krankschreibung

Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung Definition

Arbeitnehmer, die erkranken, sollten aus gutem Grund nicht zur Arbeit erscheinen und sich besser zu Hause auskurieren. Zum einen kann ein kranker Arbeitnehmer in der Regel nicht die volle Arbeitsleistung erbringen, zum anderen besteht zudem noch die Gefahr, dass sie/er andere Kollegen ansteckt.

Da Arbeitgeber ein Recht darauf haben, sich die Erkrankung eines Arbeitnehmers von einer unabhängigen Stellen bescheinigen zu lassen, benötigen Arbeitnehmer für eine Krankmeldung eine ärztliche Bescheinigung. Die sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (kurz „AU Bescheinigung“ und umgangssprachlich oft nur „Krankschreibung“ genannt) dürfen Hausärzte, Fachärzte und Zahnärzte ausstellen. Sie dient einem Unternehmen als offizieller Nachweis, dass der betroffene Arbeitnehmer tatsächlich erkrankt ist und nicht zur Arbeit gehen kann.
Auch für Arbeitnehmer hat die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eine rechtliche Bedeutung. Sie ist die Grundlage für die gesetzlich verpflichtende Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber im Krankheitsfall.

Es gibt zwei Varianten der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung:

  • Die Erstbescheinigung: Sie wird ausgestellt, wenn der Arbeitnehmer erstmals innerhalb der letzten sechs Monate an einer Krankheit erkrankt.
  • Die Folgebescheinigung: Sie wird ausgestellt, wenn die Krankheit des Arbeitnehmers über den in der Erstbescheinigung angegebenen Zeitraum hinaus andauert.

Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung in der Praxis

Der erkrankte Arbeitnehmer erhält die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in zweifacher Ausführung. Eine davon ist an dem Arbeitgeber weiterzuleiten, die andere ist der Krankenkasse auszuhändigen.

Zum Schutz des Arbeitnehmers ist die vom Arzt ausgestellte Diagnose nur in der für die Kasse bestimmten Bescheinigung enthalten. Die Diagnose ist in Form eines Codes hinterlegt. Arbeitnehmer, die wissen wollen, was dieser Code bedeutet, können sich auf der Website ihrer Krankenkasse darüber informieren.

Die Firma des Arbeitnehmers erfährt hingegen nicht die ärztliche Diagnose. Dies ist vor allem bei psychischen Erkrankungen eine wichtige Maßnahme, um den Arbeitnehmer vor etwaigen negativen Konsequenzen zu schützen.

Im Zuge des Bürokratieabbaus hat die deutsche Bundesregierung im Gesetz zum Bürokratieabbau eine Neuregelung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beschlossen. Ab dem 1. Januar 2021 soll die bisherige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in DIN-A6 Form der Vergangenheit angehören.

In Zukunft ist geplant, dass nicht mehr der Arbeitnehmer die Krankenkasse und seine Firma über die Arbeitsunfähigkeit informiert, sondern der behandelnde Arzt der Kasse die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten meldet. Diese leitet dann auf digitalem Wege die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Firma weiter. Die genauen Details der praktischen Umsetzung sind bislang noch nicht abschließend geklärt.

Erkrankte Arbeitnehmer müssen laut Gesetz ihrer Firma ihre Arbeitsunfähigkeit unverzüglich mitteilen. Sofern eine Erkrankung länger als drei Tage andauert, muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am darauffolgenden Tag übermittelt werden. Wenn ein Arbeitnehmer beispielsweise am Mittwoch erkrankt und seine Firma am gleichen Tag über seine Arbeitsunfähigkeit informiert, muss er spätestens am Montag die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einreichen.

Neben der genannten gesetzlichen Vorgabe kann die Meldung der Arbeitsunfähigkeit jedoch in einem Arbeits- oder
Tarifvertrag abweichend geregelt werden. Manche Unternehmen schreiben ihren Mitarbeitern vor, dass sie bereits am ersten Tag der Erkrankung einen Arzt aufsuchen müssen, um sich dort offiziell krankschreiben zu lassen. Gleiches gilt auch in Bezug auf die Agentur für Arbeit. Sofern eine Person Arbeitslosengeld bezieht, verlangt die Agentur für Arbeit gegebenenfalls bereits am ersten Tag einen offiziellen Nachweis der Arbeitsunfähigkeit.

Die zügige Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Firma sollten Arbeitnehmer unbedingt ernst nehmen. Im Falle der Nichteinhaltung der gesetzlichen Frist hat ein Unternehmen das Recht, das Geld für die Lohnfortzahlung an ihren Mitarbeiter im Krankheitsfall einzubehalten. Auch eine Abmahnung oder schlimmstenfalls eine Kündigung sind möglich, sofern der Arbeitnehmer nach Aufforderung durch die Firma keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beibringt.