Kündigung mit Risiko: Immer mehr Menschen kündigen ohne neuen Job

Eine aktuelle Studie zeigt, dass immer mehr Menschen kündigen ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben und somit bewusst das Risiko eingehen. Die Gründe für die Kündigung mit Risiko variieren, zeichnen jedoch einen klaren Wunsch nach Veränderung.
Immer mehr Menschen kündigen ihre Job ohne einen neuen in Aussicht zu haben

Kündigung mit Risiko: Immer mehr Menschen kündigen ohne neuen Job

Eine im Auftrag von Xing E-Recruiting durchgeführte Forsa-Umfrage im Januar 2022 gibt neue Einblicke in die Gründe zur Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Ein Trend sticht besonders heraus: Immer mehr Menschen kündigen ihren Job, ohne eine neue Stelle in Aussicht zu haben.

Aber was mag das Motiv dafür sein, dass immer mehr Menschen ihren Job kündigen, ohne eine neue Stelle in Aussicht zu haben und somit bewusst das Risiko eingehen, eine Weile ohne Beschäftigung dazustehen. Ohne Rücklagen für den Notfall eine besonders kritische Situation. Um die Gründe genauer zu erläutern, wurden 2.523 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Gründen für einen Jobwechsel und der allgemeinen Arbeitnehmerzufriedenheit befragt. 

Jeder Vierte wechselt ohne Aussicht auf einen neuen Job

Gerade die Pandemie hat die Wechselbereitschaft noch verstärkt. Aktuell denken 37 % der Deutschen über einen Jobwechsel nach oder sind bereits aktiv auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ein größerer Wunsch nach Veränderung besteht in Österreich mit sogar 46 %. Auffällig ist hierbei, dass besonders Frauen (38 %) einen Jobwechsel in diesem Jahr in Betracht ziehen. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 6 % gestiegen. 

Ebenso interessant, jeder Vierte kündigt, ohne einen neuen Vertrag unterschrieben oder in Aussicht zu haben. Die andauernde Pandemie scheint die Wechselwilligen dabei nicht abzuschrecken. Seit Beginn der Pandemie in 2020 haben bereits 10 % der deutschen und 23 % der österreichischen Befragten ihren Job gewechselt. Begünstigt wird dies durch den Wandel des Arbeitsmarktes vom Anbieter- zum Nachfragemarkt. Gerade während Corona war es in vielen Branchen noch nie einfacher, einen neue Stelle anzutreten. 

Corona beeinflusst die Entscheidung nach einer neuen beruflichen Herausforderung

Auf die Nachfrage, ob Corona die Jobwechsel-Entscheidung beeinflusst habe, antworten 31 % der deutschen Frauen und 22 % der deutschen Männer mit “Ja”. Bei den Österreichern sind es sogar über die Hälfte der Befragten, welche bereits einen neuen Job angetreten sind. Die Ergebnisse der Studie sind daher sehr durch die Corona-Pandemie beeinflusst, die viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ermutigt hat, ihre aktuelle Arbeitssituation zu hinterfragen sowie die persönlichen Bedürfnisse an die Arbeitsstelle neu zu definieren.

Als Auslöser für den Drang nach Veränderung nennen 38 % der Befragten, dass sie mit der Geschäftsführung oder der direkten Führungskraft (30 %) unzufrieden sind. Auch das Interesse an einer neuen Tätigkeit (31 %) und die fehlende Sinnhaftigkeit (25 %) werden als Wechselgründe genannt.

Auf diese Faktoren achten Arbeitnehmer bei potenziellen Arbeitgebern

Wunsch nach neuen Führungskonzepten und ausgeglichener Work-Life-Balance 

Gerade die Unternehmenskultur wird als Kriterium für die Auswahl des Arbeitgebers immer wichtiger. Ein gutes Führungsverhalten ist demnach für 59 % der Befragten ausschlaggebend für die Jobwahl. Ebenso werden flexible Arbeitszeiten (57 %), höheres Gehalt (54 %) sowie die persönliche Sinneserfüllung (52 %) genannt. Auch die Work-Life-Balance gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ganze 27 % der deutschen Befragten gaben an, dass die Work-Life-Balance ausschlaggebend für die Entscheidung für eine Stelle ist. Es wird zwar immer noch auf die klassischen Hygienefaktoren Gehalt und persönliche Entwicklungsperspektiven geachtet, jedoch nimmt der Wunsch nach einem ausgeglichenen Verhältnis von Freizeit und Arbeitszeit weiterhin zu. Flexible Arbeitszeitmodelle, Remote Work und weitere Faktoren von New Work sind deshalb nicht zu unterschätzen.

Gut zu wissen: Flexible Arbeitszeitmodelle
Neben der klassischen Work-Life-Balance gibt es auch noch weitere flexible Arbeitszeitmodelle wie z. B. Work-Life-Integration oder Work-Life-Blending.

Veraltete Muster in Unternehmen führen zum Schwund von Mitarbeitern

Die Studie zeigt einmal mehr, dass sich die Arbeitswelt wie nie zuvor verändert und alte Arbeitsmuster an Attraktivität verlieren. Arbeitszeitflexibilisierung ist gefragter denn je bei den Arbeitnehmern. Unabhängig von Zeit und Ort arbeiten – das ist in vielen der erfolgreichsten Unternehmen längst üblich. 

Der Trend geht für alle Branchen und Unternehmen in Richtung Flexibilität. Wer sich schnell anpassen kann und agil auf Veränderungen reagiert, ist auch in der Lage, wirtschaftliche Wellen zu meistern. Der Schlüssel zum Erfolg ist ein flexibles Arbeitsumfeld und die Etablierung einer modernen Unternehmenskultur. Diese ermöglicht es den Mitarbeitern, jederzeit von zu Hause oder vom Büro aus zu arbeiten. Dies erleichtert es ihnen, ihr Berufs- und Privatleben besser zu vereinbaren, steigert die Mitarbeitermotivation und stärkt die Bindung der Mitarbeiter an ihr aktuelles Unternehmen. So kann mit kleinen Anpassungen die Mitarbeiterfluktuation ein wenig ausgebremst werden. 

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Verfasst von Sianca Maria Gentner

Mit dem Fokus auf Experteninterviews und News aus der HR-Welt liefert Sianca interessante Einblicke in die Kooperationsarbeit von Papershift.