Zeitwirtschaft

Zeitwirtschaft Definition

Unter dem Begriff Zeitwirtschaft versteht man im Allgemeinen sämtliche Maßnahmen und Methoden, die eingesetzt werden, um arbeitsbezogene Zeitdaten zu ermitteln, aufzubereiten oder zu nutzen. Dabei bildet sie eine wichtige Grundlage für zahlreiche Formen des Leistungsentgelts. Häufig bezeichnet man die Zeitwirtschaft ebenfalls als Termin- oder Kapazitätsplanung. Ihr Gegenstand ist vor allem die grobe Festlegung aller Termine, die im Bezug zu den Fertigungsaufträgen stehen. Hierbei nehmen vor allem die Start- und Endtermine eine entscheidende Rolle in der Zeitwirtschaft ein. Darüber hinaus umfasst sie ebenfalls sämtliche Termine, die für die Durchführung aller notwendigen Arbeitsgänge erforderlich sind. Diese Planung erfolgt stets im Rahmen der Sekundärbedarfsplanung und berücksichtigt insbesondere die Ecktermine der Aufträge sowie die im Unternehmen zur Verfügung stehenden Kapazitäten. Dabei vollzieht sich die Zeitwirtschaft stets in den folgenden drei wesentlichen Schritten:

  • Kapazitätsplanung
  • Kapazitätsabgleich
  • Durchlaufterminierung

Die Zeitwirtschaft hat insbesondere in produzierenden Betrieben eine enorme Bedeutung. Mithilfe ihrer Methoden kann nicht nur eine optimale Auslastung der im Unternehmen verfügbaren Kapazitäten erreicht werden, sondern ebenfalls ein besseres Zeitmanagement erreicht werden. Auf diese Weise fällt es sowohl Entscheidungsträgern als auch Angestellten deutlich einfacher, die Prioritäten von mehreren Aufgaben richtig einzuschätzen und ein besseres Betriebsergebnis zu erreichen.

Zeitwirtschaft in der Praxis

Die Methoden werden bereits in zahlreichen Unternehmen sowie Organisationen zielführend eingesetzt. Sowohl in Krankenhäusern, Werbeagenturen als auch produzierenden Gewerbebetrieben ist die Zeitwirtschaft bereits zur gängigen Vorgehensweise geworden. In der Regel wird sich hierbei insbesondere auf die Kapazitätsplanung in Abhängigkeit von den Durchlaufzeiten konzentriert. Unter der Durchlaufzeit versteht man die Zeitspanne zwischen dem Eintreffen eines Auftrages und dessen vollständiger Bearbeitung. Hierbei unterscheidet man zwischen der vorgangsbezogenen Durchlaufzeit und der auftragsbezogenen Durchlaufzeit. Die auftragsbezogene Durchlaufzeit ergibt sich dabei aus der Summe aller vorgangsbezogenen Durchlaufzeiten, die für den gesamten Fertigungsprozess benötigt werden.

Um von den zahlreichen Vorteilen profitieren zu können, wird eine korrekte Arbeitszeiterfassung benötigt. Anhand dieser können sämtliche Durchlaufzeiten ermittelt werden, um für spätere Aufträge eine bessere Planbarkeit zu schaffen. Auf diese Weise unterstützt man insbesondere Führungskräfte dabei, einen optimalen Schichtplan zu erstellen, der die im Unternehmen verfügbaren Kapazitäten effektiv nutzt. Aus diesem Grund ist die Zeitwirtschaft stets eine wichtige Voraussetzung, um die Optimierung der Arbeitsprozesse angehen zu können und somit eine effizientere Arbeitsweise zu ermöglichen. Dadurch trägt Sie effektiv dazu bei, den Unternehmenserfolg zu steigern.