Mutterschutz Definition

In der Bundesrepublik Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union steht schwangeren Frauen gesetzlicher Mutterschutz zu. Als Mutterschutz kann die Summe der gesetzlichen Vorschriften bezeichnet werden, die schwangeren Frauen und Müttern einen Sonderstatus verleiht. Der Mutterschutz reicht vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Kindererziehung und durchläuft dabei unterschiedliche Stadien, die der Mutter bzw. der Schwangeren ein wechselndes Schutzniveau verleihen.

Zu den gängigsten Maßnahmen des Mutterschutzes gehören Beschäftigungsverbote, ein besonderer Kündigungsschutz, ein Anspruch auf Entgeltersatzleistungen sowie ein Anrecht auf Elterngeld. Der besondere Schutz der Schwangeren und Mütter erstreckt sich also auf die Bereiche Finanzen, Gesundheit und rechtlicher Status. In Deutschland bildet das Mutterschutzgesetz (MuSchG) die zentrale Rechtsnorm zur Gewährung des Mutterschutzes. Das Gesetz wird durch die Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz sowie weitere Normen ergänzt.

Mutterschutz in der Praxis

In der Praxis stellt sich vor allem die Frage, wann der Mutterschutz greift und welche Folgen er hat. Grundsätzlich umfasst der Mutterschutz in Deutschland:

  • Gesundheitsschutz
  • Kündigungsschutz
  • Sonderfreistellungen und Urlaub
  • Auskunftsverweigerungsrecht bei Einstellungsgesprächen
  • Sonderfinanzleistungen zB. Mutterschaftsgeld

Gesundheitsschutz für werdenden Mütter

Das Mutterschutzgesetz verbietet es Arbeitgebern, in den letzten sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin eine schwangere Frau zur Beschäftigung zu verpflichten. Die Frau kann allerdings freiwillig bis zur Entbindung weiterarbeiten, wenn sie sich ausdrücklich hierzu bereit erklärt. Tut sie dies nicht, so steht ihr gem. § 11 MuSchG dennoch ein Anspruch auf ihr Arbeitsentgelt zu. Der Arbeitgeber muss während des Beschäftigungsverbots mindestens den Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen zahlen. Hierdurch ist gewährleistet, dass sich der Anspruch am Bruttoeinkommen orientiert.
Nach der Entbindung gilt darüber hinaus ein absolutes Beschäftigungsverbot. Acht Wochen nach Beendigung der Schwangerschaft ist es auch bei Einverständnis der Mutter nicht gestattet, diese zu beschäftigen. Auch während dieser Zeit steht der Frau ein Anspruch auf Entgelt zu.

Kündigungsschutz

Schwangere Arbeitnehmerinnen genießen darüber hinaus einen besonderen Kündigungsschutz. Während der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Geburt darf der Arbeitnehmer den Arbeitsvertrag nicht beenden. Voraussetzung dieses Schutzes ist allerdings, dass der Arbeitgeber über die Schwangerschaft der Frau informiert ist. Wird in Unkenntnis der Schwangerschaft eine Kündigung ausgesprochen, so kann die Information bis zu zwei Wochen nach Zugang der Kündigung nachgeholt werden.

Weitere Ausprägungen

Die Schwangerschaft einer Frau geht für das Unternehmen, bei dem sie beschäftigt ist, mit starken Einschnitten einher. Um zu verhindern, dass sich Arbeitgeber weigern, mit einer Schwangeren einen Arbeitsvertrag abzuschließen, steht der Frau ein „Recht zur Lüge zu“. Sie muss die Frage nach der Schwangerschaft nicht beantworten oder darf eine falsche Angabe machen.