Burnout Prävention

Das Thema Burnout Prävention sollte in jedem Unternehmen auf der Agenda stehen. Immerhin sind Mitarbeiter die wichtigste Ressource und glückliche Mitarbeiter sind leistungsfähiger.
Burnout Prävention im Unternehmen

Überstunden, zu hohe Arbeitsanforderungen oder wenige Möglichkeiten zur Entspannung können auf lange Sicht zum Zusammenbruch führen. Burnout ist Unternehmen schon lange bekannt und gehört zu den häufigsten Gründen für Abwesenheiten. Unter dem Stresssyndrom leiden jedoch nicht nur die Mitarbeiter selbst, sondern auch das gesamte Unternehmen. Erfahren Sie hier, was Burnout eigentlich genau ist und wie Sie im Rahmen einer Burnout Prävention dem Problem aktiv entgegenwirken können.

Definition: Was bedeutet Burnout Prävention?

Die Burnout Prävention umfasst sämtliche Maßnahmen zur Vorbeugung von Burnout-Erkrankungen. Als zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit stellt das Burnout-Syndrom für Unternehmen eine überaus wichtige Problematik dar. Zur Förderung und zum Erhalt der Mitarbeitergesundheit können daher gezielte Angebote sowie Verbesserungen der Arbeitsstrukturen Burnout effektiv entgegenwirken.

Was ist Burnout?

Bei dem Burnout-Syndrom handelt es sich um einen Zustand der inneren Leere und Erschöpfung, der häufig als Folge anhaltender schwerer Belastung oder Überforderung entsteht. Die mit dem Syndrom einhergehenden Beschwerden können die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränken.

In Deutschland ist Burnout nicht als Krankheit klassifiziert, sondern wird im ICD-10 (Internationales Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen) unter den „Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ aufgeführt. Wer unter einem Burnout leidet, hat ein erhöhtes Risiko für andere psychische und körperliche Erkrankungen wie Depressionen, Herz-Kreislauf-Störungen und Infektionen.

Durch welche Symptome äußert sich das Burnout-Syndrom?

Burnout kann sich als komplexes Beschwerdebild von Person zu Person und je nach Schweregrad unterschiedlich äußern. Anhand dieser drei zentralen Burnout-Symptome stellen Ärzte das Syndrom folglich fest:

  1. Erschöpfung: Den Betroffenen mangelt es an Energie und Antrieb und sie leiden vermehrt unter Müdigkeit und Überforderung. Hinzu kommen körperliche Beschwerden wie Magen-Darm-Erkrankungen.
  2. Verringerung der Leistungsfähigkeit: Es kommt zu einem merklichen Leistungsfall im Beruf sowie bei privaten Tätigkeiten. Die Konzentrationsfähigkeit ist deutlich vermindert.
  3. Entfremdung und emotionaler Rückzug: Das zunehmende Gefühl von Überlastung und Überforderung führt zur Vernachlässigung von Interessen, Familie und Freunden. Ebenso tritt eine Abstumpfung gegenüber den beruflichen Anforderungen ein.

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung von Burnout im Allgemeinen?

Die genauen Ursachen, die bei der Entstehung von Burnout eine Rolle spielen, lassen sich nicht auf alle Menschen verallgemeinern. Allerdings gibt es ein paar Risikofaktoren, die Burnout grundsätzlich begünstigen. So geht man in der Psychologie davon aus, dass sich vor allem das dauerhafte Ungleichgewicht zwischen täglicher Belastung und dem persönlichen Vermögen zur Stressbewältigung negativ auf die Entwicklung eines Überlastungssyndroms auswirken. Folgende äußere und innere Faktoren können unter anderem psychischen Stress verstärken:

  • Mangelhafte soziale Unterstützung
  • Ausübung überfordernder Tätigkeiten
  • Unausgeglichene Work-Life-Balance
  • Alltagsstress durch ein Übermaß an zu bewältigenden Aufgaben und Pflichten
  • Geringe Autonomie
  • Geldsorgen
  • Fehlende Bewegung und ungesunde Ernährung
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Perfektionismus
  • Geringe soziale Akzeptanz
  • Schwierigkeiten im Annehmen von Hilfe

Wie wird Burnout behandelt?

Bei der Burnout-Therapie geht es darum, die eigenen Grenzen zu erkennen und einzuhalten. In einer Psychotherapie soll der Patient lernen, die individuellen Stressauslöser zu finden und sie, soweit möglich und sinnvoll, zu reduzieren. Des Weiteren werden den Betroffenen Strategien zur besseren Konfliktbewältigung aufgezeigt. Zu den typischen Behandlungsansätzen gehören Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie.

Außerdem können Körpertherapien wie Autogenes Training, Yoga und Meditation dabei helfen, Anspannungen des Körpers bewusst wahrzunehmen und effektiv zu lösen. Für eine dauerhafte Vermeidung eines Rückfalls ist es in der Regel unerlässlich, die äußeren Umstände, die zur Überlastung geführt haben, zu verändern. Betroffen sind hier somit vor allem die Arbeitssituation sowie das Privatleben.

Die Erholungschancen liegen bei Burnout-Erkrankungen insbesondere dann recht gut, wenn das Syndrom in einem frühen Stadium erkannt wird. Unentdeckte und unbehandelte Burnouts können jedoch zu Langezeitschäden und im schlimmsten Fall zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen.

Wo liegt der Unterschied zwischen einer Burnout-Erkrankung und einer Depression?

Einige Symptome des Burnout-Syndroms überschneiden sich mit jenen, die auch Depressionen zugeschrieben werden. Hierzu zählen beispielsweise chronische Erschöpfung und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Der Unterschied zwischen den beiden Beschwerdebildern liegt in der Frage, in welchen Lebensbereichen die negativen Gefühle auftreten. Leidet ein Patient nur im beruflichen Umfeld oder während einer spezifischen Tätigkeit unter den Beschwerden, liegt eher ein Burnout vor. Erstrecken sich die Symptome jedoch auf das gesamte Leben, handelt es sich wahrscheinlich eher um eine Depression.

Warum ist die Burnout Prävention für Unternehmen wichtig?

Burnout resultiert häufig aus einer ständigen Belastung gepaart mit einer mangelhaften Stressbewältigungsfähigkeit. Der Faktor Belastung kann hierbei sowohl im sozialen als auch im beruflichen Bereich vorliegen. Mit gezielten Maßnahmen zur Burnout Prävention lassen sich die beruflichen Risikofaktoren somit auf ein Minimum reduzieren.

Auf lange Sicht kann mit einem Konzept zur Burnout Prävention nicht nur die Lebensqualität der Mitarbeiter, sondern auch die Effektivität des Unternehmens erhöht werden. Eine Prävention beugt zudem nicht nur Burnout vor, sondern auch einigen anderen stressbedingten psychischen und physischen Erkrankungen, die sich in längeren Abwesenheiten und einer verringerter Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter äußern können.

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Wie kann ein Unternehmen durch die ständige Überbelastung der Mitarbeiter Schaden nehmen?

Damit ein Unternehmen langfristig erfolgreich geführt werden kann, ist eine effektive Burnout Prävention unerlässlich. In diesen Bereichen können sich überlastete und gestresste Mitarbeiter mit Burnout Symptomatik schädlich auf ein Unternehmen auswirken:

  • Mehr Abwesenheiten: Burnout ist einer der wichtigsten Gründe für Krankschreibungen von Arbeitnehmern. Die AOK Krankenkasse hat ermittelt, dass auf 1000 versicherte Mitarbeiter durchschnittlich 116,7 Ausfalltage aufgrund von Burnout gemeldet werden.
  • Verringerte Motivation: Gestresste Arbeitnehmer zeigen weniger Motivation für ihre Arbeit, was sich unter anderem auch in einer Herabsenkung ihrer Produktivität auswirkt.
  • Häufigere Fehlerquote: Macht ein Mitarbeiter mehr Fehler als erwartet, kostet das sowohl Zeit als auch Geld für das gesamte Unternehmen.
  • Mehr Kündigungen: Unzufriedene Mitarbeiter verlassen ein Unternehmen deutlich häufiger als zufriedene. Es liegt jedoch im Sinne des Arbeitnehmers, ein kostenintensives Neuanwerben von Personal möglichst zu vermeiden.
  • Weniger Empathievermögen: Sind Mitarbeiter in ihrem Job unzufrieden und überlastet, wirkt sich das auch auf ihr Empathievermögen aus. Eine erfolgreiche Burnout Prävention erhöht also gleichzeitig auch die allgemeine Kundenzufriedenheit.

Worin liegen die Ursachen von psychischer Belastung am Arbeitsplatz?

Eine Burnout-Erkrankung entsteht nicht zufällig gehäuft als Folge von Überlastung im beruflichen Umfeld. In einem Unternehmen ohne Burnout Prävention sind einige Risikofaktoren, die Burnout begünstigen, somit besonders gravierend. So entsteht eine psychische Überbelastung am Arbeitsplatz:

Arbeitsinhalt und Erwartungen an die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer

  • Durch zu knappe Zeitvorgaben herrscht ein ständiger Druck
  • Hohe und nur schwer erreichbare Erfolgskriterien führen zur Überforderung
  • Eine sehr große Verantwortung wirkt belastend
  • Der Arbeitnehmer hat nur wenig Kontrolle und Einfluss auf die Abläufe seiner Arbeit
  • Viele Überstunden sind nötig, um das Pensum zu schaffen
  • Der Arbeitnehmer wird nicht nach seinen Stärken und Qualifikationen eingesetzt
  • Die geleistete Arbeit wird nicht angemessen gewürdigt und/oder entlohnt
  • Der Arbeitgeber gibt seinen Mitarbeitern keinerlei Feedback

Rahmenbedingungen und Betriebsklima im Unternehmen

  • Lang andauernde Konflikte zwischen den Kollegen oder zwischen dem Arbeitgeber und dem Personal belastet die tägliche Arbeit
  • Fehlende Aufstiegschancen und Weiterbildungsangebote verursachen Frustration
  • Es herrscht eine ständige Angst um den Arbeitsplatz
  • Der Arbeitsalltag besteht aus langweiligen Routinearbeiten
  • Eine sichere Anlaufstelle für die Äußerung und Klärung von beruflichen Problemen und Konflikten fehlt
  • Es gibt eine nicht erklärbare oder nicht einsehbare Ungleichbehandlung der Mitarbeiter eines Unternehmens

Woran können Arbeitgeber eine Burnout-Erkrankung bei ihren Mitarbeitern erkennen?

Es ist nicht unbedingt leicht, ein Burnout von einfacher (und nur vorübergehender) Erschöpfung zu unterscheiden. Anhand dieser Merkmale können Arbeitgeber erkennen, ob ein Mitarbeiter burnoutgefährdet ist oder bereits von dem Syndrom betroffen ist:

  1. Häufige Stimmungsschwankungen und Desinteresse
  2. Fehlender Antrieb oder fehlende Motivation
  3. Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
  4. Deutliche Niedergeschlagenheit
  5. Untypischer Zeitverzug bei der Erledigung der täglichen Aufgaben
  6. Sich häufende Fehlzeiten oder Verspätungen

Die beobachteten Anzeichen sind insbesondere dann signifikant, wenn sie plötzlich und gehäuft auftreten. Ist ein Mitarbeiter, der vorher ehrgeizig und motiviert war, plötzlich lust- und antriebslos, ist eine Erkrankung wahrscheinlich.

Wie können Arbeitgeber der Entstehung des Burnout-Syndroms entgegenwirken?

Eine Burnout Prävention hat den Zweck, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen, von denen alle Mitarbeiter gleichermaßen profitieren können. Zur sinnvollen Vorbeugung von Burnout eignen sich unter anderem folgende Maßnahmen:

Tipp 1: Arbeitsstrukturen verbessern

Der Anfang einer jeden erfolgreichen Burnout Prävention sollte darin bestehen, die Arbeitsbelastung zu senken. Dies kann beispielsweise dadurch gelingen, bei der Personaleinsatzplanung auf die Vermeidung von Personalengpässen zu achten. Oftmals ist es notwendig, Schichtpläne und Projektpläne anzupassen, um entlastende Zeitpuffer für die Angestellten zu schaffen. Nutzen Sie beispielsweise ein digitales Dienstplantool zur Optimierung Ihrer Schichtpläne.

Tipp 2: Realistische Ziele setzen

Für ein effektives und motiviertes Arbeiten ist die klare und übersichtliche Kommunikation der nächsten Projektziele elementar. Dies kann beispielsweise durch die Nutzung eines professionellen Terminplaners optimiert werden. Die Anforderungen an die Mitarbeiter sollten stets vom Niveau realistisch und der verfügbaren Zeit angemessen gestaltet werden.

Tipp 3: Arbeitszeiten flexibilisieren

Wenn Arbeitszeiten von jedem Mitarbeiter in einem bestimmten Rahmen flexibel gestaltet werden können, erhöht das die Autonomie und somit auch die allgemeine Zufriedenheit. Mit anpassbaren Arbeitszeiten im Sinne der Arbeitszeitflexibilisierung können zudem Job und Freizeit viel besser miteinander vereinbart werden.

Tipp 4: Betriebsklima verbessern

Auch innerbetriebliche Konflikte aufgrund von Streitigkeiten unter den Kollegen können stark belastend wirken. Gemeinsame Unternehmungen wie Betriebsfeiern oder Ausflüge stärken das Gefühl von Zusammenhalt im Team und sind daher auch Teil einer Burnout Prävention.

Tipp 5: Anerkennung und Akzeptanz äußern

Mitarbeiter benötigen gerade von ihrer Führungskraft ein gewisses Maß an Zuspruch und Anerkennung. Äußern kann sich dies beispielsweise durch regelmäßiges Feedback und Lob per E-Mail sowie durch eine angemessene Bezahlung und Bonuszahlungen wie Weihnachtsgeld.

Tipp 6: Anlaufstellen schaffen

Bestehen Konflikte oder hohe Belastungen irgendeiner Art innerhalb eines Unternehmens, sollten die Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, diese Probleme zu klären. Eine entsprechende Anlaufstelle kann beispielsweise eine psychologische Beratungsstelle sein.

Tipp 7: Angebote zum Ausgleich anbieten

Nicht nur die Entlastung bei der eigentlichen Arbeit ist für die Burnout Prävention entscheidend, sondern auch das zur Verfügung stellen von Ausgleichsangeboten. Besonders sinnvoll sind Maßnahmen, die Bewegung und Sport beinhalten. Auch autogene Trainings und geführte Mediationen helfen Mitarbeitern, sich effektiv zu entspannen und Stress abzubauen.

Tipp 8: Mitarbeiter unterstützen

Gerade in stressigen Zeiten kann es sehr helfen, als Arbeitgeber den Mitarbeitern Unterstützung anzubieten. Sie kann beispielsweise in Form von motivierenden Gesprächen erfolgen. Weiterhin können Mitarbeiter womöglich von technischen oder inhaltlichen Tipps des Arbeitgebers profitieren. Wichtig ist es vor allem, als Chef die Bereitschaft zu zeigen, für seine Mitarbeiter da zu sein.

Tipp 9: Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten einstellen

Fühlt ein Mitarbeiter sich unter- oder überfordert, führt das auf Dauer unweigerlich zu Unzufriedenheit. Daher ist es sehr wichtig, Personal gemäß ihren Qualifikationen und Stärken einzustellen. Zudem sollte darauf geachtet werden, jedem Arbeitnehmer möglichst sinnvolle Tätigkeiten zuzuweisen.

Tipp 10: Fortbildungen anbieten

Das Angebot von Fortbildungen hat einen motivierenden Effekt auf die Mitarbeiter. Darüber hinaus bieten betriebliche Weiterbildungen die Möglichkeit, beruflich aufzusteigen. Auch gesundheitsrelevante Fortbildungen und ein betriebliches Gesundheitsmanagement können dabei helfen, das psychische Wohlergehen von Arbeitnehmern zu erhöhen oder zu festigen.

Tipp 11: Das Thema „Burnout“ enttabuisieren

Leider gehören psychische Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom immer noch zu den Themen, die in der Gesellschaft weitestgehend tabuisiert werden. Eine entsprechende Aufklärung verringert das Schamgefühl der Betroffenen und erhöht somit die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen. Ein möglicher Schritt wäre es, einen Psychologen zum Thema Burnout im Unternehmen referieren zu lassen.

Tipp der Redaktion
Lesen Sie zusätzlich unseren Blogbeitrag zum Thema: wie Sie „Stress am Arbeitsplatz reduzieren“ können und erweitern Sie hiermit ihr Know How.


Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.