Akkordlohn

Der Akkordlohn ist eine Form der Vergütung für die Akkordarbeit und errechnet sich anhand der erbrachten Leistung. Nutzen Sie den Online Rechner von Papershift zur exakten Berechnung von Zeitakkord und Geldakkord!
Akkordlohn berechnen

© Ingo Bartussek / Adobe Stock


Der Akkordlohn erweist sich als Fluch und Segen zugleich. Einerseits bietet er die Möglichkeit, durch eine hohe Arbeitsleistung das Einkommen spürbar zu erhöhen. Andererseits kann er zur Überlastung am Arbeitsplatz und in der Folge zur sinkenden Mitarbeitermotivation führen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über wichtige Aspekte, die beim Akkordlohn unbedingt zu beachten sind.

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Definition: Was genau ist Akkordlohn?

Der Akkordlohn ist eine Form der Vergütung für die Akkordarbeit. Er berechnet sich anhand der erbrachten Leistung. Die geleistete Arbeitszeit nimmt je nach Art von Akkordlohn eine untergeordnete bis gar keine Rolle ein. In der Regel wird der Akkordlohn für repetitive manuelle Tätigkeiten bezahlt, bei denen ein Mitarbeiter die Produktionsmenge durch sein Arbeitstempo beeinflussen kann. Auch das endgültige Arbeitsergebnis wird für die Lohnberechnung herangezogen.

Gut zu wissen: Lohnformen im Überblick
Der Akkordlohn stellt neben dem Prämienlohn eine Form von Leistungslohn dar.

Welche Arten von Akkordlohn gibt es?

Der Akkordlohn besteht aus verschiedenen Komponenten, die je nach Art des Akkordlohns unterschiedlich gewichtet werden. Außerdem lässt er sich entweder anhand der individuellen Leistung oder anhand der gemeinsamen Ergebnisse berechnen.

Zeitakkord

Der Zeitakkord, auch Stückzeitakkord genannt, ist eine häufig eingesetzte Form des Akkordlohns. Ein Mitarbeiter bekommt hier ein Grundentgelt für Normalleistung und wird für Mehrleistung zusätzlich entlohnt. Die zusätzliche Entlohnung richtet sich nach der produzierten Stückzahl pro vorgegebener Zeiteinheit. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der effektive Lohn nicht niedriger als der gesetzliche oder tariflich festgelegte Mindestlohn sein darf.

Die Formeln im Überblick:

Akkordlohn = Anzahl der produzierten Stücke x Vorgabezeit pro Stück x Minutenfaktor

Der Minutenfaktor errechnet sich aus dem (tariflich festgelegten) Mindestlohn mal Akkordzuschlag dividiert durch 60 Minuten.

Minutenfaktor = tariflich festgelegter Mindestlohn x Akkordzuschlag / 60

Der Akkordzuschlag entspricht in der Regel 15 bis 25 Prozent des Mindestlohns.

Akkordzuschlag = Mindestlohn x Prozentsatz vom Mindestlohn

Geldakkord

Der Geldakkord ist die älteste, dennoch seltener eingesetzte Form des Akkordlohns. Die Entlohnung eines Mitarbeiters richtet sich hier ausschließlich nach der produzierten Stückzahl. Auch eine andere messbare Leistung (z. B. Produktgewicht in Kilogramm) kann in die Akkordlohnberechnung herangezogen werden. Im Unterschied zum Zeitakkord liegt dem Geldakkord kein gesetzlicher oder tariflich festgelegter Mindestlohn zugrunde.

Achtung: Was ist beim Geldakkord zu beachten?
Kann ein Mitarbeiter innerhalb einer Zeiteinheit nichts produzieren, weil beispielsweise der von ihm unabhängige Materialnachschub stockt, gilt in diesem Fall der Mindestlohn.

Die Formeln im Überblick:

Akkordlohn = Anzahl der produzierten Stücke x Geldeinheit pro Stück (Stückgeldsatz)

Stückgeldsatz = Stundenlohn x Prozentsatz des Akkordzuschlags / Normalleistung

Einzelakkord und Gruppenakkord

Beim Akkordlohn wird ebenfalls zwischen Einzelakkord und Gruppenakkord unterschieden. Während sich der Einzelakkord auf die einzelnen Mitarbeiter bezieht, zählen beim Gruppenakkord die gemeinsamen Ergebnisse.

Im ersten Fall richtet sich die Entlohnung eines Arbeitnehmers nach der individuellen Leistung. Im zweiten Fall wird hingegen die kollektive Leistung gemessen und entsprechend vergütet. Die Leistungsunterschiede der einzelnen Mitarbeiter sind nicht erkennbar. Deswegen ist es wichtig, dass beim Gruppenakkord die einzelnen Mitarbeiter in einer Gruppe vergleichbar schwierige Aufgaben zu erfüllen haben.

Wann wird Akkordlohn bezahlt?

Die Bezahlung im Akkordlohn findet nur dann statt, wenn die Leistung eines Mitarbeiters über der Normalleistung liegt. Bleibt sie unter der Normalleistung oder ist sie gleich wie diese, bekommt ein Mitarbeiter den gesetzlichen oder tariflich festgelegten Mindestlohn.

.. und wann darf kein Akkordlohn gezahlt werden?

Es gibt einige Gruppen der Arbeitnehmer, die aufgrund der Gefahr einer Überbeanspruchung sowie des gesteigerten Unfallrisikos vom Akkordlohn ausgeschlossen sind. Es ist die Rede von Schwangeren, Jugendlichen und Fahrpersonal.

Des Weiteren bestehen Berufe, die aufgrund deren Charakters nicht für die Akkordarbeit in Frage kommen. Dazu zählen Medizin- und Pflegeberufe sowie Berufe bei der Polizei und Feuerwehr. Ebenso verhält es sich in der privaten und öffentlichen Verwaltung sowie bei vielen technischen Tätigkeiten. Die Grundlage für Vergütung bildet hier eine qualitative Arbeitsleistung.

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Wo wird der Akkordlohn angewendet?

Die Anwendung des Akkordlohns ist auf die Industrialisierung in den letzten beiden Jahrhunderten zurückzuführen. Diese Form des Leistungslohns ist in jenen Bereichen gefragt, in denen eine mengenmäßige und exakt messbare Leistung eine wichtige Rolle spielt. Als gute Beispiele dienen Produktion, Montage und Maschinenbedienung in Fabriken. Im kaufmännischen Bereich erfolgt die Vergütung darüber hinaus teilweise auf Provisionsbasis.

In welchen Branchen ist Akkordlohn üblich?

Der Akkordlohn kommt im Kontext der Akkordarbeit in verschiedenen Branchen zum Einsatz. Erwähnenswert sind unter anderem:

  • Automobilbranche
  • Baubranche
  • Produktionsbranche
  • Verpackungsbranche

Welche Voraussetzungen gibt es für die Einführung vom Akkordlohn?

Unternehmen, die Akkordlohn einführen wollen, müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten davon sind:

  1. Die Ermittlung der Normalleistung in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Verbandes für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung (REFA).
  2. Die Sicherstellung, dass die in Frage kommenden Mitarbeiter körperlich und psychisch für die Akkordarbeit geeignet sind.
  3. Die Gewährleistung der Akkordfähigkeit der Arbeit, die sich darin widerspiegelt, dass Arbeitsabläufe regelmäßig wiederholbar und Vorgabezeiten exakt messbar sind.
  4. Die Gewissheit, dass die Mengenleistung direkt durch den betroffenen Mitarbeiter beeinflusst werden kann und nicht von externen Einflussfaktoren abhängt.
  5. Die Notwendigkeit der Erreichung der Akkordreife, die darin besteht, dass Arbeitsabläufe derart optimiert werden, dass der betroffene Mitarbeiter sie sicher und qualitätsgerecht durchführen kann.

Es ist erforderlich, dass ein Unternehmen alle genannten Voraussetzungen erfüllt. Ansonsten ist es nicht erlaubt, Mitarbeiter nach Akkordlohn zu bezahlen.

Gut zu wissen: Besteht ein Betriebsrat in einem Unternehmen, muss er der Einführung von Akkordarbeit zustimmen.

Spielt ein Unternehmen mit dem Gedanken, Akkordlohn einzuführen, sollte es neben den oben erwähnten Voraussetzungen auch die Vor- und Nachteile berücksichtigen.

Welche Vorteile hat Akkordlohn?

  • Starker Leistungsanreiz für Mitarbeiter, der sich auf die Arbeitsproduktivität positiv auswirken kann
  • Erleichterte Planung des Prozessablaufs entlang der Wertschöpfungskette
  • Bessere Kalkulation von Produktkosten und damit einhergehend die volle Ausschöpfung des vorhandenen Einsparpotentials
  • Leichtere Aufdeckung von Schwachstellen und die Möglichkeit, diese schnell zu beheben

Welche Nachteile hat Akkordlohn?

  • Hoher Leistungsdruck, der schnell zu einer Überbeanspruchung des betroffenen Mitarbeiters führen kann
  • Verminderte Produktqualität durch das Bestreben eine möglichst hohe Menge zu produzieren
  • Schwacher Teamgeist, der vor allem beim Gruppenakkord wegen häufigen Unruhen im Team zu spüren ist
  • Erhöhtes Krankheits- und Unfallrisiko, das vor allem auf Dauerstress am Arbeitsplatz und schnelles Arbeitstempo zurückgeht
  • Verursachung von Störungen beispielsweise an Maschinen, die höhere Kosten für Arbeitgeber nach sich ziehen
  • Lohnschwankungen, die demotivierend wirken und unter Umständen auch die ungewollte Mitarbeiterfluktuation zur Folge haben können

Online Rechner: Akkordlohn berechnen

Die Berechnung des Akkordlohns gestaltet sich mit dem richtigen Online-Rechner schnell und einfach. Der Online Akkordlohn Rechner von Papershift erlaubt Arbeitgebern unter Berücksichtigung aller relevanten Komponenten den Akkordlohn zu berechnen. Dabei sind folgende Schritte zu berücksichtigen:

  1. Wählen Sie zunächst aus, ob Sie Zeitakkord oder Geldakkord berechnen möchten.
  2. Für die Berechnung des Zeitakkords tragen Sie die Angaben zu Stundenlohn, Zeitvorgabe, Akkordzuschlag sowie Menge pro Stunde ein.
  3. Für die Berechnung des Geldakkords geben Sie die Stückzahl pro Menge sowie das Stückgeld an.
  4. Klicken Sie zum Schluss zur erfolgreichen Berechnung auf den Button „Stundenlohn berechnen“.

Akkordlohn berechnen leicht gemacht

Bei der Berechnung des Akkordlohns unterscheidet man zwischen Zeitakkord und Geldakkord. Im Folgenden stellen wir zwei Praxisbeispiele vor, wie man den Akkordlohn auf dem klassischen Weg ohne den praktischen Online Rechner von Papershift berechnet.

Beispiel: Zeitakkord berechnen

Günther arbeitet in einem Produktionsunternehmen und ist für die Montage von Lenkrädern mit Airbag zuständig. Er bekommt einen Stundenlohn in Höhe von 18 Euro und einen Akkordzuschlag von 25 Prozent. In der Regel montiert Günther drei Lenkräder innerhalb einer Stunde. Die von seinem Arbeitgeber festgelegte Vorgabezeit beträgt 25 Minuten für ein Lenkrad.

Die Berechnung des Minutenfaktors:

Minutenfaktor = tariflich festgelegter Mindestlohn x Akkordzuschlag / 60

18 Euro × 1,25 / 60 = 0,375 Euro / Minute

Die Berechnung des Zeitakkords:

Zeitakkord = Anzahl der produzierten Stücke x Vorgabezeit pro Stück x Minutenfaktor

3 Stück × 25 Minuten × 0,375 € / Minute = 28,125 Euro

Günther erhält die Entlohnung vom Zeitakkord in Höhe von 28,125 Euro pro Stunde.

Beispiel: Geldakkord berechnen 

Die ehemals vereinbarten Entlohnungskonditionen haben sich im Fall von Günther geändert. Er erhält nun Geldakkord anstatt von Zeitakkord. Die von seinem Arbeitgeber festgelegte Vorgabezeit von 25 Minuten für ein Lenkrad mit Airbag macht eine Normalleistung von 2,4 Lenkrädern pro Stunde aus. Günther montiert 3 Lenkräder in dieser Zeiteinheit.

Die Berechnung des Stückgeldsatzes:

Stückgeldsatz = Stundenlohn x Prozentsatz des Akkordzuschlags / Normalleistung

18 Euro × 1,25 / 2,4 = 9,375 Euro

Die Berechnung des Geldakkords:

Geldakkord = Anzahl der produzierten Stücke x Geldeinheit pro Stück (Stückgeldsatz)

3 Stück x 9,375 Euro = 28,125 Euro

Die Entlohnung vom Geldakkord beträgt 28,125 Euro pro Stunde, wenn Günther in dieser Zeiteinheit drei Lenkräder mit Airbag montiert.



Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.