Digitalisierung im Gesundheitswesen drängt

Was die Digitalisierung im Gesundheitswesen anbelangt, rangiert Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. Dabei bieten digitale Werkzeuge und Prozesse auch und gerade im Gesundheitswesen viele Vorteile.
Digitalisierung im Gesundheitswesen

© deagreez / Adobe Stock

Digitalisierung im Gesundheitswesen drängt

Was die Digitalisierung im Gesundheitswesen anbelangt, rangiert Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. Dabei bieten digitale Werkzeuge und Prozesse auch und gerade im Gesundheitswesen viele Vorteile.

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung vielen Ländern hinterher. Das gilt auch und insbesondere im Gesundheitswesen. Dabei ließen sich durch die konsequente Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie viele Kosten sparen.

Steigende Kosten im Gesundheitssystem

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen jährlich an. Moderne Medizin, aber auch die Veränderungen in der Demographie mit einer alternden Bevölkerung tragen dazu bei. Hinzu kommen Ereignisse wie die noch immer andauernde Corona-Pandemie.

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Betrachtet man die Prozesse und Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen, etwa in manchen Arztpraxen oder Krankenhäusern, trifft man noch immer auf veraltete Technik wie zum Beispiel Faxgeräte. Häufig müssen Rezepte noch persönlich abgeholt werden. Röntgenbilder werden noch immer per Post verschickt, anstatt sie auf elektronischem Wege zur Verfügung zu stellen.

Deutschland bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen europaweit hinten

Andere Länder sind hier schon ein großes Stück weiter. Auf dem sogenannten Digital Health Index führt mit großem Abstand Estland. Dort steht den Patienten zum Beispiel ein elektronisches Gesundheitsportal zur Verfügung. Außerdem gibt es dort die elektronische Patientenakte und das E-Rezept. Auch Dänemark belegt beim Digital Health Index einen der vorderen Plätze. Auch hier gibt es ein digitales Gesundheitsportal.

Dagegen rangieren Ländern wie Polen, Frankreich und Deutschland auf den hinteren Rängen. Deutschland landet auf dem vorletzten Platz. Noch ist die Verfügbarkeit von Digital Health-Anwendungen hier noch sehr gering. Hoffnung besteht in Form der Einführung der elektronischen Patientenakte.

Großes Einsparpotential durch Digitalisierung im Gesundheitswesen

Ein Grund für die nur schleppende Umsetzung der Digitalisierung im Gesundheitswesen besteht darin, dass der Datenschutz im Zusammenhang mit digitalen Diensten in Deutschland kritisch gesehen wird – anders als beispielsweise in Estland oder Dänemark.

Dabei lassen sich durch moderne digitale Technologien im Gesundheitswesen Kosten einsparen, was der in letzter Zeit besonders stark voranschreitenden Kostensteigerung in diesem Sektor entgegenwirken könnte. Eine aktuelle Studie von McKinsey ermittelte ein Einsparpotential von 42 Milliarden Euro pro Jahr – das entspräche etwa 12 Prozent der gesamten jährlichen Gesundheits- und Versorgungskosten in Deutschland.

Insbesondere bei den Leistungserbringern, also den Ärzten und Krankenhäusern, bringt Digitalisierung einen großen Zusatznutzen und damit ein deutliches Einsparpotential. So wird zum Beispiel der Datenaustausch zwischen den an einer Behandlung beteiligten Personen und Einrichtungen durch die Digitalisierung deutlich vereinfacht, wodurch sich Abläufe beschleunigen und Zeit einsparen lassen.

Laut der Studie ergeben sich zum Beispiel die folgenden jährliche Einsparpotentiale:

  • Elektronische Patientenakte: 6,4 Milliarden Euro
  • E-Rezept: 900 Millionen Euro
  • Krankenhausinterne Mitarbeiterkommunikation: 900 Millionen Euro
  • Virtuelle Arztassistenten (künstliche Intelligenz): 800 Millionen Euro.

Diese Punkte können der Kategorie „papierlose Daten“ zugrechnet werden. Deren jährliches Einsparpotential beträgt insgesamt 9 Milliarden Euro jährlich. Hinzu kommen Online-Interaktionen wie Teleberatung mit insgesamt 8,9 Milliarden Euro sowie die Digitalisierung von Arbeitsabläufen mit einem Einsparpotential von 6,1 Milliarden Euro jährlich.

Weitere Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Neben dem Einsparpotential bietet die Digitalisierung im Gesundheitswesen zahlreiche weitere Vorteile. So lässt sich zum Beispiel der Zugang zu Fachärzten verbessern, was insbesondere in ländlichen Regionen mit einer schlechten Gesundheitsversorgung von Bedeutung ist.

Auch die Verknüpfung von modernen Gesundheits-Features wie zum Beispiel sogenannten Wearables, zu denen Fitness-Armbänder und ähnliche Produkte zählen, lässt sich mittels Digitalisierung im Gesundheitswesen nutzen.

Und schließlich kann die Digitalisierung zu attraktiveren Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen führen, indem moderne Arbeitsumgebungen bereitgestellt werden und die Belastung von Fachkräften durch optimierte Arbeitsabläufe reduziert wird. Dazu können zum Beispiel Werkzeuge zur digitalen Dienstplanung oder zur flexiblen Zeiterfassung beitragen. So lässt sich dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenwirken.

Fazit

Durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen lassen sich nicht nur erhebliche Kosten einsparen, sondern verschiedene weitere Vorteile realisieren, von denen sowohl die Patienten als auch die Beschäftigten im Gesundheitswesen profitieren können. Andere Länder zeigen, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen möglich ist und funktionieren kann.



Verfasst von Christian Kunz

Christian verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektmanagement, Produktmanagement sowie agiler Projektentwicklung, die er in verschiedenen Unternehmen erworben hat.