Studie: Digitalisierung im deutschen Handwerk kommt voran

In Sachen Digitalisierung konnte das Handwerk in Deutschland im Jahr 2021 deutliche Fortschritte erzielen.

Studie: Digitalisierung im deutschen Handwerk kommt voran

In Sachen Digitalisierung konnte das Handwerk in Deutschland im Jahr 2021 deutliche Fortschritte erzielen. Der Digitalisierungsindex stieg von 57 auf 59 von 100 möglichen Punkten. Das sind die Ergebnisse der Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022“.

Zu den am häufigsten genutzten digitalen Produkten im deutschen Handwerk zählen neben Lösungen für Web- und Videokonferenzen (46 Prozent) sowie Messenger-Diensten (44 Prozent) auch Anwendungen zum Verwalten und Teilen von Dokumenten (33 Prozent) sowie für das Projektmanagement (31 Prozent).

Auch Lösungen zur Personaleinsatzplanung, zur digitalen Zeiterfassung und zum Erstellen von Schichtplänen gehören zu möglichen Digitalisierungsoptionen der Unternehmen.

Der Digitalisierungsindex setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

  • Beziehung zu den Kunden
  • Produktivität im Unternehmen
  • Geschäftsmodelle
  • Sicherheit und Datenschutz.

Für dieses Jahr stehen bei vielen Unternehmen Investitionen in Software für Kollaboration, das Management von Endgeräten sowie Cloud-Lösungen an. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die IT-Sicherheit für Remote-Arbeitsplätze.

Um gegenüber Kunden attraktiver zu werden, sollen zusätzliche digitale Produkte und Geschäftsmodelle geschaffen werden. Somit könnte der Digitalisierungsindex auch in diesem Jahr weiter ansteigen.

Auch in Punkto Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielt die Digitalisierung im Handwerk eine zunehmend wichtige Rolle. Hier geht es zum Beispiel um eine ressourcenschonende Produktion sowie um eine effiziente Routenplanung und Logistik. Laut Studie halten 73 Prozent der befragten Unternehmen Nachhaltigkeit für wichtig.

Nicht zuletzt durch die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten, kann die Zusammenarbeit mithilfe der Digitalisierung klimafreundlicher werden. Treffen vor Ort und Dienstreisen lassen sich durch die neuen Technologien deutlich reduzieren.

Öffentliche Fördermittel werden laut Studie nur von 27 Prozent der Unternehmen des deutschen Handwerks in Anspruch genommen. Damit liegt das Segment jedoch immer noch über dem Durchschnitt des Mittelstands mit 18 Prozent. Das liegt vor allem an mangelnder Transparenz: Etwa ein Drittel der Unternehmen kennt die gegebenen Möglichkeiten nicht, etwa ein Viertel bräuchte Beratung, um die Förderung in Anspruch nehmen zu können.

Hier besteht also von Seiten der zuständigen Behörden ein großes Verbesserungspotential.



Verfasst von Christian Kunz

Christian verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektmanagement, Produktmanagement sowie agiler Projektentwicklung, die er in verschiedenen Unternehmen erworben hat.