Was Mitarbeiter über die agile Transformation denken! 

Mit Hilfe einer Studie wurde die Meinung von Mitarbeitenden zum Thema agile Transformation erfragt. Aus der Studie gehen drei große Erkenntnisse hervor.
Agile Transformation

© lexiconimages / Adobe Stock

Was Mitarbeiter über die agile Transformation denken! 

Eine aktuelle Umfrage deckt auf, wie Arbeitgeber wirklich ein agiles Arbeitsumfeld schaffen können.

Die meisten Unternehmen sind noch dabei, die agile Transformation einzuführen. In manchen Teams gibt es tatsächliche Durchbrüche, in anderen wurde nur die Sprache an die agile Transformation angepasst, der tatsächliche Veränderungsprozess blieb aber bisher aus. Doch was ist die agile Transformation eigentlich?

Was versteht man unter agiler Transformation?

Per Definition versteht man darunter Veränderungen innerhalb eines Unternehmens auf Prozess-, Struktur- und Kulturebene, die es ermöglichen sollen, schnell auf Wandlungen in der Umwelt des Unternehmens zu reagieren. Nur so kann das Ziel einer agilen Organisation erreicht werden.

Um aufzudecken, warum etwa 70% der versuchten Transformationen fehlschlagen führte die Boston Consulting Group eine Umfrage durch. Befragt wurden über 11.500 Mitarbeiter aus mehr als 40 Firmen und 15 Branchen.

Drei Erkenntnisse zu agiler Transformation stechen besonders hervor

Aus dieser Untersuchung stechen drei Ergebnisse besonders heraus. Erstens, erfolgreiche agile Unternehmen sind lernende Unternehmen. Sie ruhen sich nicht auf vergangenen Erfolgen und Erkenntnissen aus. Fast neun von zehn der Befragten aus agilen Firmen gaben an, dass Fehlschläge und die daraus gewonnenen Erkenntnisse anerkannt und gefördert würden.

Zweitens es werden Daten genutzt, um zu lernen. Agile Organisationen nutzen alle verfügbaren Daten um die Priorisierung der Aufgaben zu gestalten und zur Messung des Erfolgs. Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass knapp die Hälfte der Befragten keine Möglichkeit haben, die Kundenzufriedenheit zu messen. Bei der Kundenzufriedenheit handelt es sich um eine essentielle Kennzahl, mit der die Effektivität des Teams gemessen werden kann.

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Die dritte Erkenntnis beschreibt, wodurch die agile Transformation am stärksten behindert wird. Konservative und starre Verhaltensweisen und Prozesse bremsen eine schnelle Entscheidungsfindung erheblich aus. Über die Hälfte der Befragten gab an, durch die Standards, Risikovorsorge und Kontrollvorschriften ausgebremst zu werden.

Im Grunde genommen geht es bei der agilen Transformation eher darum, auf Veränderungen zu reagieren als einen strikten Plan zu verfolgen. Basierend auf dem Feedback von Nutzern und Kunden müssen Organisationen ihr Angebot ständig anpassen. Die Mitarbeiter schätzen die Agilität, die ihnen das Lernen, den Vorteil durch die Nutzung der Daten und eine reibungslose Kommunikation mit anderen Abteilungen ermöglicht.

Agile Unternehmen sind lernende Unternehmen

In der Umfrage wurden 51 Aussagen über die agile Transformation abgefragt. Anschließend wurden zwei Ansätze zur Analyse verwendet. Durch den ersten Ansatz sollte ermittelt werden, in welchen Aspekten sich motivierte und frustrierte Mitarbeiter am stärksten unterscheiden.

Motivierte Mitarbeiter gaben an, in lernenden Unternehmen beschäftigt zu sein. Beispielsweise gaben 93% an, dass bei ihrem Arbeitgeber strukturiert Wissen gebildet und geteilt wird. Von den frustrierten Mitarbeitern gaben dies lediglich 12% an.

Bei der Entwicklung hin zur Agilität handelt es sich um einen alternativen Ansatz zur Organisation, Entscheidungsfindung und Priorisierung. Es ist daher naheliegend, dass sie in lernenden Unternehmen zu finden ist. Die Beschäftigten solcher Firmen sind ständig auf der Suche nach neuem Wissen und neuen Verantwortungen.

Datenanalyse geht mit Lernen einher 

Die zweite Erkenntnis aus der Analyse lautet: Agilität im Unternehmen bedeutet, eine Vielzahl an Daten richtig zu nutzen. Haben die Beschäftigten schnell Zugriff auf wichtige Daten und Metriken, können sie ihre Leistung messen und anpassen. Basierend darauf können auch neue Prioritäten gesetzt werden, um die Produktivität zu wahren. Diese Form der Nutzung von Daten verstärkt wiederum die Lerneffekte, da es für die Mitarbeiter schnell ersichtlich wird, welche Maßnahmen funktionieren und welche nicht.

Agile Transformation und starre Organisationsstrukturen  

Durch den zweiten Analyseansatz sollte ermittelt werden, anhand welcher Faktoren sich vorhersagen lässt, ob die agile Transformation einen Mitarbeiter motiviert oder frustriert. Dabei wurde schnell ersichtlich, dass die Motivation der einzelnen Mitarbeiter nicht mit der Agilität innerhalb der Abteilung zusammenhängt sondern vielmehr damit, wie agilen Maßnahmen und Prozesse vom Rest der Firma aufgenommen werden und der Zusammenarbeit der agilen Abteilung mit den anderen Abteilungen. So kann beispielsweise ein schlecht implementierter digitaler Dienstplan zu hoher Frustration bei Mitarbeitern führen.

Diese Erkenntnis ersetzt nicht die Maßnahmen, Mitarbeiter in die Transformation einzubinden und eine reibungslose Implementation zu gewährleisten. Vielmehr sind sie ein Indikator für die Managementebene, ob die Veränderungen gelungen sind.

Doch auch dieser Indikator muss differenziert betrachtet werden. Eine agile Abteilung muss zwar reibungslos mit Teilen des Unternehmens zusammenarbeiten, die (bisher) nicht transformiert wurden aber die agile Transformation sollte nicht auf einzelne Abteilungen beschränkt bleiben. Je mehr Abteilungen und Teile des Unternehmen agil sind, desto größer ist die Wirkung der agilen Transformation. Jeder langsame Prozess innerhalb des Unternehmens bremst dabei die Transformation aus, dazu zählen beispielsweise: Eine festangestellte Rechtsabteilung, die lange braucht um Verträge aufzusetzen oder eine IT Abteilung die lange braucht, um neue technische Prozesse freizugeben.

All diese starren Entscheidungsprozesse haben ihren Ursprung in einer vergangenen Ära der Unternehmensorganisation. Vertikale Strukturen in Unternehmen und Abteilungen müssen der horizontalen Organisation der agilen Transformation weichen. Auch Unternehmenskultur, Karrieremöglichkeiten, Verhalten und andere Faktoren müssen um die agilen Strukturen herum neu organisiert werden.

Auf die Stimmen im Unternehmen hören 

Die Organisation eines Unternehmens umzustellen ist kein einfacher Prozess. Die meisten dieser Vorhaben scheitern früher oder später. Ohne die Unterstützung und Mithilfe der Mitarbeiter (Stichwort: Mitarbeiterintegration) ist es nahezu unmöglich.

Aus der Umfrage geht also folgender Erkenntnis hervor: Das Unternehmen muss lernfähig und -willig sein, alle verfügbaren Daten nutzen und bereit sein, die Struktur in der Firma fundamental umzukrempeln.

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Verfasst von Niklas

Mit dem Fokus auf aktuelle Ereignisse und Studien liefert Euch Niklas Einblicke in die HR-Welt.