Stress am Arbeitsplatz reduzieren: 7 Tipps für Arbeitgeber

Stress am Arbeitsplatz kann sich zur ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit entwickeln. Erfahren Sie, mit welchen Tipps und Tricks Sie den Stress am Arbeitsplatz für ihre Mitarbeiter und sich selbst reduzieren. Jetzt informieren und in den Arbeitsalltag implementieren!
Stress am Arbeitsplatz

Stress am Arbeitsplatz reduzieren

Stress macht auf Dauer nicht nur unglücklich und krank, er reduziert auch die allgemeine Leistungsfähigkeit von Angestellten im Büro. Darunter leidet nicht zuletzt auch der Arbeitgeber selbst, da Projektziele nicht eingehalten werden können und Personalausfälle hohe Kosten verursachen.

Viele Stressfaktoren lassen sich glücklicherweise mit einem gesunden Stressmanagement gezielt eindämmen. Welcher Umgang mit Stress am Arbeitsplatz sinnvoll ist und wie Sie als Arbeitgeber und HR-Verantwortlicher für mehr Entspannung am Arbeitsplatz sorgen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was genau ist Stress?

Was Menschen als Stress verstehen, ist eine natürliche biologische Reaktion auf einen spezifischen Reiz, der von Person zu Person unterschiedlich geartet sein kann. Stress kann sowohl körperliche als auch psychische Auswirkungen haben und gleichermaßen aus Überforderungen als auch aus Unterforderung heraus entstehen. Ebenso wirken Umweltfaktoren wie Lärm, Hitze, Kälte oder Strahlung als Stressoren auf den menschlichen Körper ein.

Stress vs. Dauerstress
Während Stress durch die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin die Wahrnehmung und die Leistungsfähigkeit vorübergehend erhöht, führt Dauerstress in der Regel zum genauen Gegenteil. Mögliche Folgen sind chronische psychische Erkrankungen sowie ernste physische Symptomatiken.

Was versteht man unter Stress am Arbeitsplatz?

Bei Stress am Arbeitsplatz handelt es sich um eine Problematik, die in Bezug auf die Mitarbeiterzufriedenheit und damit verbunden auch in Bezug auf den Unternehmenserfolg eine große Rolle spielt. Im Allgemeinen steht Stress auf der Arbeit immer in einem engen Zusammenhang mit einem Überangebot von Leistungsforderungen, mit dem sich das Personal konfrontiert sieht. Auch äußere Faktoren wie eine ständige Lärmbelastung und ein defektes Arbeitsklima fördern ein unausgeglichenes Stressmanagement innerhalb eines Unternehmens.

Gibt es auch positiven Stress?

Das Thema Stress steht im Allgemeinen in einem sehr negativen Kontext. Tatsächlich kann der Zustand die Leistung jedoch auch steigern und die Lebensqualität somit erhöhen. Löst ein Arbeitnehmer eine Aufgabe in einer knappen Zeit erfolgreich, fördert dies beispielsweise sein Selbstbewusstsein und gibt ihm Vertrauen in seine Fähigkeiten. Auch Vorfreude, sportliche Betätigung oder Verliebtsein bedeuten für den Körper Stress, setzen aber gleichzeitig Hormone frei, die glücklich machen. Zudem gelingt durch positiven Stress eine bessere Fokussierung, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer.

Wie unterscheiden sich positiver und negativer Stress?
Der Unterschied zwischen positivem und negativem Stress liegt demnach in der Frage, wie er sich für den Betroffenen anfühlt und ob er von vorübergehender oder dauerhafter Natur ist. Auch wenn die Grenzen fließend sein können: Geht die Situation mit belastender Nervosität, chronischer Müdigkeit und verminderter Leistung einher, handelt es sich klar um negativen Stress, der sich zu einer ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit entwickeln kann.

Wie wirkt sich Stress am Arbeitsplatz auf die Arbeitsleistung aus?

Studien haben ergeben, dass sich etwa 65 % aller Arbeitnehmer einer hohen Stressbelastung an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sehen oder in der Vergangenheit ausgesetzt gesehen haben. Dieser Umstand lässt sich nicht vollständig kompensieren und hat auf die Leistungsfähigkeit der betroffenen Mitarbeiter teils stark negative Auswirkungen. Diese Probleme und Krankheiten lassen sich unter anderem auf übermäßigen Stress während der Arbeitszeit zurückführen:

  • negative Gefühle wie Wut, Gereiztheit, Angst oder Unsicherheit
  • chronische Erschöpfung und Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gedächtnislücken
  • Schwierigkeiten bei der Problembewältigung
  • körperliche Beschwerden wie Rücken- und Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Tinnitus
  • häufige Erkältungen durch ein geschwächtes Immunsystem
  • Übelkeit, Herzrasen, erhöhter Blutdruck, Schwindelgefühl
  • Burn-Out und Depression

Wie genau sich Stress auf eine Person auswirkt, ist individuell verschieden. Die genannten Problematiken treten jedoch gehäuft auf, wenn Stress zum Dauerzustand geworden ist.

manage shift planning, timesheet and sta
Kostenlos anmelden
Papershift - Ihre Organisation in der Cloud
  • Dienstpläne erstellen
  • Arbeitszeiten erfassen
  • Urlaub planen
  • Lohnabrechnungen erstellen
  • Arbeitsdaten analysieren
Testen Sie Papershift 14 Tage kostenlos & unverbindlich
Jetzt 14 Tage kostenlos testen

Wie können Arbeitgeber gestresste Mitarbeiter erkennen?

Um als Arbeitgeber rechtzeitig auf gestresste Mitarbeiter reagieren zu können, muss die Situation zunächst richtig erkannt werden. Anhand folgender Faktoren lässt sich ableiten, dass Umstrukturierungen zur Verringerung des Stresslevels im Unternehmen nötig sind:

  • es werden gehäuft Überstunden geleistet, um das Arbeitspensum zu schaffen
  • Mitarbeiter melden sich häufig krank
  • das Personal ist merklich gereizt
  • Projektziele und Deadlines werden wiederholt nicht eingehalten
  • die Arbeitnehmer wirken unmotiviert und unzufrieden
  • Anspannungen unter den Mitarbeitern führen vermehrt zu Konflikten

Weiterhin führt eine gesunde Mitarbeiterkommunikation zwischen dem Vorgesetzten und seinen Mitarbeitern zu einem schnellen Einblick über vorhandene Stressoren und andere anzugehende Probleme innerhalb der Firma.

Proaktiv handeln und Burnout vom Mitarbeitern entgegenwirken
Leiden Arbeitnehmer dauerhaft unter akutem Stress am Arbeitsplatz, kann sich die daraus resultierende Erschöpfung unter Umständen auch zu einem Burnout entwickeln. Hierbei handelt es sich um einen meist behandlungsbedürftigen Zustand, der unter anderem mit innerer Leere und einem erhöhten Risiko für diverse körperliche und psychische Erkrankungen einhergeht. Achten Sie daher in ihrem Unternehmen auf eine proaktive Burnout-Prävention.

Was sind die größten Stressfaktoren am Arbeitsplatz?

Stress kann grundsätzlich viele verschiedene Ursachen haben, die darüber hinaus von Person zu Person unterschiedlich sein können. Stress am Arbeitsplatz lässt sich jedoch häufig auf ähnliche Faktoren zurückführen. Dazu gehören vor allem:

  1. fehlende Selbstbestimmung der Mitarbeiter in Bezug auf ihre Arbeitseinteilung, ihr Zeitmanagement und der Wahl ihrer Arbeitsmethoden
  2. Überforderung durch zu schwierige Aufgaben oder einem zu kleinen Zeitfenster zur Bewältigung der Arbeit
  3. schlechte technische Voraussetzungen, die die Arbeit der Mitarbeiter verkomplizieren
  4. ungenaue Anweisungen und Abläufe
  5. hohe Druckausübung durch Vorgesetzte
  6. Überflutung mit Informationen und E-Mails
  7. mangelhafte Anerkennung für die geleistete Arbeit sowie ausbleibendes Feedback
  8. Überangebot von Routineaufgaben, die zu einer mentalen Unterforderung führen
  9. ständige Erreichbarkeit, die keine echten Ruhepausen zwischen den Arbeitstagen zulassen
  10. fehlende Aufstiegschancen und ungerechte Bezahlung
  11. schlechte Arbeitsatmosphäre durch Lärm, schlechte Beleuchtung, extreme Temperaturen o.ä.

Wie nimmt ein Unternehmen durch gestresste Mitarbeiter Schaden?

Dauerstress hat aufgrund der damit einhergehenden gesundheitlichen Belastung für die gestressten Mitarbeiter selbst auch enorme Nachteile für den Erfolg des Unternehmens. So können Arbeitnehmer, die unter ständiger Anspannung, Konzentrationsstörungen und mangelnder Motivation leiden, bei Weitem nicht die Arbeitsqualität erzielen, zu denen sie unter besseren Bedingungen in der Lage gewesen wären. Zudem kündigen gestresste Mitarbeiter schneller und melden sich häufiger krank, was dem Unternehmen ebenfalls massiv schaden kann. Aus diesen Gründen sollte es oberste Priorität für jeden Arbeitgeber sein, das Stresslevel im Betrieb möglichst gering zu halten.

Wie lässt sich als Arbeitnehmer Stress vermeiden und vorbeugen?

Nicht nur der Arbeitsplatz hat Einfluss auf das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern auch die Mitarbeiter selbst. Um als Arbeitnehmer für das eigene Wohlbefinden zu sorgen, ist es oft entscheidend, die individuellen Stressfaktoren zu identifizieren, um diese dann gezielt angehen zu können. Ein verbessertes Zeitmanagement kann dabei genauso hilfreich sein wie die Fähigkeit, Probleme bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu kommunizieren. Ein weiterer wichtiger Teil einer optimierten Stressvermeidung ist die Schaffung einer gesunden Balance zwischen Arbeit und Privatleben.

7 effektive Maßnahmen gegen Stress am Arbeitsplatz

Für ein wirksames Stressmanagement ist es entscheidend, die Stressoren zunächst überhaupt zu erkennen. Nicht in jedem Unternehmen mit einer Stressproblematik hat diese auch denselben dafür verantwortlichen Grund. Je nach Situation können die folgenden Maßnahmen jedoch dabei helfen, den Leistungsdruck angemessen zu verringern und ein gesundes und stressfreies Arbeitsumfeld für alle Kollegen zu schaffen.

1. Arbeitsabläufe verbessern

Stress am Arbeitsplatz resultiert nicht selten aus einer Mischung aus einer hohen Arbeitsbelastung und einem dafür nicht angemessenem Zeitdruck. Können Mitarbeiter die Erwartungen, die an sie gestellt werden, nicht erfüllen, reagieren sie zwangsläufig mit einer Stressreaktion. Daher gilt es bereits bei der Projekt- und Schichtplanung zu berücksichtigen, realistische Ziele an die Arbeitgeber zu stellen und Deadlines sinnvoll zu vereinbaren.

Zur Optimierung von Arbeitsabläufen gehört beispielsweise auch, Personalengpässe zu vermeiden, Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten einzustellen und entlastende Zeitpuffer zu schaffen.

2. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen

Arbeitnehmer können ihrer Arbeit am besten nachgehen, wenn sie sich in ihrer Umgebung wohlfühlen. Die Grundlage dafür schafft beispielsweise die Bereitstellung von bequemen Möbeln, ästhetischer Dekoration und einem sauberen Umfeld. Demnach kommt der Arbeitsplatzgestaltung eine besondere Bedeutung zu. Ebenso wichtig ist es, als Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die benötigte Technik einwandfrei funktioniert und die Mitarbeiter problemlos damit arbeiten können.

Gerade ungünstige Umweltbedingungen wie übermäßiger Lärm, unangenehme Hitze oder Kälte und eine toxische Schadstoffbelastung erschweren den Arbeitsalltag immens und führen somit vermehrt zu Stress und einer verringerten Gesundheit. Diese Faktoren sollten, wo immer möglich, unbedingt in der Büroatmosphäre vermieden werden.

3. Ausgleich zur Arbeit fördern

Auch ohne starken Druck und überfordernde Tätigkeiten verlangt die Arbeitswelt jedem Mitarbeiter viel Mühe und Energie ab. Damit die Gefahr einer Stresserkrankung durch den Job gering bleibt, ist vor allem der Erhalt des freizeitlichen Ausgleichs stets zu fördern.

Entsprechende Sport- und Wellnessangebote am Arbeitsplatz können eine wichtige Möglichkeit sein, die Work-Life-Balance des Personals zu verbessern. Zudem kann es förderlich sein, die Kollegen regelmäßig daran zu erinnern, ihre Pausenzeiten auch tatsächlich einzuhalten. Gibt es bereits ein erhebliches Problem mit Stress am Arbeitsplatz, können auch Meditations-Workshops oder ähnliche Projekte den richtigen Impuls zur aktiven Entspannung an die Arbeitnehmer senden.

Laut mehreren Studien verringern gerade eine hohe Flut von E-Mails sowie eine ständige Erreichbarkeit das Vermögen von Menschen, in ihrer freien Zeit Abstand zur Arbeit zu gewinnen. Ein gutes Abwesenheitsmanagement und die Einführung von bewussten Offline-Phasen sind vielversprechende Ansätze zur Reduzierung dieser Stressoren.

4. Kommunikation pflegen

Eine gute interne Kommunikation zwischen Führungsebene und den Angestellten stellt eine große Voraussetzung für ein gesundes Stressmanagement dar. Wenn die Arbeitnehmer genug Vertrauen in ihre Vorgesetzten haben, sprechen sie auch potentielle Probleme schneller an und entsprechende Lösungen können ebenfalls schneller gefunden werden.

Zu einer guten Beziehung zwischen Chefetage und Personal gehört auch, dass der Arbeitgeber selbst auf seine Mitarbeiter zugeht, Fragen stellt, zuhört und seine Hilfe anbietet. Auch ein ausgewiesener Ansprechpartner für die Mitarbeitergesundheit kann als Ort eine gute Anlaufstelle für jede soziale Form von innerbetrieblicher Krise darstellen.

Was der Zufriedenheit von Arbeitnehmern sehr stark zuträglich ist, ist die Aussprache von Lob und Anerkennung für die geleistet Arbeit. Besonders komplett ausbleibendes Feedback wirkt meist frustrierend und gibt den Mitarbeitern das Gefühl, dass ihre Arbeit nur wenig Sinn hat. Arbeitgeber sollten daher nicht zögern, ihren Angestellten Wertschätzung zu vermitteln.

5. Gutes Betriebsklima unterstützen

Verstehen sich die Mitarbeiter untereinander eher schlecht und ergeben sich hier immer häufiger auch Streitigkeiten, können auch diese ein Auslöser für Stress am Arbeitsplatz sein. In schweren Fällen von Mobbing oder ähnlichen Strukturen liegt es im Aufgabenbereich des Arbeitgebers, schlichtend zu wirken und angemessene Lösungen zu finden.

Um das Betriebsklima möglichst hoch zu halten, eignen sich verschiedene Methoden. Auf der einen Seite ist ein Pausenraum mit der Möglichkeit zu kollegialen Aktivitäten eine sinnvolle Maßnahme, die die Gemeinschaft fördern und die Kommunikation unter den Kollegen verbessern kann. Auf der anderen Seite können auch Betriebsfeiern, gemeinsam besuchte Veranstaltungen oder ähnliche Aktionen den Zusammenhalt stärken.

6. Selbstbestimmtes Arbeiten zulassen

Abteilungen profitieren von durchdachten Plänen und transparenten Projektabläufen. Dennoch kann es einen Arbeitnehmer stark in seiner Kreativität und seinem Denkvermögen einschränken, wenn er bei der Bearbeitung seiner Aufgaben einer exakten zeitlichen Abfolge unterworfen wird. Hingegen fördert es seinen Arbeitseifer, wenn er sich seine Arbeit selbst einteilen kann und ihm gewisse Freiheiten bei der Umsetzung gelassen werden. Auf lange Sicht lässt sich auf diese Weise auch das Stresspotenzial deutlich verringern. Modelle wie Gleitzeit oder Homeoffice sind der Arbeitszeitflexibilisierung und damit auch einem geringen Stresslevel der Mitarbeiter ebenfalls zuträglich.

7. Für Fairness sorgen

Mitarbeiter, die sich ungerecht behandelt fühlen, neigen viel häufiger zu Unzufriedenheit und Stress. Zur Gewährleistung von Fairness gehört in erster Linie eine gerechte Bezahlung. Selbstverständlich sollte es zudem sein, allen Arbeitnehmern mit demselben Maß an Respekt und Freundlichkeit gegenüberzutreten.

Fairness bedeutet nicht immer auch Gleichbehandlung. Natürlich ist es völlig legitim, Mitarbeitern mit mehr Verantwortung auch mehr Gehalt zu zahlen oder Kollegen mit einer herausragenden Arbeitsleistung eher für eine Beförderung in Betracht zu ziehen. Arbeitgeber sollten aber stets darauf achten, dass alle Entscheidungen möglichst transparent und nachvollziehbar getroffen werden, damit bei den Kollegen keine unnötige Frustration auftritt und auch kein Neid oder Unmut untereinander entsteht.



Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.