Wechselschicht

Wechselschicht Definition

Die Wechselschicht stellt eine besondere Form des Schichtdienstes dar. Sie kommt zum Einsatz, wenn keine fixierten Öffnungs- bzw. Geschäftszeiten existieren, sondern ein durchgängiger Betrieb erforderlich ist. Wechselschichten finden sich deshalb vor allem in Betriebsstätten, die zur Führung eines Rundumbetriebes verpflichtet sind oder diesen freiwillig anbieten.

Das charakteristische Element der Wechselschicht liegt darin, dass sich die Arbeitszeit der Arbeitnehmer nach einem im Voraus erstellten Schichtplan richtet, der regelmäßig wechselnde Arbeitsschichten kennt. Der einzelne Arbeitnehmer wechselt also in bestimmten Abständen zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht. In der Regel wird als Wechselrhythmus ein Zeitraum von einer Woche festgelegt.

Der allgemeinen Definition nach kann allerdings nur dann von einer Wechselschicht gesprochen werden, wenn die betroffenen Arbeitnehmer auch zu Nachtschichten herangezogen werden. Sofern lediglich ein Wechsel zwischen Spät- und Frühschichten stattfindet, liegt lediglich Schichtarbeit vor.

Vor- und Nachteile der Wechselarbeit

Durch die Einführung von Wechselarbeit kann die Erstellung von Dienstplänen erleichtert werden, da sich die zugeteilten Dienste zuverlässig und langfristig berechnen lassen. Außerdem stellt das Modell sicher, dass die verschiedenen Schichten gleichmäßig auf alle Mitarbeiter verteilt werden. Allerdings existieren auch Nachteile. So gilt Wechselarbeit als ein relativ unflexibles Arbeitszeitmodell, da sie voraussetzt, dass ein fester Mitarbeiterstamm gleichzeitig vorhanden und anwesend ist. Sofern es zu bestimmten Arbeitszeiten zu einem erhöhten Arbeitsanfall kommt, kann innerhalb des Modells nur schwierig eine Anpassung erfolgen.

Die Wechselschicht in der Praxis

In der Praxis finden sich Wechselschichten vor allem in den folgenden Branchen bzw. Betrieben:

  • Pflegeeinrichtungen
  • Krankenhäusern
  • Polizei und anderen Sicherheitsbehörden
  • Betriebe mit 24-stündiger Produktion
  • Callcenter und ähnliche Dienstleister

Da Wechselschichten notwendigerweise Nachtschichten voraussetzen, sind die besonderen Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes zu beachten. Dieses sieht in § 6 Abs. 5 vor, dass Tätigkeiten zur Nachtzeit durch einen Zuschlag oder eine angemessene Anzahl bezahlter freier Tage zu entlohnen sind. Hierüber hinausgehende Zuschläge sind gesetzlich nicht vorgesehen, können allerdings auf freiwilliger Basis gezahlt werden. So steht Arbeitnehmern, die Wechselschichten ableisten müssen, nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvÖD) bzw. den kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien ein Anspruch auf eine gesonderte Wechselschichtzulage zu.