Job Enrichment ist eine wirkungsvolle Maßnahme zur Personalentwicklung. Es unterstützt Arbeitnehmer dabei, beruflich und persönlich zu wachsen. Job Enrichment schenkt Positionen im Unternehmen mehr Bedeutung und gibt die Möglichkeit, das volle Potenzial im Rahmen der Tätigkeit auszuschöpfen. Es stärkt Selbstvertrauen und Mut zum Erfolg.

Dieser Beitrag zeigt neben Vorteilen und Nachteilen dieser Maßnahme, warum Job Enrichment so wichtig ist und wie Unternehmen es am besten umsetzen können.

Job Enrichment als Instrument zur Personalentwicklung

Definition: Was ist Job Enrichment?

Job Enrichment bedeutet ins deutsche übersetzt Arbeitsbereicherung. Es handelt sich hierbei um eine strategische Personalentwicklungsmaßnahme, die darin besteht, Mitarbeitern neue Aufgaben zu übertragen. Dabei ist es wichtig, dass neue Aufgaben ein höheres Anforderungsniveau aufweisen und mehr Verantwortung erfordern. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Arbeitnehmer nicht unterfordert werden und ihre Motivation bei der Arbeit nicht verlieren.

Die besagte Maßnahme zur Personalentwicklung geht zurück auf Frederick Herzberg und seine Zwei-Faktoren-Theorie, die erstmal im Jahr 1959 präsentiert wurde. Sie besagt, dass Unternehmen verschiedene Möglichkeiten nutzen sollten, um die Motivation bei Angestellten ständig zu fördern. Es sind vor allem Motivatoren und Hygienefaktoren bei der Steigerung der Motivation am Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Die Form der Motivation für Mitarbeiter hängt von der Unternehmenskultur ab.

Unterschied zu Job Rotation und Job Enlargement

Job Enrichment ist mit zwei weiteren Begriffen, dem von Job Rotation und dem von Job Enlargement, eng verknüpft. Unter Job Rotation versteht man einen generellen Wechsel von Aufgaben, die zum einem höhere Anforderungen und Kenntnisse erfordern, zum anderen innerhalb der gleichen Anforderungsstufe übertragen werden.

Ist der Wechsel von Aufgaben mit höheren Anforderungen verbunden, spricht man von der vertikalen Umstrukturierung, auch als Job Enrichment bezeichnet. Teilt das Unternehmen seinen Angestellten neue Aufgaben innerhalb der gleichen Anforderungsstufe zu, erfolgt die horizontale Umstrukturierung, auch Job Enlargement genannt.

Vorteile von Job Enrichment für Arbeitgeber

Unternehmen profitieren von der Arbeitsbereicherung auf verschiedene Art und Weise. Drei wichtige Vorteile sind:

  • Das Konzept vermittelt Mitarbeitern ein positives Bild des Unternehmens, das heute über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Ein gutes Image hilft dem Unternehmen auch dabei, das Vertrauen aufzubauen und seine Arbeitgebermarke (engl. Employer Brand) nachhaltig zu stärken.
  • Job Enrichment fördert nicht nur die Zufriedenheit am Arbeitsplatz, sondern auch die Mitarbeiterbindung ans Unternehmen. Damit einhergehend ist es ein wirkungsvolles Instrument, um einerseits die Mitarbeiterfluktuation zu senken und andererseits die Rekrutierung hoch qualifizierter Fachkräfte zu optimieren.
  • Job Enrichment kann dem Boreout vorbeugen. Angesprochen ist hier der Zustand einer ständigen Unterforderung, die besonders auf langjährige Mitarbeiter demotivierend wirkt und zur Abwanderung führen kann. Die Aufgabenbereicherung hilft dabei, motivierte Top-Talente im Unternehmen zu behalten.

Vorteile von Job Enrichment für Angestellte

Job Enrichment leistet ebenfalls einen positiven Beitrag zur beruflichen und persönlichen Entwicklung von Mitarbeitern, auch als Laufbahnplanung bekannt.

  • Besagte Maßnahme stärkt die Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung des Mitarbeiters. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich Fachkräfte motiviert fühlen, wenn sie die Arbeitsgestaltung selbst in die Hand nehmen. Ferner führt ihre Motivation zur höheren Arbeitsproduktivität.
  • Job Enrichment bietet eine großartige Gelegenheit zur Erweiterung der fachlichen Kompetenzen und zur Weiterentwicklung. Gleichzeitig kann die Aufgabenbereicherung im bisherigen Tätigkeitsbereich die eigene Karriere ankurbeln und neue Perspektiven für die berufliche Zukunft schaffen.
  • Das Konzept fördert auch die persönliche Entwicklung des Mitarbeiters, der durch die Arbeitsbereicherung den eigenen Horizont erweitern und neue Erfahrungen sammeln kann. Nur Menschen, die dazu bereit sind, etwas Neues auszuprobieren und daraus zu lernen, erzielen persönliche Erfolge.

Beispiele aus der Geschäftspraxis

Job Enrichment lässt sich flexibel einsetzen und in verschiedene Bereiche des Unternehmens integrieren. Daher bedarf diese Maßnahme zur Personalentwicklung keiner Umstrukturierung auf Unternehmensebene. Anbei drei Beispiele für den praktischen Einsatz der Personalentwicklungsmaßnahme:

Produktion

Herr Klaus ist ein erfahrener Tischler. Seit zwölf Jahren arbeitet er in der Schreinerei eines Möbelhauses, wo er für die Produktlinie „Holzkommoden“ zuständig ist. Im Rahmen von Job Enrichment wird er zum Schichtleiter, der mehr Verantwortung bekommt. Von nun an beaufsichtigt Herr Klaus die Produktion von Holzkommoden und hat zur Aufgabe, deren Qualität sicherzustellen. Bevor er eine neue Rolle übernommen hat, musste er eine interne Führungskräfteschulung erfolgreich absolvieren.

Marketing

Frau Birgit arbeitet seit fünf Jahren als Marketingreferentin in einem Autoherstellungsunternehmen. Ihre Tätigkeiten umfassen Betreuung von Messeauftritten, Pflege von Social Media Aktivitäten und Erstellung von Präsentationen. Durch Job Enrichment wird Frau Birgit zur Teamleiterin, die mehr Entscheidungsfreiheit genießt. Sie kann zum Beispiel Lösungen für PR vorschlagen und Themen für Social Media Beiträge auswählen. Zudem koordiniert sie die tägliche Arbeit ihres Drei-Personen-Teams.

Vertrieb

Herr Peter ist ein Vertriebsmitarbeiter in einer Versicherungsagentur. Seit acht Jahren beschäftigt er sich mit der Kaltakquise in mehreren Stadtbezirken, wo er Versicherungsprodukte mit maßgeschneiderten Varianten effektiv verkauft. Für seine langjährigen Erfolge mit der Kundengewinnung wird Herr Peter belohnt. Im Rahmen von Job Enrichment wird er zum Key Account Manager. Seine neue Aufgabe besteht darin, einen ausgewählten Kundenkreis zu betreuen und langfristige Beziehungen aufzubauen.

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Tipps zur Umsetzung von Job Enrichment

Wie alle Maßnahmen zur Personalentwicklung erfordert auch diese Maßnahme eine gut durchdachte Strategie und einen Plan. Häufig bildet Job Enrichment einen integralen Teil von Performance Management, in dem mögliche Entwicklungspfade für Angestellten gefunden werden. Diese Tipps helfen bei der praktischen Umsetzung:

  1. Beim Job Enrichment sollten individuelle Bedürfnisse von Angestellten im Vordergrund stehen. Nur dann kann gewährleistet werden, dass Mitarbeiter mit Freude und Engagement ihre neuen Aufgaben erfüllen.
  2. Das Anforderungsniveau von neuen Aufgaben muss den Fähigkeiten und dem Potenzial der Person entsprechen. Ist dies nicht der Fall, kann sich ein Mitarbeiter weiterhin beruflich unterfordert und gelangweilt fühlen.
  3. Es ist wichtig, dass ein Mitarbeiter mit seiner neuen Tätigkeit und Verantwortung nicht allein gelassen wird. Deshalb sollte ein interner Mentor jederzeit, wenn es sinnvoll erscheint, mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Mögliche Herausforderungen und Nachteile

Auch wenn Job Enrichment viele Vorteile mit sich bringt, funktioniert es nicht bei allen Angestellten. Wie bei allen Maßnahmen gibt es auch hier Nachteile.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Bereitschaft und das Interesse an der Arbeitsbereicherung im Vorfeld zu prüfen. Fühlt sich ein Mitarbeiter nicht dazu bereit, neue Tätigkeiten und mehr Verantwortung zu übernehmen, kann diese Maßnahme zur Personalentwicklung schnell demotivierend wirken.

Es kann ebenfalls passieren, dass bei Angestellten berufliche oder persönliche Kompetenzen fehlen, die zur zufriedenstellenden Erledigung neuer Aufgaben erforderlich sind. Wenn ein Mitarbeiter nicht in der Lage ist, fachliche Anforderungen zu erfüllen, schlägt Job Enrichment in eine Überlastung um. Es bedeutet auch hohe Weiterbildungskosten für ein Unternehmen.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.