Arbeitszeiterfassung

Die Arbeitszeiterfassung dient zur Entgeltabrechnung und Zurechnung von Arbeitszeiten zu Projekten. Hierbei müssen bestimmte Rechte bezüglich der Arbeitszeit eingehalten werden.
Arbeitszeiterfassung in Unternehmen

Die Arbeitszeiterfassung dient der Überprüfung der geleisteten Arbeitszeit für beide Partien. Letztendlich können demnach sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber kontrollieren, inwieweit die geleistete Arbeitszeit dem Soll entspricht. Seit Mai 2019 hat der EuGH ein spezielles Urteil verkündet, welches die Erfassung der Arbeitszeit teilweise bereits jetzt zur Pflicht macht.

Doch wie ist es für Unternehmen umsetzbar, dass die gearbeitete Zeit im Detail erfasst wird und welche Möglichkeiten gibt es für Arbeitgeber? In diesem Artikel geht es um die Hintergründe der Arbeitszeiterfassung und wie diese sinnvoll und gezielt eingesetzt werden können.

Was bedeutet Arbeitszeiterfassung?

Für Unternehmen ist die Arbeitszeiterfassung ein immer wichtiger werdendes Thema, vor allem wenn es um die Ermittlung von Basisdaten zur Entgeltabrechnung oder die Zurechnung geleisteter Arbeitszeiten bei Projekten geht.

Hinzu kommt, dass Betriebe nach dem Arbeitsrecht rechtliche Vorschriften bezüglich der Arbeitszeiten erfüllen müssen.

Warum sollten Unternehmen eine Arbeitszeiterfassung überhaupt einführen?

Hier einige Gründe, die dafür sprechen:

  1. Erleichterung der Arbeit in der Abteilung Zeitwirtschaft.
  2. Arbeitszeiten können besser den Tätigkeiten und Projekten zugerechnet werden.
  3. Kosteneinsparung
  4. Arbeitszeiten und Überstunden werden automatisch berechnet.
  5. Bessere Kontrollmöglichkeiten

Keineswegs sollten Arbeitnehmer jedoch den Eindruck erlangen, sie würden streng kontrolliert werden. In erster Linie dient die Erfassung der Sicherheit der Beschäftigten, sodass diese im Falle von Überstunden entsprechend für diese entlohnt werden.

Auch der Arbeitgeber kann durch die Erfassung der Arbeitszeit prüfen, ob der jeweilige Mitarbeiter sich an die Richtlinien im Arbeitsvertrag hält und die vereinbarte Zeit in Beschäftigung leistet.

Was ist mit einer systematischen Zeiterfassung gemeint?
Das EuGH hat durch die Klage einer Gewerkschaft das Urteil gefällt, dass die systematische Arbeitszeiterfassung Pflicht wird. Diese soll sicherstellen, dass die gesetzlichen Vorschriften im Bezug auf die Arbeits- und Pausenzeiten eingehalten werden. Für Unternehmen ist ein Zeiterfassungssystem am besten, wenn es eine einheitliche Lösung dafür haben möchte.

Warum hat die Arbeitszeiterfassung so eine große Bedeutung?

Damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden können, ist es sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber sinnvoll, einen Überblick über die tatsächlich geleistete Arbeit zu behalten. Damit kann der Arbeitgeber besser seine Fürsorgepflicht nachgehen und bekommt auch einen Einblick dahingehend, ob sein Direktionsrecht vom Beschäftigten befolgt wird.

Somit sieht der Arbeitgeber, ob der Mitarbeiter die vorgeschriebenen Pausen- und Ruhezeiten einhält und Überstunden auf rechtlicher Ebene richtig abgearbeitet hat. Ist dies nicht der Fall, merkt der Arbeitgeber sofort, wann er im Sinne seiner Fürsorgepflicht handeln muss.

Außerdem können die Beschäftigten somit überprüfen, ob ihr Lohn richtig abgerechnet wurde und die Überstunden, die sie geleistet haben, auch korrekt erfasst wurden.

Die rechtliche Lage: Ist Arbeitszeiterfassung Pflicht?

Aktuell gibt es in Deutschland noch keine national einheitliche Regelung zur Zeiterfassung. In vielen Branchen ist diese bereits Gang und Gebe, beispielsweise in Form der altbekannten Stempeluhr.

Das geltende Gesetz gibt vor, dass sämtliche Überstunden zeitlich erfasst werden müssen, die über die tägliche Arbeitszeit von acht Stunden hinausgeht, sowie auch Sonntags- und Nachtarbeit. Doch diese sind nicht so einfach von der restlichen vergüteten Arbeitszeit zu unterscheiden oder zu trennen.

Da die Gerichte bereits seit Mai 2019 (also seit dem Urteil des europäischen Gerichtshof) immer wieder Rechtsprechung für die Pflicht der Arbeitszeiterfassung formuliert haben, gibt es insofern auch bereits eine gewisse Regelung.

Betrieben ist angeraten diese zügig einzuführen, auch wenn das Bundesarbeitsministerium aktuell noch an einem Gesetzesentwurf arbeitet.

Kurz erklärt: Das EuGH Urteil

Die aktuelle deutsche Regelung entspricht nicht dem europäischen Recht. Das soll in Zukunft geändert werden. Der Grund dafür ist das EuGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung vom Mai 2019, in dem eine einheitliche Regelung erwirkt wurde, dass spanische Unternehmen die generelle Pflicht zu einer leicht zugänglichen, objektiven und verlässlichen Erfassung der Arbeitszeiten haben.

Damit sollen die Rechte der Beschäftigten geschützt werden, damit ausbeuterische Betriebe keinen Handlungsspielraum mehr haben und die Mitarbeitenden auch die Entgeltleistung bezahlt bekommen, die sie geleistet haben.

Es werden jedoch nicht nur schwarze Schafe unter den Arbeitgebern entdeckt, sondern auch die der Arbeitnehmerseite. Halten sich die Mitarbeitenden nicht an die vereinbarte Arbeitsdauer, kann dies mit der Erfassung aller Arbeitszeitmodelle erkannt werden und Arbeitszeitbetrug wird aktiv entgegengewirkt.

Wann wird Arbeitszeiterfassung Pflicht?

Aktuell erfüllt das nationale Arbeitsrecht in Deutschland noch nicht den rechtlichen Standard der EU. Einerseits hat das Arbeitsgericht in Emden bereits 2020 entschieden, dass die Arbeitszeiterfassung ab Stunde Null (also der Beginn und das Ende) verpflichtend ist.

Das Bundesarbeitsministerium bezieht sich jedoch darauf, dass das EuGH Urteil für die spanische Rechtslage gilt und die umliegenden europäischen Länder keine unmittelbare Umsetzungspflicht haben. Die rechtliche Lage ist demnach unschlüssig.

Seit Anfang 2022 gibt es jedoch für bestimmte Branchen eine rechtliche Pflicht zur elektronischen Zeiterfassung. Unter diese Branchen fallen unter anderem:

  • Gastronomie und Hotels
  • Baugewerbe
  • Speditions- und Logistikunternehmen
  • Gebäudereinigung
  • Wach- und Sicherheitsdienst
  • Prostitutionsgewerbe
  • Forstwirtschaft

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, und ersetzt diese auch nicht. Die Informationen dieses Artikels sind allgemein verfügbar und eine Haftung über die Inhalte wird nicht gewährleistet. Bei rechtlichen Ersuchen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Anwalt.

Fernab der Pflicht: Welchen Nutzen haben Arbeitgeber von der Einführung eines Systems zur Zeiterfassung?
Die Arbeitszeiterfassung gibt einen guten Einblick darin, wie viel Arbeit in der vereinbarten Zeit tatsächlich erledigt werden kann. Mit der Erfassung der Arbeitszeiten werden demnach auch wichtige Kennzahlen (KPIs) sichtbarer und messbarer.

Dokumentationspflicht der täglichen Arbeitszeit

In bestimmten Branchen und auch bei Minijobbern gibt es eine Dokumentationspflicht zur täglichen Arbeitszeit. Ab einer bestimmten Gehaltsgrenze ist die Arbeitszeiterfassung nicht zwingend verpflichtend, da sie vor allem das Ausbeuten der Arbeitskräfte verhindern soll.

Der Nachweis muss bis zu zwei Jahre lang aufgehoben werden.

Welche Gruppen von Arbeitnehmern müssen Arbeitszeiten erfassen?

Vor allem geringfügig Beschäftigte, aber auch Arbeitnehmer in oben genannten Branchen müssen Ihre Arbeitszeiten erfassen. Das dient der Verhinderung von Schwarzarbeit und zum Schutz der Beschäftigten.

Wer muss keine Arbeitszeiten erfassen?

Ab einer monatlichen Entgeltzahlung von 2950 Euro oder einem Bruttoeinkommen von über 2000 Euro monatlich muss keine Arbeitszeit erfasst werden. Auch bei Bürojobs oder bei Beamten ist die Arbeitszeiterfassung nicht immer Gang und Gebe.

Welche Voraussetzungen gelten für die Arbeitszeiterfassung im Homeoffice?

Für eine Arbeitszeiterfassung im Home Office bringt es logischerweise wenig, wenn ein Stempelsystem eingeführt wird.

Dementsprechend ist eine einheitliche digitale Zeiterfassung die ideale Lösung im Home Office. So können sowohl Arbeitgeber und auch die Mitarbeiter einen Überblick darüber erlangen, wie lange für bestimmte Tätigkeiten gebraucht wird.

Welche Arbeitszeiten gelten im Homeoffice?

Vor allem im Homeoffice kann es passieren, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen. Um dies zu verhindern, hilft die Arbeitszeiterfassung vor allem dabei geregelte Arbeitszeiten beizubehalten.

Arbeitszeitgesetz: Die rechtliche Grundlage

Nach dem Arbeitszeitgesetz ist das Weisungsrecht des Arbeitgebers an die gesetzlichen Vorgaben gerichtet. So müssen Mitarbeiter im Schichtdienst bestimmte Ruhezeiten einlegen, bevor Sie zur nächsten Schicht eingetragen werden dürfen. Außerdem müssen diese mindestens 15 Sonntage im Jahr per Gesetz frei haben.

Gesetzlich sind auch die Ruhepausen geregelt, sodass ein Mitarbeiter nach 6 Stunden Arbeitszeit mindestens 30 Minuten Pause machen muss. Sind es mehr als neun Stunden, verlängert sich die Pause auf mindestens 45 Minuten.

Dank der Arbeitszeiterfassung ist es beiden Partien möglich zu überprüfen, ob sich an diese gesetzlichen Bestimmungen gehalten wird.

Welche Pflichten haben Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern und sollte somit mit Sorgfalt darauf achten, dass die Mitarbeiter nicht aufgrund der Arbeitszeiten physisch und psychisch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Dementsprechend muss er darauf achten, dass die Mitarbeiter sich an die gesetzlichen Vorschriften halten können, genügend Pausen machen und die Lohn- und Entgeltzahlungen im Sinne der geleisteten Arbeit korrekt sind.

Wie muss eine Arbeitszeiterfassung aussehen?

Das Konzept der Arbeitszeiterfassung wirkt auf den ersten Blick recht simpel. Der Mitarbeiter startet die Zeiterfassung, wenn er mit der Arbeit beginnt und beendet sie, wenn er mit dieser aufhört.

Doch in der Praxis ist es nicht ganz so einfach. Schließlich muss der Mitarbeiter auch die Pausenzeiten erfassen und es sollte Regelungen dazu geben, bei welchen Unterbrechungen die Arbeitszeit nicht weiterlaufen darf. Damit kommt die Frage auf, ob der Mitarbeiter seine Arbeit unterbricht, wenn er eine Zigarette rauchen geht oder wenn er sich einen Kaffee holt.

Tipp: Lesen Sie hierzu unseren Beitrag Wo beginnt die Arbeitszeit und wo endet Sie?

Bei diesen Aspekten sollte der Arbeitgeber klare Vorgaben geben, sodass alles entsprechend korrekt erfasst werden kann. Auch beim Home Office ist die Entscheidung wichtig, wann die Beschäftigten beispielsweise zum Beantworten von wenigen E-Mails die Uhr betätigen und dies als Arbeitszeit werten.

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Welche Modelle gibt es, um Arbeitszeiten zu erfassen?

Für die Erfassung der Arbeitszeiten gibt es verschiedene Methoden, die in unterschiedlichen Branchen sinnvolle Anwendung finden. Im Folgenden werden die gängigsten Modelle aufgegriffen und erläutert.

Vertrauensarbeitszeit: Die Arbeitszeit wird nicht erfasst

In Zeiten der Globalisierung und des New Work Konzepts wurde die Arbeitszeiterfassung bis zum Urteil des EuGH immer mehr vernachlässigt. Schließlich gibt es genügend Branchen, in denen die Arbeitszeit nicht immer klar abzugrenzen ist und es eher darum geht, dass ein bestimmtes Arbeitspensum entweder am Arbeitsplatz oder im Homeoffice innerhalb einer bestimmten Zeit erledigt wird.

Arbeitszeiten mit einen Stundenzettel erfassen

Die Arbeitszeiterfassung mittels einem Stundenzettel bedeutet oft, dass die Verantwortung für diese an den jeweiligen Mitarbeiter abgegeben wird. Hiermit ist es schwer zu kontrollieren, ob die erfasste Arbeitszeit auch der realen Arbeitszeit entspricht.

Ist ein Stundenzettel Pflicht?
Es gibt eine Dokumentationspflicht der Arbeitszeit bei Minijobs und in Branchen, in denen häufig Schwarzarbeit geleistet wird, wie z. B. in der Gastronomie. Es ist Arbeitgebern allgemein angeraten einen Stundenzettel zu führen, auch für mögliche versicherungsrechtliche Angelegenheiten.

Stationäres Zeiterfassungsterminal

Für die elektronische Zeiterfassung wird ein Hardware Terminal benutzt. Die Funktion kommt der damaligen Stechuhr gleich, ist jedoch moderner. Ein Programm hierfür kann die L-GAV Arbeitszeiterfassung sein.

Als Erweiterung dieser Methode gibt es auch die Fingerprint-Zeiterfassung oder die biometrische Zeiterfassung. Zur Identifikation der Mitarbeiter wird der Fingerabdruck gescannt und verwendet.

Einsatz einer mobilen Stempeluhr

Es gibt auch spezielle mobile Zeiterfassungssysteme. Damit werden die Arbeitszeiten mittels portabler Geräte übermittelt und gespeichert. Dies kann über spezielle Hardware, PDAs oder Barcodescanner erfolgen. Diese Variante eignet sich hervorragend für Mitarbeiter, die wenig im Betrieb sind, z.B. Außendienstmitarbeiter oder Mitarbeiter auf dem Bau.

Zeiterfassung online via Smartphone oder Desktop

Die Arbeitszeiten werden oftmals über eine App auf dem Smartphone oder auf dem Desktop eingetragen, gespeichert und übermittelt. Durch digitale Zeiterfassungssysteme ist so eine vollautomatische Zeiterfassung von überall aus möglich, was super für den Außendienst oder für Mitarbeiter im Homeoffice ist.

Nutzung der altbekannten Excel-Tabelle

Vor allem in kleinen Unternehmen wird zur Arbeitszeiterfassung gerne eine Excel Tabelle genutzt. Für große Unternehmen ist diese Methode eher unübersichtlich. Allerdings ist eine mögliche Manipulation der Arbeitszeiten seitens der Beschäftigten oder auch der Arbeitgeber schwer nachvollziehbar.

Gut zu wissen
Unternehmen sollten das Thema Arbeitszeitbetrug in jedem Fall auf ihrer Agenda haben, um einer Manipulation der Zeiterfassung frühzeitig entgegenwirken zu können.

Die Vorlagen für die Zeiterfassung mit einer Excel Tabelle können kostenlos als Freeware, z. B. auf dem Mac, oder auch als App heruntergeladen werden.

Die richtige Form der Zeiterfassung finden: Tipps für Unternehmen

Je nach Branche und Art des Betriebes können unterschiedliche Modelle zur Erfassung sinnvoll sein. Bei der Wahl spielen natürlich auch die interne Organisation und die persönliche Präferenz eine große Rolle.

  • Art des Betriebes: In manchen Unternehmensformen, wie Büro- und Beamtenberufe, macht beispielsweise eine pauschale Arbeitszeit Sinn.
  • die innerbetriebliche Organisationsstruktur: Bei internationalen Franchiseunternehmen kann es vorkommen, dass die Methode zur Erfassung einheitlich vorgegeben wird.
  • das Arbeitszeitmodell oder die persönliche Präferenz: Je nachdem, welche Methode bevorzugt wird oder einheitlich vom Betriebsrat empfohlen wird.

Einführung: Welche Herausforderungen gibt es für Arbeitgeber?

Die Anforderung an die Arbeitsleistung kann je nach Betrieb unterschiedlich ausfallen. So kommen einige individuelle Faktoren mit rein, die natürlich bei der Planung beachtet werden sollte.

#1 Berücksichtigung von Arbeitszeitmodellen

Bei Schichtarbeit oder Gleitzeit gelten diverse gesetzliche oder innerbetriebliche Vereinbarungen, die bei der Erstellung eines Zeiterfassungssystems beachtet werden sollten. Das umfasst auch den Kundenservice, möglichen Rufdienst oder Job-Sharing.

#2 Datenschutz bei der Arbeitszeiterfassung

Zum allgemeinen Datenschutz für die Zeiterfassung gibt es noch keine konkrete Rechtslage. Jedoch gibt es Regelungen zum Schutz der personenbezogenen Daten, die beachtet werden sollten. Somit sollten die Daten vor Missbrauch und Weitergabe geschützt sein.

Wer darf die Daten der Zeiterfassung einsehen?

Außer dem Betriebsrat, den einzelnen Beschäftigten und dem Arbeitgeber hat niemand das Recht diese Daten einzusehen, außer die betroffene Person hat dies ausdrücklich gestattet.

#3 Mitarbeiterkommunikation zur Zeiterfassung

Damit keine Missverständnisse oder Fehler in der Kommunikation entstehen, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass sich die Mitarbeiter untereinander über etwaigen Überstundenabau oder mögliche Urlaubstage austauschen können.

Das ermöglicht eine Reduktion des Arbeitsaufwands und sorgt für einen reibungslosen Arbeitsablauf. Ein einheitliches System mit einer möglichen Mitarbeiterkommunikation per App unterstützt dies.

#4 Sicherstellung der technischen Infrastruktur

Bei der Nutzung einer digitalen oder analogen Lösung muss diese in die technische Infrastruktur integriert werden, sodass die Daten sicher übertragen und eingesetzt werden können. Hierfür gibt es spezielle Softwaresysteme, die die benötigten Funktionen miteinander vereint.

Erfassung der Arbeitszeit: Vorteile & Nachteile

Die Zeiterfassung von geleisteter Arbeit hat sowohl für den Arbeitgeber, als auch für den Beschäftigten bestimmte Vorteile und Nachteile.

Welche Vorteile bringt eine Arbeitszeiterfassung für Arbeitgeber?

  • effizientere Gehaltsabrechnung
  • automatisiertes Verfahren
  • Arbeitsprozessoptimierung
  • minutengenaue Zeitabrechnung
  • effizientere Buchungsarchivierung und Nachvollziehbarkeit vergangener Daten
  • mehr Sicherheit, Transparenz und Übersicht
  • Mitarbeiter können effizienter eingesetzt werden.
  • bessere Personaleinsatzplanung
  • Arbeitserleichterung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit

Welche Nachteile bringt eine Arbeitszeiterfassung für Arbeitgeber?

  • Verstöße gegen den Datenschutz bei nicht datenschutzkonformen Anwendungen.
  • Manipulation der Buchungen durch die Mitarbeiter möglich.
  • Keine Aussage über die Produktivität der Mitarbeiter, wenn die Zeiten nicht projektbezogen erfasst werden.

Welche Vorteile und Nachteile hält eine Arbeitszeiterfassung für Arbeitnehmer bereit?

Vorteile für die Mitarbeiter

  • bessere Selbstkontrolle von Lohnabrechnungen
  • Transparenz der Zeitsalden und Fehlzeiten
  • Planungserleichterung wie z.B. die Urlaubsplanung
  • besserer Überblick über geleistete Überstunden

Nachteile für die Mitarbeiter

  • Arbeitszeiten werden oftmals genauestens kontrolliert
  • Fehlzeiten müssen nachgeholt und eingetragen werden
  • Raucher- und Kaffeepausen sind möglicherweise nicht mehr so leicht machbar
  • Gefühl der Kontrolle durch den Arbeitgeber könnte entstehen

Weitere Fragen zum Thema Arbeitszeiterfassung

Wann hat der Betriebsrat bei der Arbeitszeiterfassung ein Mitbestimmungsrecht?

Wird das Zeiterfassungssystem geändert hat der Betriebsrat hierbei ein Mitbestimmungsrecht über die Methode, sowie auch bei der Einführung und der Beurteilung der Pausenzeiten.

Wer ist verantwortlich für die Arbeitszeiterfassung?

Im Sinne des EuGH ist der Arbeitgeber verantwortlich für die korrekte Erfassung. Er kann diese Pflicht jedoch an den Arbeitnehmer weitergeben.

Wie kann ich als Arbeitnehmer meine Arbeitszeiten erfassen?

Gibt es innerhalb des Unternehmens noch keine etablierte oder einheitliche Lösung, so lohnt sich das Führen eines (digitalen) Stundenzettels, bei dem der Mitarbeiter genauestens auflistet, wie lang er für welche Arbeit gebraucht hat.

Wie kann man als Arbeitnehmer auf eine falsche Zeiterfassung durch den Arbeitgeber reagieren?

Falls auf der Gehaltsabrechnung eine falsche Anzahl an Arbeitsstunden vermerkt wurde, ist es dem Mitarbeiter anzuraten, den Dialog mit dem Arbeitgeber zu suchen. Zur Untermauerung der eigenen Argumentation ist es sinnvoll, einen Nachweis zur geleisteten Arbeitszeit zu erbringen.

Ist dies nicht von Erfolg gekrönt, so kann der Arbeitnehmer auch beim Bundesgerichtshof Klage einreichen. Die bisherigen Präzedenzfälle sorgen meist dafür, dass der Arbeitgeber die Pflicht zur konkreten Arbeitszeiterfassung bekommt.

Arbeitszeiterfassung in der Praxis

Nach dem Gesetz ist es die Pflicht für Arbeitgeber, geleistete Mehrarbeit zu erfassen (§16 Abs. 2 ArbZG). Um diesem gerecht zu werden, führen immer mehr Unternehmen Zeiterfassungssysteme ein. Laut Betriebsvereinbarung hat jedoch der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung und Anwendung solcher Systeme.

Arbeitszeiterfassung im Überblick


Wann kommt die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung?
Informell gibt es die Pflicht in gewisser Weise bereits, vor allem in manchen Branchen. Es ist zu erwarten, dass das nationale Gesetz bereits in naher Zukunft an das EuGH Urteil angeglichen wird. Demnach sollten Arbeitgeber nicht in Versuchung geraten, in eine abwartende Haltung zu verfallen.
Welche Konsequenzen hat das EuGH Urteil für die Vertrauensarbeitszeit?
Sobald das Bundesarbeitsministerium passend zum EuGH Urteil ein Gesetz verabschiedet hat, ist die bisherige Vertrauensarbeitszeit nicht mehr so einfach möglich. Interne Anpassungen oder Vereinbarungen sind dann daran anzupassen. Deutsche Gerichte werden seit dem EuGH Urteil vermutlich eher zugunsten der Arbeitszeiterfassung entscheiden.
Welche Möglichkeiten gibt es zur systematischen Arbeitszeiterfassung?
Die Einführung eines einheitlich geltenden Zeiterfassungssystems ist eine Voraussetzung für eine systematische Arbeitszeiterfassung. Außerdem sollten interne Regelungen klar formuliert werden und die Erfassung sollte objektiv und übersichtlich gestaltet werden.
Warum lohnt sich eine digitale Lösung zur Erfassung der Arbeitszeiten?
Da die digitale Arbeitszeiterfassung meistens übersichtlicher und genauer ist, haben beide Partien einen besseren Überblick über den tatsächlichen Einsatz am Arbeitsplatz. Durch den digitalen Nachweis sind die Daten sofort verfügbar und bei zu vielen Überstunden kann der Arbeitgeber sofort reagieren. Außerdem geht es schneller und entlastet das Personal.
Welche App eignet sich zur Arbeitszeiterfassung?
Die Softwarelösung von Papershift ermöglicht eine automatische Arbeitszeiterfassung und eine gute Personaleinsatzplanung. Für kleine Unternehmen sind Excel Vorlagen teilweise ausreichend.
Welche Arbeitszeiterfassung eignet sich wann am besten?
Ist zumindest ein Teil der Arbeitnehmer im Home Office oder im Außendienst, so lohnt sich die Investition in eine digitale Lösung über eine App oder eine Software vorrangig. Kommt der Arbeitnehmer auf täglicher Basis zum Arbeitsplatz, so ist auch die klassische Stempeluhr eine passende Möglichkeit.


Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.