sabbatical

Definition Sabbatjahr

Der Begriff Sabbatjahr, auch Sabbatical genannt, bezeichnet im weiteren Sinne jede Art von längerer, befristeter, mit dem Arbeitgeber vereinbarter Abwesenheit. Das kann auch ein langer unbezahlter Urlaub sein. Im engeren Sinne ist es eine spezielle Form der Freistellung, bei dem angesparte Arbeitszeit mit einer entsprechend langen Freizeitphase abgegolten wird. Dabei wird die ganze Zeit ein reduziertes Gehalt gezahlt – ähnlich der Altersteilzeit (siehe auch Arbeitszeitmodelle).

Wer kann ein Sabbatical nehmen?

Eine unbezahlte Freistellung muss mit dem Arbeitgeber individuell ausgehandelt werden. Es gibt keinen Rechtsanspruch darauf. Für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst ist die Möglichkeit eines Sabbaticals mit fortlaufender Bezahlung explizit geregelt. Nur wenige Berufsgruppen sind davon ausgenommen. In der Privatwirtschaft sind es bisher vor allem sehr große Unternehmen, bei denen eine bezahlte Sabbatical Regelung vereinbart werden kann.

Sabbatical Öffentlicher Dienst

Ein Sabbatical mit fortlaufender Bezahlung wird mit dem Arbeitgeber oder Dienstherrn in der Regel mehrere Jahre im Voraus geplant. Formell handelt es sich um eine zeitlich befristete Teilzeit, die in zwei Phasen verläuft:

  • Anspar- oder Arbeitsphase: Die Person arbeitet voll weiter, erhält aber ein reduziertes Gehalt
  • Freistellungsphase: Die Person erhält Gehalt, obwohl sie nicht arbeitet

Die Länge der jeweiligen Phasen ist unterschiedlich geregelt und lässt sich teilweise auch individuell vereinbaren. Auch kürzere Auszeiten lassen sich nach diesem Prinzip umsetzen. Bei manchen Arbeitgebern darf die Freistellungsphase auch schon nach der halben Ansparphase erfolgen.

Sabbatjahr in der Praxis

Gründe für ein Sabbatical

Die häufigsten Gründe für ein Sabbatical sind:

  • größere Reisewünsche
  • berufliche Fortbildung
  • Auszeit zugunsten der Familie
  • Auszeit, um die persönliche Situation zu verändern
  • ehrenamtliche Tätigkeiten

Wie bereite ich ein Sabbatical vor?

Ein Sabbatical muss in jedem Fall längerfristig vorgeplant und mit dem Arbeitgeber oder Dienstherrn besprochen werden. Je nach Situation unterscheiden sich jedoch die zu klärenden Fragen:

  • Sabbatical Beamte/ öffentlicher Dienst: Die erwünschte freie Zeit muss zwar angespart werden. Dafür kann man in der freien Zeit aber weiter regelmäßig mit Geld rechnen und genießt auch den vollen Schutz der Kranken- und Sozialversicherungen. Wer reisen will, benötigt eventuell eine Auslandskrankenversicherung.
  • Unbezahlter Urlaub: Wer dies plant, muss vorher wissen, wovon er in dieser Zeit leben will. Das kann Erspartes, ein Erbe oder auch andere Arten von Einkommen sein. Er ist in dieser Zeit auch nicht über den Arbeitgeber kranken- und sozialversichert und muss sich selbst um Alternativen kümmern. Sobald er die Arbeit wieder aufnimmt, wird er auch wieder bei den Versicherungen angemeldet.

Rückkehr in den Job

Im Normalfall wird vorher mit dem Arbeitgeber oder Dienstherrn vereinbart, ob man auf seine alte Stelle zurückkehrt oder an anderer Stelle eingesetzt wird. Rückkehrer müssen damit rechnen, dass sich während ihrer Abwesenheit Dinge verändert haben: Andere sind befördert, Bereiche umstrukturiert worden. Es wird empfohlen, zumindest lose Kontakt zu halten und sich in der Endphase gezielt auf den Wiedereinstieg vorzubereiten.