Schichtmodelle

Schichtmodelle beschreiben verschiedene Möglichkeiten der Organisation von Arbeitsschichten in einem tage- oder wochenweisen Schichtplan. Jetzt informieren!
Schichtmodelle zur Organisation von Schichten

Gesundheit, Pflege, Einzelhandel, Sicherheit, Verkehr oder Industrie: Im Rahmen des üblichen achtstündigen Arbeitstages lassen sich viele Betriebe nicht oder nicht wirtschaftlich genug führen. Doch mit Hilfe von einem passenden Schichtmodell ist dies möglich. In unserem Artikel erfahren Sie mehr zur Definition von Schichtmodellen und wie unterschiedliche Schichtmodelle die Erfordernisse verschiedener Betriebe je nach Branche abbilden.

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Definition: Was sind Schichtmodelle?

Unter Schichtmodellen werden verschiedene Möglichkeiten der Organisation von Arbeitsschichten in einem tage- oder wochenweisen Schichtplan verstanden.

Im Rahmen eines Schichtmodells gibt es verschiedene Schichttypen (in der Regel Früh-, Spät- und eventuell Nachtschicht), für die Arbeitskräfte in einem bestimmten Rhythmus eingeteilt werden. Die Arbeitszeiten und freien Tage jedes Mitarbeiters variieren modellabhängig in einem weitgehend regelmäßigen Schichtzyklus – also beispielsweise drei Tage Frühschicht, zwei Tage Spätschicht, zwei freie Tage.

Je nach Schichtmodell sind so verlängerte Betriebszeiten bzw. ein teil- oder vollkontinuierlicher Betrieb möglich, bei dem die Schichten sogar bis zu 24 Stunden am Tag laufen.

Warum gibt es Schichtmodelle?

Viele Branchen und Geschäftsmodelle erfordern Betriebszeiten, die acht bis neun Stunden täglich überschreiten und/oder auch die Wochenenden umfassen. Solche Erfordernisse sind nur im Rahmen von Schichtarbeit im Unternehmen zu realisieren, indem die Mitarbeiter in Schichten arbeiten.

Aus diesem Grund gibt es Schichtmodelle, deren Funktionen die Personaleinsatzplanung in Unternehmen vereinfachen. Die Mitarbeiter arbeiten gemäß einem zuvor erstellten Schichtplan in Schichten, sodass der Betrieb länger als zur normalen Tagesarbeitszeit von 8 Stunden am Stück laufen kann.

Kurz erklärt: Wann spricht man Schichtarbeit und wann von Schichtdienst?

In der Privatwirtschaft spricht man von Schichtarbeit, im öffentlichen Dienst eher von Schichtdienst, wenn mehrere Mitarbeiter zeitlich versetzt am selben Arbeitsplatz eingesetzt werden. Dabei kann es darum gehen, den üblichen Arbeitstag lediglich zu verlängern, oder darum, einen kontinuierlichen Arbeitsbetrieb zu gewährleisten.

Welche gesetzlichen Anforderungen gelten für Schichtmodelle?

Das für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer verbindliche Arbeitszeitgesetz trifft unter anderem folgende Regelungen:

  • Nach §3 ArbzG dürfen Mitarbeiter im Schnitt nicht mehr als acht Stunden täglich beschäftigt werden (das schließt die Möglichkeit einer Verlängerung der werktäglichen Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden ein, sofern diese zeitnah durch entsprechend kürzere Arbeitstage oder freie Tage ausgeglichen wird).
  • Gemäß §5 ArbzG muss nach Arbeitsende eine durchgängige Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen den Schichten gewährt werden.
  • Das grundsätzliche Beschäftigungsverbot für Sonn- und Feiertage ist in bestimmten Branchen (z.B. Not- und Rettungsdienste, öffentliche Sicherheit) gelockert; nach §11 ArbzG müssen jedoch zeitnah Ersatzruhetage gewährt werden und mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei bleiben.
  • §6 ArbzG fordert, dass Arbeitszeiten im Einklang mit arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Nacht- und Schichtarbeit festzulegen sind. Die Schichtsysteme demnach sind auf die körperlichen und psychischen Funktionen des Mitarbeiters anzupassen.

In welchen Branchen sind Schichtdienste üblich?

Schichtarbeit bzw. Schichtdienste sind unter anderem typisch im öffentlichen und privaten Nah- und Fernverkehr, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, für die Tätigkeit bei Polizei oder Wachdiensten.

Auch im Einzelhandel sind Schichtsysteme zunehmend verbreitet, um verlängerte Öffnungszeiten zu realisieren (die meisten Supermärkte sind mittlerweile 14 Stunden täglich geöffnet, viele Bäckereien auch Sonntags).

Eine weitere klassische Domäne des Schichtbetriebs sind produzierende Unternehmen, in denen ein möglichst langer oder sogar kontinuierlicher Betrieb der Maschinen und Anlagen die Wirtschaftlichkeit erhöht. Mit einem passenden Schichtmodell kann folglich 24 Stunden am Tag produziert werden.

Um eine gelungene Schichteinteilung in der Arbeitswoche für die Mitarbeiter zu gewährleisten, gibt es Tools zur Arbeitszeiterfassung, nach der die Schichtplangestaltung ausgerichtet werden kann. Papershift bietet Ihrer Verwaltung passende Lösungen für Ihr Modell.

Welche Schichtmodelle gibt es?

Schichtmodelle können nach der realisierten Betriebszeit wie folgt unterteilt werden:

Vollkontinuierliches Schichtmodell (Früh- Spät- und Nachtschicht)

Ein vollkontinuierliches Schichtmodell ermöglicht einen durchgängigen Betrieb: Es wird an sieben Tagen der Woche 24 Stunden gearbeitet. Der 24-stündige Betrieb wird in der Regel außerdem durch drei tägliche Schichten gewährleistet: Früh-, Spät- und Nachtschicht.

Lesetipp: Was ist eine 24-Stunden-Schicht?

Teilkontinuierliches Schichtmodell (ohne Wochenende)

Von einem teilkontinuierlichen Schichtmodell spricht man, wenn werktags durchgängig gearbeitet wird, aber der Betrieb an den Wochenenden unterbrochen ist. Auch hier ist der Schichtbetrieb üblicherweise in Früh-, Spät- und Nachtschicht organisiert.

Teilkontinuierliches Schichtmodell ohne Nachtarbeit

Teilkontinuierliche Schichtmodelle ohne Nachtarbeit beschreiben Betriebe, in denen nachts nicht gearbeitet wird. Nach §2 Abs. 3 ArbZG ist Nachtzeit die Zeit zwischen 23:00 und 6:00 Uhr, in Bäckereien und Konditoreien von 22:00 bis 5:00. Umfasst die Arbeitszeit mehr als zwei Stunden der Nachtzeit, ist von Nachtarbeit die Rede.

Ein teilkontinuierliches Schichtmodell ohne Nachtarbeit kann bei Bedarf auch den Betrieb am Wochenende einschließen.

Nach der Anzahl der Schichtgruppen lassen sich Schichtmodelle folgendermaßen gruppieren:

Zwei-Schichtmodell

Zweischichtmodelle erlauben eine tägliche Betriebszeit von maximal 16 Stunden ohne Wochenendarbeit.

Ein Zweischichtmodell wird mit zwei Schichtgruppen, also zwei Gruppen von Arbeitnehmern, deren Schichtpläne sich zur gewünschten Betriebszeit ergänzen, realisiert.

Aufgrund der Ruhezeitenregelung, die zwischen zwei Arbeitseinsätzen mindestens elf Ruhestunden vorschreibt, muss jede Schichtgruppe eine Woche lang durchgängig die Früh- bzw. Spätschicht übernehmen; in der folgenden Woche wird gewechselt.

Drei-Schichtmodell

Mit einem Dreischichtmodell kann in Früh-, Spät- und Nachtschicht mit drei Schichtgruppen an fünf Tagen der Woche rund um die Uhr gearbeitet werden, also ein teilkontinuierlicher Betrieb ohne Wochenendarbeit realisiert werden.

Vier oder weitere Mehrschichtmodelle

Soll ein Betrieb in einem kontinuierlichen Schichtsystem betrieben werden, reicht ein Dreischichtmodell nicht aus, da die Beschäftigten der drei Schichtgruppen ihre maximale durchschnittliche Wochenarbeitszeit überschreiten würden. Für den kontinuierlichen Betrieb müssen Vier-, Fünf- oder weitere Mehrschichtsysteme ausgearbeitet werden, um eine kontinuierliche Arbeitsleistung zu gewährleisten.

Die Bezeichnung Vierschichtsystem bedeutet z.B. nicht, dass die tägliche Betriebszeit nun in vier Schichten aufgeteilt wäre, sondern dass der Schichtbetrieb mit vier Schichtgruppen abgedeckt wird, die in vier sich zum kontinuierlichen Betrieb ergänzenden Schichtzyklen arbeiten. Jeder Schichtzyklus umfasst entsprechend Arbeitsschichten (Früh-, Spät- und/oder Nachtschichten) sowie Freischichten, also Arbeits- und freie Tage.

Praxisbeispiel zur Veranschaulichung

Im kontinuierlichen Betrieb ergibt sich eine Gesamtwochenarbeitszeit von 168 Stunden. Bei vier Schichtgruppen à acht Stunden arbeitet jeder Arbeitnehmer wöchentlich 42 Stunden. In einem solchen Beschäftigungsmodell gibt es folglich keinen Spielraum für Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub, da alle Beteiligten ihre maximale Arbeitszeit bereits ausschöpfen.

Wird die Gesamtwochenarbeitszeit auf fünf Schichtgruppen verteilt, arbeitet jeder Arbeitnehmer regulär 33,6 Stunden pro Woche, hat bei einer tariflich vereinbarten Arbeitszeit von 40 Stunden folglich ein Minus auf seinem Stundenkonto und kann gelegentlich noch für einen erkrankten oder verreisten Kollegen einspringen.

Gut zu wissen: Je nach Betrieb und Arbeitsorganisation eignet sich unter Umständen ein anderes Schichtmodell. Daher müssen die Rahmenbedingungen eines Unternehmens stets berücksichtig werden.

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Vor- und Nachteile von Schichtmodellen

Schichtmodelle sind in vielen Branchen alternativlos. Trotzdem haben sie für Arbeitgeber nicht nur Vorteile, sondern auch nennenswerte Nachteile. Für Arbeitnehmer stellen Schicht- und besonders Nachtarbeit erhöhte Belastungen dar – dennoch sehen viele Mitarbeiter in einem Schichtsystem auch eine Reihe persönlicher Vorteile.

Arbeitgeber im Fokus

Welche Vorteile gibt es für Arbeitgeber?

  • Erweiterte oder kontinuierliche Betriebszeiten erhöhen die Produktion und ermöglichen eine weit effizientere Ausnutzung der Produktionsanlagen als die klassische 40-Stunden-Woche.

Welche Nachteile ergeben sich für Arbeitgeber?

  • Der mit der Planung und Organisation eines Schichtsystems verbundene Aufwand ist erheblich.
  • Probleme bei der Koordination aller Interessen können zu unzufriedenen Mitarbeitern und Konflikten mit dem Betriebsrat führen.
  • Der Schichtbetrieb ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, da Nachtarbeit und Sonntagsarbeit mit Zuschlägen gesondert vergütet werden müssen.
  • Ein klassisches Schichtsystem ist vergleichsweise unflexibel. Jedoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Schichtmodelle zu flexibilisieren, um z.B. besser auf Schwankungen der Auftragslage reagieren zu können (siehe auch Arbeitszeitflexibilisierung).

Arbeitnehmer im Fokus

Welche Vorzüge gibt es für Mitarbeiter?

  • Durch die tariflichen Zulagen für Nacht- und Wochenendarbeit bietet Schichtarbeit attraktive Verdienstmöglichkeiten.
  • Manche Arbeitnehmer schätzen Schichtpläne, die unter der Woche Tagesfreizeit ermöglichen.

Welche Nachteile gibt es für Mitarbeiter?

  • Schichtarbeit und insbesondere Nachtarbeit bringt den biologischen Rhythmus durcheinander. Ein unvorteilhafter Schichtrhythmus kann dies zusätzlich begünstigen. Schlafstörungen und gesundheitliche Probleme können somit die Folge sein.
  • Der zyklische Wechsel der Schichten ist nicht ohne weiteres mit dem Wunsch nach einem regelmäßigen Familien- und Freizeitalltag vereinbar. Das kann eine gesunde Work-Life-Balance folglich behindern.
Lesetipp der Redaktion
Wir empfehlen Ihnen unseren Blog Beitrag Schichtarbeit und Gesundheit: So gelingt Taktwechsel anzuschauen, um einen tieferen Einblick in das Thema zu gewinnen.

Schichten und Arbeitszeit mit Papershift abbilden

Die Ausarbeitung von einem effizienten Schichtmodell, das die Interessen aller Beteiligten optimal berücksichtigt, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Egal, ob Sie ganz von vorn anfangen oder Ihr altgedientes Schichtmodell optimieren möchten – Papershift macht das Erstellen vom altbekannten Schichtplan so einfach wie nie zuvor.

Schichtplan mit Papershift digitalisieren

Sie erstellen schnell und einfach Schichten gemäß Ihrem Bedarf und befüllen daraufhin alle Schichten ganz automatisch mit der gewünschten Anzahl an Mitarbeitern. So kommen Sie Schicht für Schicht unkompliziert zum digitalen Einsatzplan, der auch via Dienstplan App abrufbar ist. Darüber hinaus können Sie den Plan beim Schichtplan erstellen mit dem passenden Schichtmodell kombinieren, um eine optimale Schichtplanung zu gewährleisten.

Jede Schicht rechtskonform mit einer Zeiterfassung dokumentieren

Gleichzeitig behalten Sie durch die Zeiterfassung von Papershift die Arbeitszeiten von jedem Mitarbeiter im Blick, sodass die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Tagesarbeitszeit wie von selbst erledigt wird. Die Arbeitsstunden des Arbeitnehmers sind via Arbeitszeitkonten schnell und einfach einsehbar. Somit geht keine Schicht verloren.

Gerne zeigen wir Ihnen anhand einer auf Ihren Anwendungsfall zugeschnittenen persönlichen Software-Demo, welche Möglichkeiten es gibt, jenseits von Excel-Listen und dem altbekannten Stundenzettel komplexe bedarfsoptimierte und mitarbeiterorientierte Schichtplanung inklusive Zeiterfassung zu realisieren.



Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.