Akkordarbeit

Überstunden Definition

Was ist eine Überstunde: Diese fallen an, wenn Arbeitnehmer länger arbeiten als vertraglich vereinbart. Grundlage ist dabei die im Arbeitsvertrag festgelegte wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit. Um Missbrauch zu verhindern, können Überstunden in der Regel nicht einseitig angeordnet werden. Arbeitnehmer dürfen also nicht einfach länger arbeiten als vorgesehen, außer der Arbeitgeber hat Sie dazu angewiesen. Allerdings reicht in solchen Fällen eine mündliche oder stillschweigende Vereinbarung.

In den meisten Fällen ist die Thematik im Arbeitsvertrag, dem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt. Fehlen solche Vorgaben, sind Arbeitnehmer nicht grundsätzlich dazu verpflichtet, Überstunden zu arbeiten. Sie können diese dann einfach ablehnen. Ausnahmen gelten lediglich bei Notfällen und Katastrophen, die der Arbeitgeber nicht vorhersehen konnte. In diesen Fällen greift die sogenannte Treuepflicht des Arbeitnehmers. Kein Grund für verpflichtende Überstunden sind:

  • Ein erhöhtes Auftragsaufkommen
  • Krankheitswelle und Personalknappheit
  • Verzögerungen im Betriebsablauf

Außerdem muss der Betriebsrat angeordneten Überstunden zustimmen. Dabei ist egal, ob diese nur einzelne oder alle Mitarbeiter betreffen. Von Regelungen zu Überarbeit ausgenommen sind aufgrund besonderer Arbeitsschutzbestimmungen:

  • Jugendliche unter 18 Jahren
  • Schwangere und stillende Mütter
  • Schwerbehinderte und Gleichgestellte können sich davon befreien lassen
  • Überstunden in Minijobs sind aufgrund der Verdienstobergrenze nur im begrenzten Rahmen zulässig

Was ist der Unterschied zwischen Überstunden und Mehrarbeit?

Die Begriffe Überstunden und Mehrarbeit werden beinahe synonym genutzt. Die Definition der beiden Begriffe ist aber unterschiedlich. Beides bezeichnet ein Mehr an Arbeitszeit und -aufwand. Überstunden beziehen sich dabei auf die im Arbeits- oder Tarifvertrag vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit. Mehrarbeit fällt hingegen erst dann an, wenn die im Arbeitszeitgesetz getroffenen Regelungen überschritten werden.

Ein Mitarbeiter mit einer vertraglich vereinbarten 36 Stunden-Woche arbeitet an sechs Tagen je sechs Stunden. Arbeitet er nun an einem Tag acht Stunden, fallen zwei Überstunden an, aber keine Mehrarbeit. Im Gegensatz dazu ist Mehrarbeit im Arbeitszeitgesetz streng geregelt. So müssen Arbeitgeber den Arbeitnehmern bei Mehrarbeit laut Arbeitsrecht entsprechenden Ausgleich in Form von Freizeit bieten. Bei Überstunden ist das nicht der Fall. Diese können auch ausbezahlt werden.

 

Überstunden in der Praxis

Wie viele Überstunden sind gesetzlich erlaubt?

Da das Thema gesetzlich kaum geregelt sind, gibt es viele unterschiedliche Vorgehensweisen. Nicht alle davon sind jedoch zulässig. Viele Arbeitgeber versuchen, Überstunden im Arbeitsvertrag als automatisch mit dem Gehalt abgegolten zu definieren. Solche Klauseln sind aber oft rechtlich anfechtbar.

Ebenfalls problematisch ist die Abgeltung von Überarbeit mit Freizeit anstatt zusätzlichem Lohn. Diese Vorgehensweise ist nur dann zulässig, wenn sie im Arbeits- oder Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgehalten. Ansonsten muss der Arbeitnehmer dem Ausgleich durch eine spätere Reduzierung seiner Arbeitszeit zustimmen. Diese kann nicht einseitig vom Arbeitgeber angeordnet werden.

Wie berechnet man Überstunden?

Wie man das Mehr an Arbeitszeit am besten berechnet, hängt von den Details des jeweiligen Tarif- oder Arbeitsvertrags ab. Zu beachten ist dabei, dass der Arbeitgeber ein sogenanntes Weisungsrecht bezüglich der Verteilung der Arbeitszeit hat. Wenn ein Arbeitnehmer üblicherweise von 8 bis 17 Uhr arbeitet (8 Stunden Arbeitszeit inklusive 1 Stunde Pause), entstehen bei der Verlegung der Arbeitszeit auf 10 bis 19 Uhr keine Überstunden. Arbeitet er jedoch von 8 bis 19 Uhr, entstehen zwei Überstunden.

Beim Arbeiten mit Schicht- und Dienstplänen erfolgt die Berechnung meist monatlich. Bei festen Arbeitszeiten kann sie auch täglich bis wöchentlich stattfinden.