Urlaubsanspruch

Urlaubsanspruch Definition

Beim Urlaubsanspruch handelt sich um die Anzahl der Urlaubstage die einem Arbeitnehmer gesetzlich (mindestens 24 Tage im Jahr) oder auch vertraglich (maximal) zustehen. Der Urlaubsanspruch ist im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Der aktuelle und bereits verbrauchte Urlaubsanspruch wird stets auch in der Lohnabrechnung aufgelistet.

Historische Entwicklung:

Für ihren Anspruch auf Urlaub mussten Arbeitnehmer lange kämpfen. Erste gesetzliche Regelungen gab es erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Der Urlaubsanspruch betrug damals gerade mal 3-6 Tage. Den ersten tariflichen oder haben wir den Brauereiarbeitern zu verdanken.

Der Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter, ein Vorläufer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, erstritt drei Tage bezahlten Urlaub für Arbeiter, die mindestens ein Jahr im Betrieb beschäftigt waren.

Immer wieder müssen sich Gerichte mit Streit um den Urlaub befassen. Dabei ist gesetzlicher Urlaubsanspruch im Bundesurlaubsgesetz genau geregelt. Selbst Sonderfälle, wie zum Beispiel bei Kündigung, während der Elternzeit, bei Teilzeit oder bei Kündigung des Arbeitnehmers sind geregelt.

Trotzdem gibt es bei der Berechnung der Urlaubstage immer wieder Probleme. Das Bundesurlaubsgesetz gilt nicht nur für Arbeitnehmer, die in Vollzeit arbeiten, sondern auch bei Teilzeit oder für werdende Mütter während der Schwangerschaft. Selbst bei einem Minijob oder bei Krankheit und Mutterschutz lässt sich der Urlaubsanspruch mithilfe des Bundesurlaubsgesetzes berechnen.

Urlaubsanspruch in der Praxis

  • Für manche Personen sieht der Gesetzgeber mehr Urlaub vor:
  • So erhalten schwerbehinderte Mitarbeiter, die regelmäßig fünf Tage in der Woche arbeiten, fünf zusätzliche Tage Urlaub.
  • Bei Jugendlichen richtet sich der Urlaubsanspruch nach dem Alter.
  • Bis zum 16. Lebensjahr sieht der Gesetzgeber bei einer Fünftagewoche 25 Urlaubstage vor. Unter 17 Jahren sind es 23 zusätzliche Urlaubstage.
  • Bis zum 18. Geburtstag sind es pro Jahr 21 Urlaubstage, wenn eine Fünftagewoche vorliegt.
  • Wichtig ist dabei das Alter am 1. Januar eines Jahres.

Variable Anwendungsfälle: So lässt sich jeder individuelle Urlaubsanspruch einfach in Papershift definieren.

Wie viel Urlaub bekommen neue Mitarbeiter?

Als neuer Mitarbeiter in einem Unternehmen steht dem Arbeitnehmer der volle Urlaub erst nach sechs Monaten zu. Als Termin gilt der Tag, an dem mit der Arbeit begonnen wird. Wann der Vertrag abgeschlossen wurde, spielt für die Berechnung keine Rolle. Während der Probezeit wird der Urlaub jeden Monat anteilmäßig mit einem Zwölftel des Jahresurlaubes berechnet. Dieser Anspruch verfällt auch nach Kündigung durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer nicht.

Ähnlich verhält es sich bei Krankheit. Selbst wenn ein Mitarbeiter das ganze Jahr über krank war, steht ihm sein Urlaub zu. Der Urlaub kann bis zum März des folgenden Jahres genommen werden. Bis März können auch andere Arbeitnehmer ihren Urlaub des vergangenen Jahres nehmen. In Ausnahmefällen können Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Verlängerung vereinbaren.

Gesetzlicher Urlaubsanspruch hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine große Rolle spielt dabei die Frage, wie der Arbeitnehmer beschäftigt wird. Hat er eine Sechstagewoche, dann stehen ihm mindestens 24 Tage Urlaub zu. Bei einer Fünftagewoche sind es mindestens 20 Tage. Bei Arbeitnehmern, die in der Woche regelmäßig nur vier Tage arbeiten, sind es 16 Urlaubstage pro Jahr.

Bei dieser Berechnung handelt es sich allerdings nur um das Minimum, das der Gesetzgeber vorschreibt. In vielen Tarif- oder Arbeitsverträgen werden den Arbeitnehmern mehr Urlaubstage zugesprochen. 30 Tage Jahresurlaub sind keine Seltenheit. Bei Arbeitnehmern mit Teilzeit berechnet sich der Urlaub anteilmäßig.

Urlaubsanspruch für Minijobber

Häufig stellt sich die Frage, wie die Berechnung von Urlaubstagen für Aushilfen oder geringfügig Beschäftigte funktioniert. Die oben bereits genannten gesetzlichen Vorgaben beziehen sich auf Beschäftigte in Vollzeit. Da das Gesetz zur Berechnung des Anspruchs in den 1960er-Jahren verabschiedet wurde, wird eine 6-Tage Woche vorausgesetzt. Für 450-Euro Jobber oder Aushilfen gilt daher: Der Jahresurlaub wird anteilig an den Arbeitstagen im Jahr berechnet. Folgende Formel gilt:

Zahl der Arbeitstage/Woche x 24 : 6 = Urlaubsanspruch in Teilzeit

Beispielrechnung für Teilzeitkräfte mit unterschiedlichen Wochentagen:

  • Urlaubsanspruch bei 3 Tagen die Woche: 3 Werktage x 24: 6 = 12 Urlaubstage
  • Urlaubsanspruch bei 4 Tagen die Woche: 4 Werktage x 24: 6 = 16 Urlaubstage

Ausnahmen bei höherem Urlaubsanspruch für Minijobber

Die oben genannten Zahlen gehen vom gesetzlichen Minimum an Urlaubstagen aus. Durch Tarifverträge können Arbeitnehmer von ihrem Betrieb auch mehr Urlaubstage erhalten. Für 450-Euro Jobs gilt dann ebenfalls diese Regelung. Auch hier wird wieder anteilig berechnet. Gehen wir von einem Betrieb in einer 5-Tage Woche aus, bei dem die Mitarbeiter in Vollzeit 35 Urlaubstage haben und der Mitarbeiter in Teilzeit 3 Tage in der Woche arbeitet, würde man folgendermaßen rechnen: 3 Werktage x 35: 5 = 21 Urlaubstage.

Urlaubsanspruch bei Kündigung

Wir das Arbeitsverhältnis gekündigt und es bestehen noch Urlaubstage, müssen diese laut Gesetz vom Arbeitnehmer genommen werden. Für die Anzahl der Urlaubstage, die dem Arbeitnehmer nach der Kündigung zur Verfügung stehen, ist der 1. Juli bzw. der 31.6 relevant. Erfolgt die Kündigung ab dem 1.7, hat der Arbeitnehmer ein Anrecht auf die gesamte Urlaubszeit. Sollte vorher gekündigt werden, hat der AN pro Monat 2 Urlaubstage gut, die er während der Kündigungsfrist nehmen kann.

Wann verfällt Urlaubsanspruch gesetzlich?

In § 7 Absatz 3 des Bundesurlaubsgesetzes wird die Übertragbarkeit von Urlaub gesetzlich geregelt. Der Übertrag muss in diesen Fällen laut Gesetz aus betrieblichen oder arbeitnehmerspezifischen Gründen genommen werden. Der gebildete Übertrag muss gesetzlich gesehen in den ersten drei Monaten des Folgejahres genommen werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit einer Abmachung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die diese Frist verlängern kann.