Krankengeld Definition

Ein längerer Krankenhausaufenthalt nach einer schweren Operation oder eine umfangreiche Rehabilitation nach einem Unfall – in vielen Situationen können Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die gute Nachricht ist, dass das deutsche Arbeitsrecht sicherstellt, dass sich die meisten Arbeitnehmer in einer gesundheitlich schwierigen Situation nicht noch zusätzlich um ihre Finanzen sorgen müssen. In den ersten sechs Wochen eines Krankheitsfalls zahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter. Danach übernimmt die Krankenkasse die finanzielle Grundsicherung mit der Zahlung des Krankengeldes.

Einen Anspruch auf Krankengeldzahlung haben alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in folgenden Fällen:

  • Stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine Reha-Einrichtung ohne weiteren Bezug eines Gehalts vom Arbeitgeber.
  • Arbeitsunfähigkeit wegen einer länger als sechs Wochen andauernden Erkrankung.
  • Erkrankung innerhalb der ersten vier Wochen nach Antritt einer neuen Stelle.
  • Länger als sechs Wochen andauernde Erkrankung während des Bezugs von Arbeitslosengeld I.

Ehegatten und Kinder, die im Rahmen der gesetzlichen Familienversicherung mitversichert sind, haben übrigens keinen Krankengeldanspruch. Ebenso sind pflichtversicherte Praktikanten, Studenten und Bezieher von Arbeitslosengeld II vom Krankengeldbezug ausgeschlossen.

Selbständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert haben, haben keinen automatischen Krankengeldanspruch. Sie müssen sich selbst um eine adäquate Absicherung im Krankheitsfall kümmern, wie zum Beispiel mit einem Wahltarif mit Krankengeldanspruch oder über eine private Krankentagegeldversicherung.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist das Krankengeld kein fixer Bestandteil der privaten Krankenversicherung (PKV). Privatversicherte müssen ein separates Krankentagegeld als Bestandteil ihrer Krankenversicherung vertraglich vereinbaren.

Krankengeld in der Praxis

Die Krankengeldhöhe beträgt 70 Prozent des Bruttoeinkommens, höchstens jedoch 90 Prozent des Nettoverdienstes. Je nach steuerlichen Abzügen einer Person wird der niedrigere dieser beiden Werte als Basis angesetzt. Nach Abzug der Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung (Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung) ergibt sich die tatsächliche Höhe der Krankengeldzahlung. Bei der Krankengeldberechnung werden auch Einmalzahlungen (wie beispielsweise Weihnachtsgeld) in den 12 Monaten vor der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Die Krankengeldzahlung erfolgt kalendertäglich für 30 Tage je Kalendermonat.

Die Krankengeldhöhe ist auf maximal 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze begrenzt. Gegenwärtig beträgt die maximale Krankengeldzahlung knapp 3.300 Euro brutto im Monat. Für Gutverdiener kann sich somit eine erhebliche Lücke zwischen dem Gehalt und dem Krankengeld ergeben, die am besten durch eine private Krankentagegeldversicherung geschlossen wird.

In steuerlicher Hinsicht werden Krankengeldzahlungen aus der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung unterschiedlich behandelt. Der Krankengeldbezug aus der GKV ist steuerfrei, wird jedoch in den Progressionsvorbehalt einbezogen. Das bedeutet, dass die Krankengeldzahlung zum versteuernden Einkommen hinzugerechnet wird und der sich dadurch ergebende höhere Steuersatz auf das gesamte Einkommen angewandt wird. Im Unterschied dazu ist die Krankengeldzahlung einer privaten Krankenversicherung steuerfrei und wird nicht in den Progressionsvorbehalt einbezogen.

Gezahlt wird Krankengeld über einen Zeitraum von 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Die Zahlung ist nicht daran gebunden, dass eine Person 78 Wochen am Stück krankgeschrieben ist. Zeiträume der Arbeitsunfähigkeit werden zusammengezählt. Voraussetzung für die Zahlung ist jedoch, dass die Arbeitsunfähigkeit auf demselben, wiederkehrenden Leiden beruht. Tritt eine weitere Erkrankung auf, wird die Leistungsdauer von maximal 78 Wochen nicht verlängert. Sobald ein neuer Drei-Jahres-Zeitraum beginnt und dasselbe Leiden wieder auftritt, kann die erkrankte Person ein weiteres Mal bis zu 78 Wochen Krankengeldanspruch haben.

Verfasst von Sandy Lanuschny

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