Arbeitsrecht: Gibt es an Ostern einen Feiertagszuschlag?

Nicht nur der Osterhase hat am kommenden Wochenende alle Hände voll zu tun: in manchen Branchen ist Feiertagsarbeit die Regel. Arbeitnehmern stellt sich deshalb immer wieder die Frage: Gibt es an den Osterfeiertagen einen Lohnzuschlag? An allen Tagen? Und wenn nicht, warum?

Wann gibt es einen Lohnzuschlag?

In Deutschland wird ein Lohnzuschlag als Kompensation dafür gezahlt, dass Arbeitnehmer an Zeiten arbeiten müssen, an denen die Meisten frei haben. Die gängigsten Zuschläge sind die für Nachtarbeit (25%), Sonntagsarbeit (50%) und Feiertagsarbeit (ab 125%). Dabei gilt es zu beachten, dass sich Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit nicht addieren lassen. Ein Zuschlag für Nachtarbeit kann je nach Tarif- bzw. Arbeitsvertrag hinzuaddiert werden. Für viele Arbeitnehmer ist der Lohnzuschlag ein willkommener Bonus, da dieser steuerfrei zum Grundlohn für die geleistete Arbeitszeit hinzukommt. Es ist jedoch gesetzlich geregelt, welcher Teil der Zuschläge steuerfrei ist. Wenn der Stundenlohn 50€ überschreitet, ist der Zuschlag nicht steuerfrei.

Zuschläge sind solange steuerfrei, wie sie folgenden Anteil am Grundlohn nicht übersteigen:

  • 25 % für Nachtarbeit (23 Uhr – 6 Uhr)
  • 50 % für Sonntagsarbeit (0 Uhr – 24 Uhr)
  • 125 % für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen am Arbeitsort sowie am 31. Dezember ab 14 Uhr
  • 150 % für besondere Feiertagsarbeiten (24. Dezember ab 14 Uhr, 25. und 26. Dezember und 1. Mai)

Ausnahmen gelten bei Arbeiten, die vor 0 Uhr beginnen:

  • 40 % für Nachtarbeit in der Zeit von 0 Uhr bis 4 Uhr
  • 50 % für Sonntagsarbeit in der Zeit von 0 Uhr bis 4 Uhr, wenn der vorherige Tag ein Sonntag war
  • 125 % für Feiertagsarbeit in der Zeit von 0 bis 4 Uhr, wenn der vorherige Tag ein Feiertag war
  • 150 % für Feiertagsarbeit in der Zeit von 0 Uhr bis 4 Uhr, wenn der vorherige Tag ein besonderer Feiertag war


Das Abrechnungsmodul in Papershift verrechnet automatisch den geltenden Lohnzuschlag.

Ostersonntag – Feiertag oder nicht?

Vorab die wichtigste Information: In Deutschland wird zwischen gesetzlichen und kirchlichen Feiertagen unterschieden. Während an gesetzlichen Feiertagen ein Lohnzuschlag ausbezahlt werden kann, sind kirchliche Feiertage davon nicht betroffen. Da der Ostersonntag in Deutschland ein kirchlicher Feiertag ist, bekommt ein Arbeitnehmer für die Arbeit „nur“ den Sonntagszuschlag. Karfreitag und Ostermontag sind dagegen gesetzliche Feiertage, daher kann hier ein Feiertagszuschlag bezahlt werden.
§ 9 Arbeitsgesetz verbietet die Sonntagsarbeit grundsätzlich. Nach § 10 gibt es jedoch für zahlreiche Branchen Ausnahmen. Diese gelten in erster Linie für Arbeiten, die auch an einem Sonntag notwendig sind. Ein Beispiel dafür wäre die Arbeit in Krankenhäusern oder bei der Feuerwehr.

Besteht ein Anspruch auf Feiertagszuschlag?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Lohnzuschläge gibt es nicht. Dies ging aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 11.1.2006 hervor. Gesetzlich gesehen besteht nach § 11 Arbeitszeitgesetz nur der Anspruch auf einen Ersatzruhetag.
Dies heißt jedoch nicht, dass es automatisch keinen Lohnzuschlag an Ostern geben muss. In den meisten Arbeits- und Tarifverträgen ist geregelt, dass es an Feiertagen einen Lohnzuschlag gibt.

Es gilt: Ob es einen Feiertagszuschlag gibt, kann pauschal nicht beantwortet werden. In den meisten relevanten Branchen wie Krankenhäuser, der Logistik oder dem Sicherheitsdienst werden für die gesetzlichen Feiertage (Karfreitag und Ostermontag) Zuschläge gezahlt. Am Ende entscheiden die Tarif- und Arbeitsverträge.