Arbeitsbereitschaft Definition

Der Begriff Arbeitsbereitschaft bezeichnet die Arbeitszeit, in der sich ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz befindet und sich bereithält, um im Bedarfsfall seine eigentliche Tätigkeit ohne weitere Aufforderung aufzunehmen.

Sie ist Teil vieler Berufe und findet beispielsweise statt bei

  • Rettungsdiensten zwischen den Einsätzen
  • Fernfahrern während der Be- und Entladung
  • Verkäufern während sich keine Kundschaft im Geschäft aufhält

Dieser Begriff aus dem Arbeitsrecht ist kein eindeutig bestimmter Rechtsbegriff. Daher gilt allgemein die Definition des Bundesarbeitsgerichtes (BAG): „Zeit wacher Achtsamkeit im Zustand der Entspannung“.
Damit unterscheidet sich diese Form der Bereitschaft von anderen Bereitschaften. Dazu gehören:

  1. Der Bereitschaftsdienst: Der Arbeitnehmer hält sich an einer vereinbarten Stelle auf und nimmt auf Weisung des Arbeitgebers hin sofort seine Tätigkeit auf
  2. Die Rufbereitschaft: Der Arbeitnehmer muss nicht am Arbeitsplatz anwesend sein, muss aber jederzeit erreichbar und einsatzbereit sein

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG ) bestimmt die Arbeitsbereitschaft grundsätzlich als Arbeitszeit im Sinne der Einzelnorm §§ 2, 3 ArbZG.
Nach § 7 I Nr. 4 ArbZG liegt sie auch dann vor, wenn der Arbeitnehmer weniger als durch die volle Arbeitsleistung beansprucht wird, die Bereitschaft ihn jedoch an der vollen Entspannung hindert (zum Beispiel ein Taxifahrer, der nach Fahrgästen Ausschau hält).
Damit unterscheidet sich die Entspannung während der Bereitschaft auch von den Pausenzeiten, denn während der Pause braucht der Arbeitnehmer sich nicht in „wacher Achtsamkeit“ für die Aufnahme der Arbeit bereitzuhalten.

Arbeitsbereitschaft in der Praxis

Eine wichtige Frage für die Praxis ist, wie sich der Begriff „Entspannung“ definiert.
Hier sind zwei Voraussetzungen von Bedeutung:

  1. Die angemessene Zeitspanne bis ein Zustand der Entspannung erreicht ist. Kurze Zwischenzeiten von weniger als zehn Minuten können nicht dazu gerechnet werden
  2. Anfang und Ende der Entspannungszeit müssen klar erkennbar sein

In der Praxis spielt auch die faktische Vergütung der aktiven Bereitschaft eine wichtige Rolle für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.
Die verminderte Belastung während der Bereitschaft führt in manchen Fällen zu einer geringeren Bezahlung als während der Zeiten voller Auslastung. In anderen Fällen sehen die Tarifverträge eine Verlängerung der Arbeitszeit vor. Dies hat zu mehreren Prozessen vor dem BAG geführt, vor allem im Bereich des Rettungsdienstes.
Hier ist genau auf die Regelung im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag zu achten. Manche Arbeitgeber legen diesbezüglich auch eine Betriebsvereinbarung für Vergütungen dieser Art fest.
Sollte keine klare Regelung vorliegen, muss die Arbeitsbereitschaft allerdings wie die Vollarbeitszeit vergütet werden. Der Mangel an Arbeit liegt in diesem Fall nicht in der Verantwortung des Arbeitnehmers, sondern ist ein Risiko, das der Arbeitgeber trägt.