuhr im Volkswagenwerk Wolfsburg (1973), Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F038809-0007 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0

Moderne Stech- bzw. Stempeluhren funktionieren automatisch. Bei derartigen Geräten hat die Stempelkarte aus Karton ausgedient. Die Zeiterfassung erfolgt hier durch ein Kiosksystem, durch Tastendruck oder durch Chipkarten. Auch ist es modernen Uhren möglich, eigenständige Zeitsummen zu bilden. So kann es durchaus sein, dass anstelle der einzelnen Beginn- und Endzeiten die gesamte Arbeitszeit angegeben wird. Je nach System ist es darüber hinaus möglich, Stechuhren mit einer Zugangskontrolle zu Sicherheitszwecken zu verbinden.

Stempeluhren vermerken nicht jede einzelne Minute. Je nach System wird ein bestimmtes Messintervall festgelegt, das sich zumeist zwischen 5, 10 oder 15 Minuten bewegt. Auch 6-Minuten-Intervalle (eine Zehntelstunde) sind üblich.

Stechuhr in der Praxis

In der Praxis werden Stechuhren verwendet, um die Arbeitszeit der Beschäftigten zu überwachen. Die Arbeitszeitüberwachung dient nicht nur dazu, die Berechnung des zu zahlenden Gehalts oder Lohns zu bestimmen. Sie ist auch aus rechtlichen Gründen notwendig. Denn das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) legt eine maximale Tages- bzw. Wochenarbeitszeit fest, die zwingend eingehalten werden muss. Bei Verstößen haftet der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin. Durch die Nutzung von Stechuhren ist es dem Arbeitgeber also möglich, sich einer potenziell in Betracht kommenden Haftung zu entziehen.

Stechuhren dienen damit den folgenden Zwecken:

  • Gewährleistung des Arbeitsschutzes
  • Überwachung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Berechnung des stündlichen Entgelts
  • Ermittlung von Überstunden