Schichtarbeit

Schichtarbeit Definition

Die Schichtarbeit bezeichnet eine Gestaltung der Arbeitszeit, bei der ein Arbeitnehmer zu wechselnden Zeiten des Tages oder der Nacht tätig ist. Die Regelungen der zeitlichen Abläufe sind hierbei nicht beliebig, sondern werden durch die Arbeitszeitgesetze geregelt. Eine einzelne Schicht umfasst in der Regel acht Stunden, sofern in der Betriebsvereinbarung keine anderslautende Vereinbarung getroffen wird.

Schichtarbeit wird vorrangig in drei, je nach Betrieb auch in vier oder fünf Schichten durchgeführt:

  • Frühschicht
  • Spätschicht
  • Nachtschicht
  • Zwischenschicht (betriebsabhängig)

Schichtarbeit findet in Betrieben statt, deren Bedarf andere Arbeitszeitkonzepte vorsieht, als durch eine reguläre Tagesarbeitszeit umgesetzt werden können. Im Dienstleistungssektor wird auf diese Weise eine lückenlose Versorgung gewährleistet. Im Produktionsbereich können kostensparende und effiziente Arbeitsprozesse ermöglicht werden. Ein anderer gebräuchlicher Begriff für Schichtarbeit ist Schichtdienst. Diese Bezeichnung findet vor allem im Öffentlichen Dienst Anwendung.

Wie wird Schichtarbeit entlohnt?

Zusätzlich zu vertraglich vereinbarten Grundvergütung werden häufig SZuschläge bezahlt. Die Höhe ist nicht einheitlich geregelt, sondern basiert auf dem individuellen Arbeitsvertrag und den innerbetrieblichen Regelungen. Für die Berechnung ist die Art des Schichtsystems entscheidend. Das Arbeitszeitgesetz sieht ausschließlich für die Nachtarbeit eine gesetzliche Regelung zur Entlohnung vor.

Schichtarbeit in der Praxis

Bei der Umsetzung von Konzepten der Schichtarbeit sind reibungslose Betriebsabläufe durch einen entsprechenden Schichtplan zu gewährleisten. Das Arbeitszeitgesetz sieht eine Gestaltung der Planung nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen vor. Im Fokus steht die Minimierung schichtbedingter Gesundheitsrisiken für den Arbeitnehmer und eine damit verbundene ergonomische Arbeitsplangestaltung. Gesundheitliche Probleme, die im Zusammenhang mit langjähriger Arbeit in Schichten vorkommen können, sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und Depressionen.

Folgende Schutzkriterien werden von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfohlen:

  1. Schichtpläne sind vorhersehbar zu gestalten.
  2. Nachtschichtphasen sollen so kurz wie möglich gehalten werden.
  3. Nach mehreren Nachtschichten liegen wenigsten 24 Stunden Ruhezeit.
  4. Geblockte freie Tage am Stück sind förderlicher, als häufigere einzelne Tage.
  5. Arbeitnehmerwünsche (biologische Uhr) gilt es bei der Planung zu berücksichtigen.

Hinsichtlich der Dienstplangestaltung gibt es unterschiedliche Schichtarbeit Modelle, die sich an den Erfordernissen der Branche orientieren. Zu den Betrieben, die auf Schichten angewiesen sind, gehören unter anderem Krankenhäuser und Altenheime, Feuerwehr und Polizeidienststellen sowie Fertigungsunternehmen, Callcenter, Medienunternehmen oder Sicherheitsdienste.

Unterschieden werden diskontinuierliche von vollkontinuierlichen Schichtsystemen. Das diskontinuierliche Modell ist ein einfaches Zweischichtsystem, das aus Früh- und Spätschicht besteht und nachts ruht. Beim vollkontinuierlichen System wird inklusive Nachtarbeit rund um die Uhr gearbeitet.