Erfolgreiche Umsetzung digitalen Strukturwandels | Teil 2 – mit Klemens Skibicki

Digitaler Strukturwandel aus wirtschaftshistorischer Sicht Skepsis, Sorgen, Ängste: Mit der öffentlichen Reaktion auf den digitalen Strukturwandel wiederholen sich Mechanismen, wie sie sich in der Gesellschaft seit Jahrhunderten beobachten lassen. Digitale Technologien und die Kommunikation über soziale Medien sind neu, doch ähnliche Veränderungen gab es in der Historie immer wieder. Ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt unter anderem, welche Möglichkeiten zur Vernetzung geschaffen wurden. Die Erkenntnisse von damals lassen sich auf...
  • Autor: Sianca Gentner
  • Letzte Aktualisierung: September 28, 2022
  • 4 Minuten
Erfolgreiche Umsetzung digitalen Strukturwandels | Teil 2 – mit Klemens Skibicki

Digitaler Strukturwandel aus wirtschaftshistorischer Sicht

Skepsis, Sorgen, Ängste: Mit der öffentlichen Reaktion auf den digitalen Strukturwandel wiederholen sich Mechanismen, wie sie sich in der Gesellschaft seit Jahrhunderten beobachten lassen. Digitale Technologien und die Kommunikation über soziale Medien sind neu, doch ähnliche Veränderungen gab es in der Historie immer wieder. Ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt unter anderem, welche Möglichkeiten zur Vernetzung geschaffen wurden. Die Erkenntnisse von damals lassen sich auf heutige Modelle der Zusammenarbeit übertragen.

 

 

Die digitale Revolution und ihre Vorgänger

Ein Vorgänger der digitalen Transformation ist die industrielle Revolution. Im 19. Jahrhundert senkten neue Transportmittel wie Eisenbahn und Dampfschiff die Transportkosten. Die Welt vernetzte sich über physische Systeme, über Schienen und über den Seeweg. Heute können wir uns auch digital miteinander vernetzen. Das betrifft die zwischenmenschliche Kommunikation wie auch das Suchen und Finden von Angebot und Nachfrage.

Die digitale Revolution hat mindestens ebenso weitreichende Konsequenzen wie die industrielle Revolution. Die Konstante bei allen technologischen Veränderungen bildet der Mensch. Und der stellt sich damals wie heute nur langsam auf Veränderungen ein. In jedem Zeitalter gibt es Early Adopter, die früh auf neue technologische Entwicklungen aufspringen. Die Gesellschaft im Ganzen braucht allerdings rund zehn bis 20 Jahre, bis sich das Verständnis durchsetzt, dass neue Technologien auch die bisher bekannten Rollen und Prozesse verändern.

Der Mensch neigt dazu, das Gewohnte aufs Neue zu übertragen. Das zeigt sich am Beispiel Auto: Bei den ersten Modellen saß der Motor noch hinten, da sich das Design an der Kutsche orientierte, die vorn Platz für die Pferde brauchte. Erst nach einigen Jahren begann man, Automobile zu bauen, ohne die Pferdekutsche im Kopf zu haben. Ähnlich verhielt es sich, als in den 1990er Jahren das Internet Verbreitung fand. Die alten Rollen von Sender und Empfänger blieben zunächst unverändert. Journalisten, Filmemacher und andere Medienschaffende bauten ihre Websites auf und sandten ihre Informationen in die Welt. Zeitungsleser und Fernsehzuschauer wechselten zwar das Medium, verharrten aber für einige Jahre in der Rolle des Empfängers.

Das veränderte sich erst ab etwa 2004, als soziale Medien wie Facebook begannen, die Grenzen zwischen Sender- und Empfängerrolle aufzuweichen. Was einst als User Generated Content – nutzergenerierter Inhalt – gefeiert wurde, gilt mittlerweile als normal: Internetnutzer kreieren Texte, Musik, Podcasts und Videos und teilen diese über Online-Plattformen wie Twitter, YouTube, Spotify oder TikTok mit anderen Nutzern, die ihrerseits als Sender und Empfänger auftreten.

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Cloud-Software – unverzichtbar für den digitalen Wandel

Neue Modelle zur Kommunikation und Kooperation sind auch in der Arbeitswelt entstanden. Ein Beispiel: Cloud-Software löst On-Premise-Modelle ab. Statt Software im eigenen Netzwerk zu installieren, laufen die Anwendungen auf externen Servern und stehen auf Abruf bereit. Dieses Prinzip nennt sich Software as a Service (SaaS).

SaaS bietet einige Vorteile gegenüber On-Premise-Lösungen:

  • weniger Wartungsaufwand
  • aktuelle Software und regelmäßige Updates
  • schlankere IT-Abteilung durch geringeren Betreuungsaufwand
  • mehr Flexibilität und bessere Skalierbarkeit durch Pay-per-User-Modelle
  • überschaubare Kosten durch Abo-Modelle
  • ortsunabhängiger Zugriff und dezentrale Zusammenarbeit

Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Cloud-Lösungen angekurbelt. Bereits im Jahr 2020 hat rund ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten Cloud-Software eingesetzt. Das zeigt eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Im Vergleich zu 2018 entspricht dies einer Steigerung von elf Prozentpunkten. Der Anteil der Firmen, die kostenpflichtige Cloud-Lösungen nutzen, steigt dabei mit der Unternehmensgröße. Unter den kleinen Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten setzen 24 Prozent Cloud-basierte Software ein, unter den Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten sind es bereits 62 Prozent.

Wie jede neue Technologie weckt auch Cloud-Software einige Bedenken. In Deutschland dreht sich die Diskussion vor allem um den Datenschutz. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass ihnen On-Premise-Lösungen mehr Kontrolle über ihre Daten bieten. Die Corona-Pandemie hat jedoch gezeigt, dass sich aller Skepsis zum Trotz etwas ändern muss, um Mitarbeitern die dezentrale Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Klemens weiß, wie wichtig dieser äußere Zwang aus Change-Management-Sicht ist: „Es gibt nichts Besseres für Veränderungen als: Alle müssen! Der Mensch an sich ist eigentlich träge – und große Organisationen noch träger.“

Der vermehrte Einsatz von Remote- und Home-Office-Lösungen hat ohne Frage auch mehr Sicherheitslücken kreiert. Dennoch führt der Weg nicht mehr zurück zu On-Premise-Lösungen. Allein schon, um für junge Talente interessant zu bleiben, müssen Unternehmen aktuelle Cloud-Software und Modelle für das dezentrale Arbeiten zur Verfügung stellen. Die meisten Unternehmen wissen das, kämpfen aber gegen interne Strukturen.

Zusammenfassung: Digitaler Strukturwandel aus wirtschaftshistorischer Sicht

Mit der digitalen Transformation wiederholen sich Prozesse, die in der Wirtschaftsgeschichte immer wieder aufgetreten sind. Der digitaler Strukturwandel ist daher aus wirtschaftlicher Sicht kein unbekanntes Ereignis. Die Gesellschaft stellt sich nur langsam auf Veränderungen ein und versucht zunächst, bekannte Abläufe auf neue Technologien zu übertragen. Bei der Digitalisierung von Unternehmen betrifft dies unter anderem den Einsatz von Social Media und Cloud-Software. Äußerer Zwang, wie etwa durch die Corona-Pandemie entstanden, wirkt als Treiber für Veränderungen und bringt Unternehmen dazu, neue Modelle für die dezentrale Zusammenarbeit zu entwickeln.

 

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Verfasst von Sianca Maria Gentner

Mit dem Fokus auf Experteninterviews und News aus der HR-Welt liefert Sianca interessante Einblicke in die Kooperationsarbeit von Papershift.