Wie man die innere Kündigung von Mitarbeitern erkennen kann

Wer als Arbeitgeber und Führungskraft die Alarmsignale einer inneren Kündigung rechtzeitig erkennt, kann der Kündigung betreffender Arbeitnehmer vorbeugen.
  • Autor: Christian Kunz
  • Letzte Aktualisierung: September 2, 2022
  • 3 Minuten
Innere Kündigung

© Pro-pictures / Adobe Stock

Wie man innere Kündigung von Mitarbeitern erkennen kann

Mitarbeiter, die bereits innerlich gekündigt haben, vollziehen oftmals wenig später die tatsächliche Kündigung. Wer als Arbeitgeber und Führungskraft die entsprechenden Alarmsignale rechtzeitig erkennt, kann der Kündigung betreffender Arbeitnehmer vorbeugen.

Es ist nicht einfach, die innere Kündigung von Mitarbeitern zu erkennen. Dazu bedarf es einer besonderen Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, die auch die persönliche Ebene einbeziehen sollte.

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Wer als Führungskraft Warnsignale für eine innere Kündigung eines Mitarbeiters wahrnimmt, sollte schnell reagieren und das Gespräch suchen. Auf diese Weise lassen sich mögliche Ursachen ermitteln und Gegenmaßnahmen einleiten. Alleine die Aufmerksamkeit der Führungskraft gegenüber ihrem Mitarbeiter kann für diesen ein positives Signal sein und Wertschätzung vermitteln.

Wie lässt sich die innere Kündigung von Mitarbeitern erkennen?

Doch wie genau lässt sich die innere Kündigung von Mitarbeitern erkennen? Es gibt verschiedene Symptome und Alarmsignale, auf die Führungskräfte achten sollten:

Kommt es zu einem plötzlichen Rückgang an Eigeninitiative, und zeigt sich der Mitarbeiter weniger motiviert, sollte das zu denken geben. Das gilt insbesondere dann, wenn der Mitarbeiter zuvor besonders engagiert war.

Auch eine plötzlich fehlende Zuverlässigkeit kann ein Zeichen für innere Kündigung sein. Kommt ein Mitarbeiter, der zuvor stets pünktlich war, auf einmal zu spät in Besprechungen, hält er zugesagte Liefertermine nicht ein, oder kümmert er sich nicht um vereinbarte Aufträge, sollte das aufhorchen lassen.

Auch das soziale Engagement von Mitarbeitern kann Hinweise auf eine innere Kündigung sein. Beispiel Firmenfeiern: Hält sich ein Mitarbeiter plötzlich von solchen Veranstaltungen fern, obwohl er früher immer von Anfang bis Ende dabei war? Tauscht sich ein Mitarbeiter auf einmal nicht mehr mit seinen Kollegen aus und geht zum Beispiel nicht mit in die gemeinsame Kaffeepause? Hier können auch Kollegen Hinweise auf ein plötzlich geändertes Verhalten liefern.

Auch die Häufigkeit von Krankmeldungen kann ein Indiz dafür sein, dass ein Mitarbeiter innerlich bereits mit dem bestehenden Arbeitsverhältnis abgeschlossen hat. Ist ein Mitarbeiter, der früher keinerlei Fehltage aufwies, plötzlich in regelmäßigen Abständen krank, sollte das beobachtet werden. Natürlich kann es dafür natürliche Gründe geben. Doch gibt es durchaus Muster, die besonders ins Auge fallen – etwa dann, wenn ein Mitarbeiter besonders häufig montags oder freitags krank ist.

Ein klassisches Signal für die innere Kündigung ist Dienst nach Vorschrift. Darunter ist zu verstehen, dass ein Mitarbeiter nur das Nötigste unternimmt, um seinen Pflichten gerecht zu werden – aber nicht mehr. Das zeigt sich dann zum Beispiel an fehlender Qualität der abgelieferten Ergebnisse.

Was kann die Führungskraft unternehmen, wenn sie Anzeichen für eine innere Kündigung erkennt?

Damit der inneren Kündigung nicht die tatsächliche Kündigung folgt, kommt es auf eine schnelle Reaktion der Führungskraft an. Umso früher die beschriebenen Signale erkannt werden, desto größer ist die Chance, den Mitarbeiter abzuholen und ihm ein besseres Gefühl seinem Job gegenüber zu vermitteln.

Dazu ist es vor allem wichtig, auf die Mitarbeiterzufriedenheit zu achten. Dazu können zum Beispiel regelmäßige Mitarbeitergespräche beitragen. Darin sollte es nicht nur um Themen gehen, welche direkt die Arbeit betreffen, sondern auch um Persönliches – sofern der Mitarbeiter das wünscht. Es geht vor allem um die Vermittlung von Wertschätzung gegenüber dem Mitarbeiter.

Das Unternehmen muss eine Feedbackkultur etablieren, die Raum für offene Kommunikation lässt. Es muss eine Atmosphäre geschaffen werden, in denen die Mitarbeiter bereit sind, über ihre Probleme zu sprechen, so dass sie diese nicht mit sich selbst ausmachen müssen.

Auch die von den Mitarbeitern ausgeführten Tätigkeiten können eine Rolle bei der Vorbeugung einer inneren Kündigung spielen. Die Mitarbeiter müssen die Möglichkeit erhalten, bei Bedarf andere Aufgaben zu übernehmen, sollten sie mit ihrer aktuellen Tätigkeit nicht mehr zufrieden sein. Ein interner Wechsel ist für das Unternehmen allemal besser, als wenn der Mitarbeiter sich für einen Wechsel in ein anderes Unternehmen entscheidet.

Fazit

Besonders angesichts des bestehenden Fachkräftemangels ist es für Unternehmen von großer Bedeutung, qualifizierte Mitarbeiter zu halten. Dazu ist es wichtig, auf die Mitarbeiterzufriedenheit zu achten.

Oftmals geht der tatsächlichen Kündigung eines Mitarbeiters die innere Kündigung voraus. Führungskräfte können dies anhand verschiedener Warnsignale erkennen. Das Erkennen von und das Gegensteuern zur inneren Kündigung sollte für jedes Unternehmen elementarer Bestandteil des Retention Managements sein.

 



Verfasst von Christian Kunz

Christian verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektmanagement, Produktmanagement sowie agiler Projektentwicklung, die er in verschiedenen Unternehmen erworben hat.