Krankheitsquote Definition

Die Krankheitsquote ist eine wichtige Kennzahl zur Messung von krankheitsbedingten Abwesenheitszeiten. Sie kommt vor allem im Personalcontrolling zum Einsatz und wird meist periodisch erhoben. Dabei stehen folgende Fragen im Fokus:

  • Wie entwickelt sich der Krankenstand im Betrieb?
  • Liegt der Krankenstand noch innerhalb der Norm oder ist er zu hoch?

Ein hohe Krankheitsquote zeugt in vielen Fällen von der Unzufriedenheit der Mitarbeiter. Oft sind fehlende Motivation, Mobbing oder stressbedingte Überlastung der Grund für gehäufte Fehlzeiten. Darüber hinaus versuchen Mitarbeiter manchmal auch, schlechte Bezahlung durch Freizeit in Form von Fehlzeiten zu kompensieren.

Anwendung der Krankheitsquote in der Praxis

Formel Berechnung Krankheitsquote

Zur Berechnung der Krankheitsquote werden die krankheitsbedingten Abwesenheitstage mit den Soll-Arbeitstagen ins Verhältnis gesetzt. Zu den Soll-Arbeitstagen zählen die vertraglich vereinbarten Arbeitstage ohne Wochenenden und Feiertage. Bei der Berechnung der Krankenquote können Voll- und Teilzeitmitarbeiter gleichermaßen berücksichtigt werden, da die Berechnung immer auf ganzen Tagen basiert. Im Folgenden wird die dazugehörige Formel dargestellt:

Krankheitsquote = (Krankheitsbedingte Abwesenheitstage / Soll-Arbeitstage) * 100 %

Praktisches Beispiel Berechnung Krankheitsquote:

Ein Unternehmen mit 15 Mitarbeitern möchte die Krankenquote für den Monat Februar berechnen. Der Februar hat insgesamt 20 Soll-Arbeitstage. Ein Mitarbeiter war im Februar zwei Tage krank, zwei andere jeweils vier Tage. Die Krankenquote für Februar berechnet sich somit wie folgt:

((3 Tage + 4 Tage + 4 Tage) / (20 Soll-Arbeitstage * 15 Mitarbeiter)) * 100 % = 3,66 %

Welche Krankheitsquote ist normal?

Es ist schwierig, pauschale Aussagen über eine hohe Krankheitsquote und eine normale Krankheitsquote zu treffen. Wie jede Kennzahl, muss auch die Krankenquote immer vor dem Hintergrund aller vorliegenden Fakten interpretiert werden. So müssen beispielsweise auch saisonale Schwankungen, z. B. durch Grippewellen oder schlechte Witterungsbedingungen, mitberücksichtigt werden. Generell kann man sagen, dass die Krankenquote Deutschland in Abhängigkeit von der jeweiligen Branche zwischen 3 und 6 % liegt.

Wie kann man die Krankheitsquote senken?

Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Krankheitsquote in Unternehmen stets im Blick zu haben und auch Vergleiche zwischen den einzelnen Perioden zu ziehen. Denn nicht nur dann, wenn die Krankheitsquote über dem Branchendurchschnitt liegt, muss dringend reagiert werden. Auch eine normale Krankheitsquote ist mit hohen Kosten verbunden.

Zum einen muss der Arbeitslohn weiterbezahlt werden, obwohl keine Gegenleistung erbracht wird. Zum anderen wird der normale betrieblichen Ablauf gestört, weil auf die Schnelle Vertretungen organisiert werden müssen. Häufig werden die anwesenden Kollegen dazu angehalten, Überstunden zu machen, was zu erneuten Belastungen und schlimmstenfalls zu neuen Krankmeldungen führen kann.

In der betrieblichen Praxis gibt es verschiedene Maßnahmen, mit denen man die Krankheitsquote senken kann:

  • Zunächst macht eine detaillierte Analyse der Abwesenheitszeiten Sinn: Warum melden sich die Mitarbeiter krank? Wie lange sind sie durchschnittlich krank? Gibt es Bereiche, in denen der Krankenstand besonders hoch ist?
  • Haben Arbeitsunfälle einen hohen Anteil an der Krankenquote, sollten Maßnahmen getroffen werden, um den Arbeitsschutz zu verbessern.
  • Mehr Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern sorgt außerdem für ein besseres Verständnis. Die Mitarbeiter erfahren dadurch Wertschätzung und Zuwendung.
  • Ergonomische Arbeitsplätze und helle, freundliche Räume sorgen dafür, dass sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohlfühlen.
  • Präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wie z. B. Fitnesskurse, Massagestunden oder die kostenlose Bereitstellung von gesunden Speisen und Getränken fördern das Gesundheitsbewusstsein innerhalb der Belegschaft.
  • Flexible Arbeitszeitmodelle und Home Office helfen den Mitarbeitern, Privat- und Berufsleben besser unter einen Hut zu bringen, was die Motivation nachhaltig steigert.
Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.