Remote Work

Remote Work Definition

Remote Work ist spätestens seit der Corona-Pandemie im Trend. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Fernarbeit; viel mehr ist damit zunächst nicht klar. Daher steht die Frage im Raum: „remote arbeiten was ist das?“ Häufig ist dabei gemeint, dass Arbeitnehmer von überall, ob zu Hause oder von unterwegs, arbeiten können; möglichst mit einem Internetanschluss – bei kreativen Berufen ist aber nicht mal dies Voraussetzung.

Drei weitere Begriffe sind diesem Kontext häufig in Gebrauch:

Letztgenanntes bezeichnet dabei die Einrichtung eines Arbeitsplatzes in der Wohnung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber. Dabei sind für den Arbeitsplatz die gleichen Voraussetzungen zu erfüllen, wie am betrieblichen Arbeitsplatz (Arbeitsstättenverordnung). Das Büro in der Wohnung des Arbeitnehmers wird für eine Form der Telearbeit genutzt. Dabei kann sowohl Teleheimarbeit (Vollzeitarbeit) oder alternierende Telearbeit (fester Arbeitsplatz im Büro und zusätzlich an einigen Tagen Arbeit von zu Hause) angesprochen sein.

Beim mobilen Arbeiten muss hingegen nur sichergestellt werden, dass der Arbeitnehmer erreichbar ist; beispielsweise mit durch den Arbeitgeber bereitgestellten Endgeräten und einem vpn-Zugang. An welchem Ort der Arbeitnehmer die Arbeit verrichtet, steht ihm offen. Die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung gelten in diesen Fällen nicht. Die Regelungen zur Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz, die Unterweisung des Arbeitnehmers nach § 12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz und die Betriebssicherheitsverordnung gelten hingegen auch bei mobilem Arbeiten.

In allen Formen der Fernarbeit ist das Arbeitszeitgesetz einzuhalten (Ruhezeit von elf Stunden). Im Vergleich zur Telearbeit ist bei diesem Arbeitsmodell die Einhaltung des Datenschutzes aufwändiger. Im Gegenzug ist die Einrichtung wesentlich einfacher und kostengünstiger. Remote Work umfasst alle genannten Arbeitsmodelle.

Remote Work: Vorteile und Nachteile

Aus Arbeitgebersicht bietet Remote Work die Vorteile geringerer Kosten für die Büroräume sowie einer erhöhten Arbeitgeberattraktivität. Im Gegenzug ergeben sich Kosten beispielsweise für Endgeräte und möglicherweise Erschwernisse beim Führen von Teams, die überwiegend mobil arbeiten. Der Arbeitnehmer profitiert von mehr Flexibilität und eingesparter Zeit für den Arbeitsweg. Als Nachteile können die ständige Erreichbarkeit sowie das Verwischen der Grenze zwischen Arbeit und Privatleben empfunden werden.

Remote Work in der Praxis

In der Praxis werden mobiles Arbeiten bzw. Telearbeit entweder einzelvertraglich oder für das gesamte Unternehmen zusammen mit dem Betriebs– oder Personalrat in einer Betriebs– oder Dienstvereinbarung geregelt. Hierbei ist festzulegen, inwieweit unter Remote Work Telearbeit verstanden wird und der Arbeitgeber damit einen Heimarbeitsplatz einrichten muss oder ob mobiles Arbeiten Regelungsgegenstand ist. In diesem Fall ist zu klären, welche technische Ausstattung der Arbeitnehmer erhält bzw. inwieweit sich der Arbeitgeber an den Kosten beteiligt.

Des Weiteren wird geregelt, ob der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Remote Work besitzt, den der Arbeitgeber nur aus (dringenden) betrieblichen / dienstlichen Gründen ablehnen darf, oder ob es beim Antragsrecht bleibt. Zudem werden häufig zeitliche Rahmenbedingungen festgelegt. Beispielhaft kann die Anwesenheit an drei Tagen in der Woche im Büro verpflichtend sein und maximal die Hälfte der Arbeitsstunden dürfen außerhalb erbracht werden.

Ferner sind Bestimmungen hinsichtlich des Datenschutzes / der Datensicherheit, der Haftung, zur Dokumentation der Arbeitszeit, zur Erreichbarkeit und Widerrufsmöglichkeiten Bestandteil entsprechender Regelungen.