Erste Bank in Deutschland senkt Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und eine ostdeutsche Genossenschaftsbank haben sich auf die stufenweise Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich geeinigt.
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Erste Bank in Deutschland senkt Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und eine ostdeutsche Genossenschaftsbank haben sich auf die stufenweise Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich geeinigt. Laut ver.di ist dies der erste Abschluss dieser Art bei einer Bank.

In verschiedenen Branchen wird derzeit zwischen den Tarifpartnern über eine Absenkung der Arbeitszeiten verhandelt. Dabei streben die Gewerkschaften eine Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich an. Während eine solche Vereinbarung zum Beispiel zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und dem Bahnunternehmen Netinera getroffen wurde, konnte sich die IG Metall für die nordwestdeutsche Stahlindustrie mit ihren Forderungen nach einer 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich nicht durchsetzen. Die Deutsche Bahn weigert sich aktuell noch, über eine Absenkung der Arbeitszeiten überhaupt zu verhandeln.

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Absenkung der Arbeitszeit in zwei Stufen auf 35 Stunden pro Woche

Etwas anders sieht es im Bankensektor aus. Zumindest gab es jetzt einen Tarifabschluss zwischen einer großen ostdeutschen Genossenschaftsbank und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Diese sieht eine Absenkung der Wochenarbeitszeit in zwei Stufen von aktuell 39 auf dann nur noch 35 Stunden vor – bei vollem Lohnausgleich. Das entspricht einer Lohnerhöhung von 11,4 Prozent. Die Absenkungen erfolgen zum 1. Januar 2024 und zum 1. Januar 2025.

Hinzukommt eine tarifliche Einmalzahlung in Höhe von 2.400 Euro zum 1. Januar. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026.

Eine Vier-Tage-Woche ist allerdings nicht vorgesehen. Im Tarifvertrag ist von eigenverantwortlichen und ergebnisorientierten Lösungen innerhalb der Teams die Rede.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer loben Abschluss

Sowohl Vertreter der Gewerkschaft ver.di als auch des Unternehmensvorstands loben die getroffenen Vereinbarungen und heben vor allem die dadurch gestiegene Flexibilität hervor.

Kürzere Arbeitszeiten und Fachkräftemangel

Über die Wirkung und die Machbarkeit von kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich gibt es unterschiedliche Auffassungen. Von Seiten der Gewerkschaften heißt es dazu meist, dass sich dadurch die Attraktivität der Jobs steigern lasse. Damit sei es leichter, passendes Personal für offene Stellen sowie Auszubildende zu finden. Unternehmen und Vertreter der Wirtschaft argumentieren dagegen mit dadurch entstehenden höheren Kosten sowie mit dem herrschenden Fachkräftemangel. Das bestehende Arbeitspensum sei schon jetzt mit dem bestehenden Personal nicht zu bewältigen. Das werde durch kürzere Arbeitszeiten noch schwieriger.

Erste Abschlüsse in dieser Richtung bieten die Möglichkeit, den Erfolg und die Machbarkeit kürzerer Arbeitszeiten in der Praxis zu testen und zu beobachten. Die daraus resultierenden Erkenntnisse können in zukünftige Tarifabschlüsse einfließen.



Verfasst von Christian Kunz

Christian verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektmanagement, Produktmanagement sowie agiler Projektentwicklung, die er in verschiedenen Unternehmen erworben hat.