Arbeitszeitkonto

Arbeitszeitkonto Definition

Der Begriff Arbeitszeitkonto wird hauptsächlich im Personalwesen verwendet. Dabei handelt es sich um eine Auflistung der tatsächlich geleisteten Arbeit eines Arbeitnehmers. Aktuell kann die Aufzeichnung des Arbeitszeitkontos sowohl schriftlich als auch auf elektronische Weise erfolgen. Neben der geleisteten Arbeit werden in diesem in der Regel ebenfalls sämtliche Urlaubstage, ausgefallene Arbeitstage aufgrund von Krankheiten sowie geleistete Überstunden festgehalten. Die Arbeitszeitkonten werden regelmäßig genutzt, um die arbeitsvertraglich oder tarifvertraglich vereinbarte Arbeitszeit mit der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit zu verrechnen.

Die Ermittlung der benötigten Daten erfolgt meist durch das Abstempeln oder Eintragen an Zeiterfassungsterminals. Das Arbeitszeitkonto weist dabei ein Guthaben auf, wenn der Arbeitnehmer mehr gearbeitet hat, als er dem Arbeitgeber vertraglich schuldet. Es verfügt hingegen über ein Defizit, wenn er weniger gearbeitet hat, als er dem Arbeitgeber schuldet. In der Regel werden durch Dienst- oder Betriebsvereinbarungen Höchstgrenzen definiert, die das Guthaben oder die Zeitschulden nicht überschreiten dürfen. Auf diese Weise wird für eine gleichmäßige Zeiteinteilung gesorgt.

Arbeitszeitkonten werden meist dann geführt, wenn die tatsächlichen Arbeitszeiten sehr unregelmäßig erfolgen. Das ist insbesondere in folgenden Situationen der Fall:

  • Schichtarbeit
  • Zeitarbeit
  • Arbeit mit Gleitzeit.

Der Arbeitnehmer achtet schließlich darauf, dass sein Konto am Ende eines gewissen Zeitraums ausgeglichen wird sowie die vereinbarten Höchstgrenzen nicht überschritten werden. In Deutschland verfügt aktuell jeder zweite Beschäftigte über ein eigenes Arbeitszeitkonto.

Arbeitszeitkonten in der Praxis

Wie wird ein Arbeitszeitkonto geführt?

Für die Führung eines Arbeitszeitkontos sind einige vertragliche oder tarifliche Vereinbarungen notwendig. Grundsätzlich beinhaltet das Arbeitszeitkonto sämtliche geleisteten Arbeits- und Überstunden. Bei der Erstellung des Arbeitszeitkontos ist darauf zu achten, dass die Arbeitszeiterfassung regelmäßig übertragen wird und einem bestimmten Zeitraum zugeordnet ist. In der Regel ist es nicht möglich, geleistete Überstunden mit einer hohen Verspätung in das Arbeitszeitkonto einzutragen.

Entscheidend bei der Führung des Arbeitszeitkontos sind die getroffenen betrieblichen Vereinbarungen. Diese legen unter anderem fest, ob das Arbeitszeitkonto ein Defizit aufweisen kann und welche Höchstgrenzen nicht überschritten werden dürfen. In modernen Betrieben werden die Arbeitszeitkonten aktuell bereits vollautomatisch über ein technisches System realisiert.

Was passiert mit dem Arbeitszeitkonto bei einer Kündigung?

Sobald ein Beschäftigungsverhältnis nicht länger fortgeführt wird, ist das Konto von beiden Parteien auszugleichen. Verfügt das Arbeitszeitkonto über ein Guthaben, so ist der Arbeitnehmer entweder für diese Zeit freizustellen oder gemäß seinem Stundenlohn zu entlohnen. Sofern nichts anderes vertraglich vereinbart wurde, geht dabei nach gesetzlicher Regelung immer der Freizeitausgleich vor. Weist das Konto hingegen ein Defizit auf, das der Arbeitnehmer nicht begleichen kann, so ist dieser Betrag dem Arbeitgeber finanziell zu erstatten.

Wie muss ein Arbeitszeitkonto aussehen?

Der Aufbau eines Arbeitszeitkontos ist wichtig, da eine schnelle Übersichtlichkeit mit allen relevanten Informationen gefragt ist. Folgende Aspekte sollten Sie auf Anhieb finden können:

  • Sollstunden des Mitarbeiters
  • Planstunden des Mitarbeiters
  • Tatsächlich gearbeitete Stunden des Mitarbeiters
  • Abwesenheitsstunden
  • Die Differenz aus Soll- und geleisteten Stunden
  • Den laufenden Saldo bzw. Die aktuellen Über- oder Minusstunden

Im Zuge der Digitalisierung führen immer mehr Unternehmen eine Arbeitszeitkonto-App für Mitarbeiter in einem Online-Tool ein. Wie die Visualisierung der Daten aus einem solchen Konto aussehen kann, zeigt die folgende Grafik.

Wie sieht ein Arbeitszeitkonto aus?