Saisonarbeit

Saisonarbeit Definition

Bei Saisonarbeit handelt es sich um Tätigkeiten, die nur zu einer bestimmten Jahreszeit anfallen. Als Beispiel kann etwa die Ernte genannt sein. Aufgrund der unumgänglichen Abhängigkeit von äußeren Faktoren führt die Saisonarbeit zu immer wiederkehrenden zeitlich befristeten Arbeitsspitzen. Während dieser Hochzeit kommt es zu einem ansteigenden Bedarf an Arbeitskräften mit einer entsprechenden Anzahl befristeter Neuanstellungen.

Menschen, die saisonal anfallende Tätigkeiten übernehmen, werden als Saisonarbeiter bezeichnet. Ihre Beschäftigung ist auf eine konkrete Saison befristet. Hierdurch ist es den Arbeitgebern möglich, auf das schwankende Arbeitsvolumen zu reagieren. Rund 90 % der Saisonarbeiter der Bundesrepublik Deutschland sind im land- und forstwirtschaftlichen Bereich angestellt. Darüber hinaus ist die Saisonarbeit allerdings auch im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie bei Schaustellern üblich.

Das Spektrum der Saisonarbeit ist breit. Die kurzfristig Beschäftigten können sowohl einfache Hilfstätigkeiten als auch anspruchsvolle Arbeiten durchführen. Bei den meisten Betrieben (insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft) wird nach einem Schichtplan gearbeitet. Die Bezahlung erfolgt in der Regel nach einem Tarifvertrag, den Vertreter der Arbeitgeberbranche mit Vertretern der Arbeitnehmer (z. B. Gewerkschaften) abschließen. Der in Deutschland seit dem 1. Januar 2015 geltende Mindestlohn muss auch bei der Einstellung von Saisonarbeitern beachtet werden. Je nach Lage des Einzelfalls kann auch die Bundesagentur für Arbeit den Saisonarbeitern zusätzliche Leistungen (z. B. eine Aufstockung des Arbeitslosengelds) gewähren.

Saisonarbeit in der Praxis

In der Praxis wird Saisonarbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorwiegend von Menschen aus Osteuropa durchgeführt, die im Wege der Arbeitnehmerfreizügigkeit in die jeweiligen Gastländer gelangen. In der Bundesrepublik Deutschland stammen ca. 80 % der saisonal Beschäftigten aus Polen. Durch die EU-Osterweiterung kommen zudem verstärkt Rumänen hinzu. Versuche, Deutsche vermehrt hierher zu vermitteln, gingen regelmäßig ins Leere.

Saisonarbeit kommt in der Praxis vor allem in den folgenden Branchen vor:

  • Land- und Forstwirtschaft (insbesondere Ernthelfer)
  • Hotellerie
  • Gaststättengewerbe
  • Handwerk und Baugewerbe
  • Vergnügungsgewerbe

Von großer Bedeutung ist außerdem, dass nur für die Saisonarbeit beschäftigte Aushilfen beitrags- und versicherungsfrei sein können. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Einsatz der Beschäftigten auf eine Höchstdauer von zwei Monaten beschränkt bleibt. Maßgeblich ist zudem, dass an lediglich fünf Tagen gearbeitet wird. Wenn weniger als fünf Tage gearbeitet wird, ist auch eine Verlängerung des beitragsfreien Zeitraums möglich. Liegen diese Voraussetzungen vor, ist außerdem eine Eingruppierung als kurzfristige Beschäftigung möglich.