Warum sich das Büro mehr wie ein Café anfühlen sollte

Wer seine Mitarbeiter zur Rückkehr ins Büro zwingt und dabei nicht auf ihre Bedürfnisse achtet, läuft Gefahr, sie zu verlieren. Kaum ein Unternehmen kann sich dies in Zeiten von Fachkräftemangel leisten.
Arbeitsplatz als Café

Warum sich das Büro mehr wie ein Café anfühlen sollte

Wer seine Mitarbeiter zur Rückkehr ins Büro zwingt und dabei nicht auf ihre Bedürfnisse achtet, läuft Gefahr, sie zu verlieren. Kaum ein Unternehmen kann sich dies in Zeiten von Fachkräftemangel leisten. Warum also nicht Bedingungen im Büro schaffen, die als Anreiz für eine Rückkehr an den Arbeitsplatz dienen?

Viele Unternehmen haben inzwischen damit begonnen, ihre Mitarbeiter zurück ins Büro zu holen. Unter dem Motto „Back to Work“ wird eine zumindest teilweise Anwesenheitspflicht wiedereingeführt. Google und Apple sind prominente Beispiele dafür, dass ein Zwang zur Rückkehr ins Büro zu Unmut in der Belegschaft führen kann. Und längst haben sich Diskussionen zur Frage entsponnen, ob es überhaupt Pflichttage im Büro geben sollte.

Dabei gilt es für die Unternehmen, Fingerspitzengefühl zu zeigen und die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter ernst zu nehmen. Immerhin konnten diese in den letzten beiden Jahren durch Homeoffice und Remote Work ihre Arbeits- und Freizeit flexibel aufeinander abstimmen, und das vielfach bei einer gesteigerten Produktivität. Ihnen das einfach wieder wegzunehmen, ohne dabei auf die passende Kommunikation zu achten, kann für die Unternehmen zu einer hohen Fluktuation führen – und das in Zeiten von Fachkräftemangel und starkem Wettbewerb am Arbeitsmarkt.

Die Zahl der Unternehmen, die flexible Arbeitsbedingungen und Homeoffice anbieten, und damit der Anteil der im Homeoffice arbeitenden Beschäftigten sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Arbeiteten laut Statista vor der Coronakrise nur etwa vier Prozent der Arbeitnehmer im Homeoffice, waren es im Januar 2021 bereits 24 Prozent. Laut einer Umfrage der IHK Berlin gaben 65,8 Prozent der Unternehmen an, seit der Corona-Krise verstärkt im Homeoffice zu arbeiten.

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Ein kleines Willkommensgeschenk bei der Rückkehr ins Büro reicht nicht aus

Wer hier als Arbeitgeber nicht mitzieht, hat schnell das Nachsehen. Ein Zwang zur Rückkehr ins Büro dürfte auch dann nicht gut bei den Beschäftigen ankommen, wenn er mit Anreizen wie einem Willkommensgeschenk, zusätzlichen Besprechungsräumen oder kostenlosen Massageangeboten versüßt wird. Worum es gehen muss: Es darf kein Zurück zur Arbeitsweise vor der Pandemie geben. Dafür hat sich in den vergangenen Jahren einfach zu viel verändert. Die neue Rolle des Büros muss vielmehr darin bestehen, Möglichkeiten für die Mitarbeiter zu schaffen, die sie gerne und freiwillig in Anspruch nehmen.

Um dies zu erreichen, bedarf es einer durchdachten Kommunikation mit den Beschäftigten. Es sollte vermittelt werden, dass die hinzugewonnene Flexibilität gewahrt bleibt. Den Mitarbeitern muss klar sein, dass ihre Werte und Vorstellungen ernstgenommen werden und dass die Anwesenheit im Büro in ihrem eigenen Interesse ist.

Damit die Mitarbeiter dies akzeptieren, müssen verschiedene Voraussetzungen gegeben sein wie zum Beispiel

  • Zeitpläne und Besprechungstermine, die sich mit der Planung aller Beteiligten vereinbaren lassen
  • Schaffen von Arbeitsräumen,  in denen die Mitarbeiter eigene Entscheidungen treffen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen
  • Ein Klima des Miteinanders zwischen den Beschäftigten sowie zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, das von Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung anstelle von Misstrauen getragen wird.

Volle Cafés trotz Corona zeigen, wie es funktionieren kann

Es hat sicherlich seine Gründe, dass trotz der nach wie vor hohen Infektionsraten und der Angst vor Ansteckung die öffentlichen Cafés gut besucht sind. Warum sich die Menschen dem Risiko einer Infektion aussetzen, ist klar: Sie genießen das Leben und das Miteinander sowie die soziale Interaktion mit anderen Menschen. Wenn das Büro ebenfalls solche Anreize bieten kann, bietet das Chancen, dass Beschäftigte zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Büro verbringen, und das gerne und aus freien Stücken, weil sie die Vorteile erkennen.

 



Verfasst von Christian Kunz

Christian verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektmanagement, Produktmanagement sowie agiler Projektentwicklung, die er in verschiedenen Unternehmen erworben hat.