Digitalisierung im Gesundheitswesen: Deutsche sehen Datenschutz weiter kritisch

Obwohl die Digitalisierung im Gesundheitswesen von vielen Deutschen als vorteilhaft angesehen wird, gibt es noch immer Vorbehalte. Diese betreffen vor allem die Weitergabe persönlicher Daten.
Digitale Patientenakte

© Dragana Gordic / Adobe Stock

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Deutsche sehen Datenschutz weiter kritisch

Obwohl die Digitalisierung im Gesundheitswesen von vielen Deutschen als vorteilhaft angesehen wird, gibt es noch immer Vorbehalte. Diese betreffen vor allem die Weitergabe persönlicher Daten.

Insbesondere im Gesundheitswesen hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie wertvoll Digitalisierung sein kann. Statt für ein Rezept in die überfüllte Arztpraxis kommen oder mit Fieber die Sprechstunde besuchen zu müssen, lassen sich diese und ähnliche Dinge ganz einfach online erledigen – wenn es funktioniert.

Für Arztpraxen spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Neben der Möglichkeit, Dienstpläne digital zu erstellen, kommt vor allem der Digitalisierung der Patientendaten eine wachsende Bedeutung zu.

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Eine aktuelle Studie, die von acatech und der Körber-Stiftung durchgeführt wurde, zeigt dennoch eine ambivalente Einstellung der Deutschen gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Auf einer Skala von 0 (gar nicht nützlich) bis 10 (sehr nützlich) konnten die befragten Personen den Nutzen der Digitalisierung im Gesundheitswesen bewerten. Insgesamt lag die Bewertung bei 7,5 Punkten. Das Risiko wurde dagegen nur mit 4,6 Punkten bewertet.

Weitergabe persönlicher Daten wird kritisch gesehen

Kritisch zeigten sich die Befragten vor allem, wenn es um die Weitergabe ihrer Daten in personalisierter oder anonymisierter Form geht. Rund die Hälfte lehnt eine Weitergabe ihrer Daten an private Forschungseinrichtungen ab. Geht es um die Weitergabe ihrer Daten an den Hausarzt, den Facharzt oder ein Krankenhaus, sind jedoch mehr als 80 Prozent der Befragten einverstanden.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass vielfach Unkenntnis darüber herrscht, wer eigentlich auf digitale Patientendaten zugreifen kann. Selbst innerhalb der Ärzteschaft liegt dieses Wissen bei der überwiegenden Mehrheit nicht vor. So wundert es nicht, dass nach wie vor eine große Zurückhaltung an den Tag gelegt wird, wenn es um die digitale Datenhaltung in der Gesundheitsbranche geht.

Skepsis schadet der elektronischen Patientenakte (ePA)

Diese Fragen betreffen auch die Einstellung der Menschen gegenüber der elektronischen Patientenakte (ePA). Immerhin fast die Hälfte der Befragten gab zwar an, diese verwenden zu wollen. Doch knapp ein Viertel kennen das Angebot gar nicht. Die aktuelle Nutzung der ePA liegt gerade einmal bei fünf Prozent. Und rund die Hälfte der Befragten lehnen die ePA ab – entweder wegen Bedenken beim Datenschutz oder weil für sie unklar ist, wer Zugriff auf ihre Daten hat.

Innerhalb der Gruppe der Mediziner ist die Zustimmung für die ePA etwas größer. Knapp 55 Prozent sind der Meinung, dass deren Vorteile die Nachteile überwiegen.

Ärzte genießen nach wie vor großes Vertrauen

Das Vertrauen gegenüber den Ärzten ist trotz der Möglichkeiten, sich online zum Beispiel per Google Online-Diagnosen einzuholen, noch immer hoch. Mehr als 80 Prozent der Befragten halten Diagnosen auf Basis langjähriger Erfahrungen durch Mediziner für sinnvoll. Weitaus geringer ist das Vertrauen in Diagnosen, die auf Datenbanken basieren. Diese befürworten nur etwa 45 Prozent. Sehr kritisch werden Diagnosen auf Grundlage von künstlicher Intelligenz gesehen. Sie werden nur von etwa 27 Prozent der Befragten positiv gesehen.

Online-Recherchen bei Symptomen sind sehr verbreitet

Dem gegenüber recherchieren rund 27 Prozent der Befragten bei gesundheitlichen Beschwerden erst einmal online, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Antworten auf ihre gesundheitlichen Fragen zu erhalten, ist bei den Menschen recht hoch: Etwa 45 Prozent der Befragten gaben an, dazu in der Lage zu sein. 63 Prozent trauen sich sogar zu, die gefundenen Informationen auch bewerten zu können. Diese Zahlen zeigen, dass zumindest manche Menschen ihre eigenen Fähigkeiten sowie die Möglichkeiten zu Online-Diagnosen überschätzen könnten, was im Zweifelsfall bei einem versäumten Arztbesuch kritisch werden kann.



Verfasst von Christian Kunz

Christian verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektmanagement, Produktmanagement sowie agiler Projektentwicklung, die er in verschiedenen Unternehmen erworben hat.