24-Stunden-Schicht Definition

Schichtarbeit ist in vielen Branchen üblich. Meist werden dabei die Dienstzeiten vom Schichtleiter in einem Schichtplan innerhalb eines 24-Stunden-Schichtmodells in Frühdienst, Spätdienst oder Nachtdienst eingeteilt. Nach § 3 Arbeitszeitgesetz darf dabei die werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden, in Ausnahmefällen 10 Stunden, eigentlich nicht überschreiten.

Wann ist eine 24-Stunden-Schicht erlaubt?

Unter bestimmten Umständen ist jedoch sogar eine 24-Stunden-Schicht erlaubt. Dies geschieht in der Praxis vor allem in Arbeitsbereichen, in denen Menschen rund um die Uhr versorgt werden müssen. Als Arzt im Krankenhaus, in der Pflege, in der sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, bei der Feuerwehr oder im Rettungsdienst.

Rechtlich sind jene Fälle durch § 7 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz abgedeckt. Hier heißt es nämlich, dass die Arbeitszeit eben dann über die Höchstgrenze der 10 Stunden ausgedehnt werden darf, wenn „in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt“. Aufgrund der hohen mentalen und physischen Herausforderungen, die solch ein Dienst mit sich bringt, ist er nicht unumstritten. Ob eine überlange Schicht Sinn macht, hängt häufig von der konkreten Beschäftigung ab. Besteht, wie bei beispielsweise Notfallsanitätern, eine Schicht zum Großteil aus Bereitschaftsdienst, kann eine 24-Stunden-Schicht nämlich insgesamt sogar der Senkung der Arbeitsbelastung dienen.

24 Stunden Schicht in der Praxis

Was spricht für eine 24-Stunden-Schicht?

Bisweilen können überlange Arbeitsschichten, so belastend sie für Körper auch Geist auch sein können, diverse Vorteile mit sich bringen:

  • Es bestehen aufgrund der längeren Arbeitszeiten weniger Dienstübergaben, die organisiert werden müssen.
  • Natürlich muss es immer eine angemessene Ruhezeit nach 24-Stunden-Schichten geben. Es können bei diesem Modell, im Gegensatz zum regulären Schichtdienst, zum Ausgleich aber längere Erholungsphasen zwischen den Schichten eingehalten werden, da in der Regel die gesetzlich vorgegebenen 40 Stunden bereits durch zwei 24-Stunden-Dienste wöchentlich erbracht werden.
  • Arbeitnehmende haben insgesamt mehr Freizeit. Trotz Schichtbetrieb sind in der Regel freie Wochenenden möglich.
  • Fahrtzeiten und -kosten reduzieren sich, da insgesamt weniger Anfahrten zum Arbeitsplatz stattfinden müssen.

Probleme einer 24-Stunden-Schicht

Studien belegen, dass überlange Dienstzeiten im Schichtbetrieb häufiger zu Stress und stressbedingten Krankheitssymptomen führen. Grund dafür sind die hohe emotionale und körperliche Belastung. Hier kommt es jedoch immer auf den konkreten Einzelfall an. Die Belastung durch lange Schichten ist bei einer Krankenschwester vermutlich deutlich höher als die eines Rettungssanitäters im ländlichen Bereich, der einen deutlich niedrigeren Anteil an Arbeitsauslastung aufweist. Rein wirtschaftlich machen solche Dienste häufig wenig Sinn. Denn durch die Belastung und den Schlafmangel  sind die Mitarbeiter irgendwann kaum noch einsatzfähig und neigen zu mehr Fehlern.

Arbeit und Ruhepausen

Bei dem sogenannten Öffnungsmodell, das Vollarbeit und Bereitschaftsdienst kombiniert, sodass Schichten von bis zu 24 Stunden möglich werden, gibt es konkrete Regelungen für Arbeits- und Pausenzeiten. Innerhalb von 24 Stunden sind nämlich dennoch maximal 10 Stunden Vollarbeit möglich. Wie bei jeder Tätigkeit wird auch hierbei eine gesetzlich vorgegebene Pause von 45 Minuten fällig. Angrenzend an den Bereitschaftsdienst muss eine Ruhezeit nach 24-Stunden-Schicht von mindestens 11 Stunden eingehalten werden, bis eine weitere Schicht oder ein weiterer Bereitschaftsdienst beginnt.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.