Rüstkosten

Als Rüstkosten werden Kosten bezeichnet, die beim Einrichten einer Maschine für einen Arbeitsvorgang entstehen. Diese sind gerade in produzierenden Unternehmen ein oft unterschätzter Kostenfaktor.
Rüstkosten Definition und Erklärungen

Ein oft unterschätzter Kostenfaktor gerade in produzierenden Unternehmen sind Rüstkosten. Diese fallen an, wenn die Produktion zwischen verschiedenen Produkten umgerüstet wird. Das Wissen um Rüstkosten und deren Optimierung kann daher zum Unternehmenserfolg beitragen. Erfahren Sie in unserem Lexikon-Artikel mehr zum Begriff Rüstkosten und dessen Bedeutung. Darüber hinaus stellen wir passende Beispielrechnungen für Sie zur Verfügung.

Definition: Was sind Rüstkosten?

Unter dem Begriff Rüstkosten werden jene Kosten verstanden, die durch das Einrichten einer Maschine für einen Arbeitsvorgang entstehen. Daneben sind laut Definition auch jene Kosten inbegriffen, die durch das Abrüsten der Maschine z.B. das Säubern oder Zurücksetzen in den Ausgangszustand entstehen.

Rüstkosten und Rüstzeit

Die Zeit, die dafür das Auf- und Abrüsten einer Maschine benötigt wird, ist generell als Rüstzeit definiert.

Wie setzen sich Rüstkosten zusammen?

Die Rüstkosten sind die in der Rüstzeit anfallenden Ausgaben und umfassen verschiedene Kostenarten:

  • Kosten durch den Ausfall der Maschine während der Auf- bzw. Abrüstung. Diese können aus den Anschaffungskosten und den prognostizierten Maschinenstunden berechnet werden.
  • Personalkosten, die durch das eingesetzte Personal beim Auf- und Abrüsten anfallen.
  • Energiekosten, die die Maschinen auch im Ruhezustand verursachen. Zudem können diese finanziellen Ausgaben beispielsweise durch das Vorheizen von Maschinen entstehen.
  • Materialkosten sowie Kosten für Hilfsmittel, die zum Rüsten der Maschine benötigt werden. Auch Kosten für Werkzeuge, die für die Umrüstung erforderlich sind, fallen hierunter.

Wie kann man Rüstzeiten optimieren?

Der Rüstaufwand wird durch Beobachtung des Arbeitsvorgangs und seiner Vor- und Nachbereitung ermittelt. Es existieren verschiedene Stellenschrauben zur Optimierung der Rüstzeiten. Hierzu zählt die Ermittlung der optimalen Losgröße, d.h., Wechsel zwischen verschiedenen Produkten, die auf einer Maschine gefertigt werden und Rüsttätigkeiten verursachen, sind zu vermeiden.

Zudem kann bei Neubeschaffungen darauf geachtet werden, dass kostengünstig (schnell, automatisiert) gerüstet werden kann.

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Rüstkosten in der Praxis

Durch Beobachtung der Arbeitsvorgänge in einem Unternehmen können zunächst die Rüstvorgänge an den Maschinen festgestellt werden. Anschließend müssen diesen Vorgängen bzw. Tätigkeiten die entsprechenden Ausgaben in der Kostenrechnung zugeordnet werden. Das Ziel einer Senkung der Rüstkosten kann durch die Ermittlung der optimalen Losgröße erreicht werden.

Gut zu wissen: Ein Los ist dabei die Anzahl gleicher Produkte, die auf einer Maschine ohne Rüstzeit und damit ohne Rüstkosten produziert werden.

Daneben kann bereits bei der Beschaffung einer Maschine darauf geachtet werden, dass diese kostengünstig zwischen den verschiedenen Arbeitsvorgängen wechseln kann und damit die zukünftigen Rüstkosten gering sind.

Was ist die Losgröße?

Die Losgröße ist die Menge des Produkts, die direkt hintereinander ohne Umrüsten der Produktionsanlage hergestellt werden. Je höher die Losgröße, umso geringer die Rüstzeiten (Rüstzeitreduzierung) und die damit verbundenen finanziellen Ausgaben. Da durch das Umrüsten mehrere Produkte betroffen sind, müssen der Bedarf der Produkte sowie mögliche Lagerkosten o.ä. bei der Optimierung der Losgrößen berücksichtigt werden.

Was versteht man unter optimale Losgröße?

Die optimale Losgröße ist jene, die Gesamtkosten der Produktion optimiert. Dabei sind Rüstkosten ein Teil der finanziellen Ausgaben. Je höher die Losgröße ist, desto geringer sind die Rüstkosten. Diesen stehen beispielsweise steigende Lagerkosten gegenüber, wenn eine größere Anzahl an gleichen Produkten hintereinander ohne Umrüsten produziert wird und diese gestiegene Menge nicht sofort am Markt abgesetzt werden kann.

Wie berechne ich Rüstkosten?

Die Rüstkosten sind die Summe der genannten Kostenarten. Weitere Erklärungen zu den anfallenden Ausgaben des Rüstens werden darüber hinaus in den folgendenden beiden Rechenbeispielen veranschaulicht.

Erstes Rechenbeispiel

Wird ein Maschinenkostensatz von 64 EUR/h angenommen, ein Personalkostensatz von 44 EUR/h sowie einmalige Kosten für das Abrüsten in den ursprünglichen Zustand von 12 EUR (Hilfsmittel), ergeben sich bei einer Rüstzeit von 30 Minuten Kosten von:

64/2+44/2+10=66 EUR

Zweites Rechenbeispiel

Eine Maschine besitzt einen Stundensatz von 100 EUR, die Personalkosten betragen 40 EUR pro Stunde. Werden für das Aufrüsten 30 Minuten und das Abrüsten 15 Minuten benötigt, fallen insgesamt:

100*3/4+3/4*40= 105 EUR

Rüstkosten im Unternehmen an.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.



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