Zeitlohn

Zeitlohn Definition

Beim Zeitlohn handelt es sich um eine Art des Arbeitsentgelts, das den Arbeitnehmer auf Grundlage seiner tatsächlich geleisteten Arbeitszeit entlohnt. Als Zeiteinheit fungiert oft die Stunde, woraus sich der gängige Begriff „Stundenlohn“ ergibt.

Anders als beim Leistungslohn berücksichtigt der Zeitlohn nicht die Qualität der Leistung des Arbeitnehmers. Auch die Arbeitsintensität sowie die Quantität der anfallenden Arbeit wirken sich nicht auf die Höhe des Lohns aus. Daraus ergibt sich für den Arbeitgeber das Risiko von Minderleistungen seitens des Arbeiters. Aus diesem Grund bildet diese Art der Vergütung mit Leistungszulage eine häufige Ergänzung.

Das Monatsentgelt ergibt sich beim Zeitlohn aus dem Produkt von geleisteter monatlicher Arbeitszeit und Stundenlohn. Die entgeltlichen Leistungsanreize sind hier gering ausgeprägt. Der Arbeitnehmer erwartet eine durchschnittliche Arbeitsleistung.

Zeitlohn in der Praxis

In der Praxis findet der Zeitlohn vor allem in Branchen und bei Tätigkeiten Anwendung, bei denen die Leistung des Arbeitnehmers nur schwierig bis gar nicht messbar ist. So kommt der Zeitlohn beispielsweise bei Verwaltungstätigkeiten sowie bei der Reparatur und Installation zum Einsatz. Auch bei einem geringen Einfluss des Arbeitnehmers auf die Menge der Arbeit nutzen Arbeitgeber diese Lohnart als Berechnungsgrundlage. Dies ist etwa bei Köchen, Lageristen und Verkäufern der Fall, die regelmäßig mit Leerlauf- und Stoßzeiten konfrontiert sind.

Mitunter erhalten Arbeitnehmer als Ergänzung weitere Zulagen, etwa für Sonntagsarbeit und Nachtarbeit. Bei besonders schweren Tätigkeiten, die unter Umständen sogar mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden sind, kommen Erschwerniszulagen zum Einsatz.

Vorteile des Zeitlohns:

Nachteile des Zeitlohns:

  • kaum Leistungsanreize
  • Leistungsunterschiede zwischen Arbeitnehmern bleiben unberücksichtigt
  • Gefahr der Unzufriedenheit bei leistungsorientierten Arbeitern

Zwar ist der Zeitlohn zunächst keine direkt leistungsorientierte Arbeitsvergütung, da sich die Leistung des Arbeitnehmers nicht umgehend in der Lohnhöhe widerspiegelt. Jedoch teilt der Arbeitgeber den Arbeiter in eine bestimmte Entgeltgruppe ein, mit der festgelegte Ansprüche verbunden sind. Bei Nichteinhaltung dieser Anforderungen droht dem Arbeitnehmer ein schlechterer Lohn und im schlimmsten Fall sogar die Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Auch durch Leistungszulagen ist eine indirekt leistungsbezogene Vergütung möglich. Statische Analysen zeigen, dass der Zeitlohn nach Kaufkraftbereinigung in Deutschland in den vergangenen Jahren gesunken ist.