Nicht jeder Arbeitnehmer kann an einem Feiertag die Füße hochlegen. In zahlreichen Branchen gehört die Arbeit am Feiertag zum Normalzustand und wird anders vergütet als es bei der Arbeit am Werktag der Fall ist. Erfahren Sie mehr zur Feiertagsarbeit und der gesetzlichen Regelung im Arbeitszeitgesetz zu diesem Thema.

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Feiertagsarbeit

Definition: Was bedeutet Feiertagsarbeit?

Die maßgeblichen Leitlinien zur Feiertagsarbeit finden sich im Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Nach § 9 Abs. 1 ArbZG „Sonn- und Feiertagsruhe“ besteht ein Beschäftigungsverbot für Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen von 0 bis 24 Uhr.

Hierfür werden im Arbeitszeitgesetz § 10 ArbZG Ausnahmen für Beschäftigte in den Bereichen:

  • Presse und Nachrichtenagenturen
  • Verkehrsbetriebe
  • Gastronomie, Hotellerie, Freizeitveranstaltungen (Theater, Konzerte, etc.)
  • Wetterdienste
  • Entsorgungsbetriebe
  • Feuerwehr, Not- und Rettungsdienste
  • Sicherheitsdienste
  • Aktionen von Vereinen, Kirchen und Parteien
  • Krankenhäuser und Einrichtungen zur Betreuung, Behandlung und Pflege von Personen
  • Polizei, Bundeswehr, Zoll und Justizvollzug
  • Erholungseinrichtungen und Fremdenverkehr

definiert. Ferner kann bei regelmäßigem Schichtbetrieb der Beginn oder das Ende der Sonn- und Feiertagsruhe um bis zu 6 Stunden verschoben werden. Die 24h-stündige Ruhezeit muss dennoch eingehalten werden.

Ausnahmen bei der Feiertagsarbeit

Für einige Brachen wie Speditionen oder Bäckereien und Konditoreien gibt es darüber hinaus weitere Ausnahmen. Zulässig ist die Arbeit an Feiertagen jedoch auch in den genannten Branchen nur dann, wenn diese nicht an Werktagen möglich ist oder es sich für den Betrieb unzulässige Nachteile ergeben würden.

Arbeitnhemer haben Anspruch auf einen Ersatzruhetag

Aus der Feiertagsbeschäftigung ergibt sich gemäß § 11 Abs. 1 ArbZG der Anspruch der Arbeitnehmer auf mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei bleiben zu dürfen. Zudem muss nach der Feiertagsarbeit, die auf einen Werktag fällt (z.B. Ostermontag), innerhalb von acht Wochen ein Ersatzruhetag vom Arbeitgeber gewährt werden.

Sonn- und Feiertagsruhe in Deutschland

Feiertage sind in Deutschland, bis auf den Tag der Deutschen Einheit, in Landesgesetzen festgelegt. Inwieweit ein Feiertag vorliegt, hängt damit vom konkreten Arbeitsort des Arbeitnehmers ab. Erfahren Sie mehr zu den gesetzlichen Feiertagen in Deutschland und die bundesweite Verteilung von Feiertagen in unserem Artikel Feiertage in Deutschland. Zusätzlich dazu erfahren Sie, wie Sie Feiertage in Papershift abbilden können, um die Abwesenheiten ihrer Mitarbeiter in einem digitalen Urlaubsplaner schnell und einfach zu verwalten.

Feiertagsarbeit in der Praxis

Neben den gesetzlichen Regelungen gibt es häufig Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Festlegungen im Arbeitsvertrag, die den Umfang der Feiertagsarbeit weiter reglementieren bzw. einschränken. Zur Frage „Wie wird Feiertagsarbeit bezahlt?“ gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Daher wird die Höhe des Feiertagszuschlags in der Regel ebenfalls in Tarifverträgen o.ä. geregelt.

Abrechnung Feiertagsarbeit

Bezogen auf die Abrechnung Feiertagsarbeit sind außerdem spezielle steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Regelungen zu beachten. Sofern Feiertagszuschläge gezahlt werden, bleiben diese steuerfrei bis zur Grenze von 125% des Grundlohns. Dieser Grundlohn darf zudem maximal 50 Euro je Stunde betragen.

Eine höhere Grenze (150%) besteht am 1. Mai, Heiligabend ab 14 Uhr sowie am 25. und 26.12.

Ein Zusammenfassen mit der Steuerfreiheit der Sonntagszuschläge ist nicht möglich.

Ein Nachtarbeitszuschlag kann bis zu der für ihn gültigen Obergrenze jedoch steuerfrei zusätzlich durch den Arbeitgeber gezahlt werden.

Die Grenze für die Sozialversicherungsfreiheit beträgt ebenfalls 125% des Grundlohns (mit den Ausnahmen zum 1. Mai und Weihnachten). Allerdings ist der anerkannte Grundlohn in diesem Fall gedeckelt auf 25 Euro je Stunde.

Was passiert wenn man an Feiertagen arbeitet?

Das Arbeiten an Feiertagen ist keine Seltenheit und für viele Branchen unabdingbar. Unter anderem bei der Sicherstellung von abrufbereiten Not- und Rettungsdiensten sowie der Versorgungssituation in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern dürfen auch in solchen Fällen keine Ausnahmen gemacht werden.

Neben der Gewährleistung des Schutzes von Menschenleben sind auch die Veranstaltungsbranche, Gastronomie, Betriebe zur Entsorgung oder Justiz- und Sicherheitsbehörden abhängig von Feiertagsarbeit. Per Arbeitszeitgesetz ist diese zwar grundsätzlich verboten, es werden jedoch zahlreiche Ausnahmen vom Beschäftigungsverbot festgelegt.

Nur, sofern Arbeitgeber und -nehmer nicht im Sinne dieser Regeln agieren, gilt der Verstoß als Ordnungswidrigkeit und zieht eine Geldbuße nach sich. In wenigen Fällen kann die Missachtung auch als Straftat erachtet werden und bis zu einer einjährigen Freiheitsstrafe führen.

Vier häufige Fragen zur Feiertagsarbeit

Ist Feiertagsarbeit genehmigungspflichtig?

Da die Ausnahmen der möglichen Sonn- und Feiertagsarbeit gesetzlich festgelegt sind, muss nicht zwangsläufig eine Genehmigung eingeholt werden. Nur in Fällen, die nicht eindeutig festgelegt sind, sollte die Aufsichtsbehörde zur Bewilligung hinzugezogen werden.

Darunter zählen die Notwendigkeit der ununterbrochenen Beschäftigung aus chemischen oder biologischen Gründen oder längere Arbeitszeiten, falls die Konkurrenzfähigkeit ohne Arbeit an Sonn- und Feiertagen unmittelbar beeinträchtigt würde.

Ist Feiertagsarbeit freiwillig?

Der Arbeitgeber ist laut des Direktionsrechts befugt, die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage nach Ermessen festzulegen. Demnach kann der Arbeitnehmer ohne Zustimmung für die Feiertagsarbeit angewiesen werden. Dagegen sprechen würde nur eine explizite Einschränkung im Arbeitsvertrag. Ein geforderter Ersatzruhetag für das von Feiertagsarbeit betroffene Personal kann auf jeden beliebigen freien Tag gelegt werden.

Wie werden Feiertage bezahlt wenn man arbeitet?

Im Gegensatz zum Ausgleich der zusätzlich geleisteten Arbeit durch Freizeit besteht kein Anspruch auf einen finanziellen Zuschlag bei Sonn- und Feiertagsarbeit. In vielen Tarifverträgen finden sich jedoch gesonderte Regelungen für solche Fälle. Auch eine Klausel im Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung kann einen Anspruch auf Feiertagszuschlag festlegen. Gleiches gilt für die sogenannte betriebliche Übung, also die zusätzliche Vergütung der Sonn- und Feiertagsarbeit über Jahre hinweg.

Welche Arbeiten sind an Sonn- und Feiertagen verboten?

An Feiertagen darf nicht gearbeitet werden, solange die Arbeit nicht im Rahmen einer gesetzlich festgelegten Ausnahme des Beschäftigungsverbotes erfolgt. Mehr zur Sonntagsarbeit erfahren Sie in unserem Artikel Sonntagsarbeit.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.