Insourcing

Insourcing ist eine Unternehmensstrategie und beschreibt die Wiedereinlagerung bzw. Reintegration von zuvor ausgelagerten Funktionen und Prozessen.
Insourcing in Unternehmen

Unternehmen stehen in Zeiten des Wandels und der (digitalen) Transformation unter enormem Druck. Dies erhöht den Wunsch nach Unabhängigkeit und Flexibilität, dank welchen Unternehmen rasch auf Veränderungen reagieren und ihre Projekte in Erfüllung bringen können. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, entscheiden sie sich verstärkt dafür, die ausgelagerten Einheiten und Prozesse wieder einzugliedern.

Diese strategische Vorgehensweise wird Insourcing genannt. Es folgen wertvolle Tipps in unserem Online Lexikon, wie man den Insourcing-Prozess erfolgreich meistert.

Definition: Was ist Insourcing?

Insourcing, auch Backsourcing genannt, heißt auf Deutsch übersetzt Wiedereinlagerung. Es handelt sich hierbei um eine Unternehmensstrategie, die eine Reintegration von Funktionen und Prozessen zur Aufgabe hat. Diesbezüglich sei erwähnt, dass die Wiedereingliederung nur die zuvor ausgelagerten Funktionen und Prozesse betrifft. Auf diese Weise soll eine langfristig angelegte Förderung von Kernkompetenzen eines Unternehmens gewährleistet werden. Das Gegenstück zum Insourcing ist Outsourcing.

Begriffliche Abgrenzung: Insourcing vs Outsourcing

Während Insourcing sich als Reintegration von zuvor ausgelagerten Aufgaben oder Geschäftsbereichen (z. B. Produktion) versteht, bedeutet Outsourcing den gegensätzlichen Prozess. Beim Outsourcing werden einzelne Aufgaben oder auch ganze Geschäftsbereiche an einen internen oder externen Dienstleister übertragen. Das Ziel ist es, Kosten zu senken und die Qualität der Leistungen zu verbessern.

Wann ist Insourcing sinnvoll?

Insourcing ist eine strategisch motivierte Entscheidung, die auf folgende Gründe zurückgehen kann:

Wunsch nach Reduzierung der Abhängigkeit

Trotz aller Vorteile, die sich aus dem Outsourcing ergeben, stellt die Abhängigkeit von Drittanbietern einen deutlichen Nachteil dar. Eine Reintegration von zuvor ausgelagerten Funktionen und Prozessen bietet die Chance, sich von dieser Abhängigkeit loszulösen. In der Folge gewinnt ein Unternehmen die gewünschte Flexibilität und Möglichkeit, schnell und kurzfristig auf Veränderungen reagieren zu können.

Wunsch nach Effizienz und Kosteneinsparung

Viele Unternehmen erwarten, dass sie durch Outsourcing die Prozesseffizienz verbessern und ihre Kosten senken. Eine solche Vorgehensweise kann unter Umständen aber das Gegenteil bewirken. Dies passiert vor allem dann, wenn es zu Kommunikationsproblemen mit externen Dienstleistern kommt oder zusätzliche, durch die Auslagerung bedingte Kosten (z. B. für Transport) entstehen.

Wunsch nach der langfristigen Produktqualität  

Die kurzfristige Kosteneinsparung, die durch Outsourcing erreicht wurde, kann auf lange Sicht zur Qualitätsreduktion führen. Diese Situation kommt etwa dann vor, wenn externe Zulieferer aus Zeit- und Kostengründen hohe Produktionsstandards nicht einhalten (können). Im Endergebnis steigt die Kundenunzufriedenheit, die dank Insourcing innerhalb einer kurzen Zeit erfolgreich beseitigt werden kann.

Wunsch nach Stärkung der Arbeitgebermarke

Backsourcing hilft einem Unternehmen dabei, sein volles Potenzial als Arbeitgeber auszuschöpfen und eine überzeugende Arbeitgebermarke aufzubauen. Durch die Einstellung neuer Mitarbeiter lässt sich auch geprüftes Wissen ins Unternehmen holen und das eigene Netzwerk von hochqualifizierten Experten entwickeln. In einer langfristigen Perspektive stärkt ein Unternehmen seine Kernkompetenzen.

Insourcing in Unternehmen

Insourcing eröffnet die Möglichkeit, die volle Kontrolle über eigene Produkte und Dienstleistungen zu erlangen. Dies resultiert in Unabhängigkeit von Drittanbietern sowie Flexibilität im Denken und Handeln, was gleichzeitig eine große Motivation fürs Einschlagen dieses Weges darstellt. Unternehmen, die Insourcing in Erwägung ziehen, brauchen allerdings viel Mut zur Übernahme der alleinigen Verantwortung für ihren Erfolg oder Misserfolg.

Was genau muss bei Insourcing berücksichtigt werden?

Die Wiedereingliederung der zuvor ausgelagerten Prozesse ist eine Entscheidung, die weitgehende Folgen für ein Unternehmen haben kann. Deswegen sollte sie nicht leichtfertig und unüberlegt erfolgen. Es lohnt sich auf jeden Fall, Vor- und Nachteile dieses Schrittes sorgfältig abzuwägen.

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Im Überblick: Chancen und Risiken

Insourcing ist wie jede andere Unternehmensstrategie kein Allheilmittel, das alle Probleme eines Unternehmens beseitigen kann. Es birgt viele Chancen, aber auch gewisse Risiken, die nicht unberücksichtigt bleiben sollten.

Welche Vorteile bietet Insourcing?

  • Rückgewinnung von Know-how
  • Volle Kontrolle über die Qualität eigener Produkte und Dienstleistungen
  • Möglichkeit, auf Auftragsschwankungen schnell zu reagieren
  • Unabhängigkeit von Drittunternehmen
  • Hinfälligkeit von ungünstigen Absprachen mit externen Zulieferern

Welche Nachteile hat Insourcing?

  • Geringerer Fokus auf das eigentliche Kerngeschäft
  • Notwendigkeit, neue Mitarbeiter einzustellen
  • Höheres Risiko und alleinige Haftung bei Schadenersatzansprüchen
  • Höhere Kapital-, Personal- und Sachkosten
  • Hoher Zeit- und Managementaufwand

Insourcing Prozess: Wie die Wiedereingliederung gelingt

Es ist unmöglich, Insourcing von einem auf den anderen Tag umzusetzen. Vielmehr handelt es sich um einen komplexen Prozess, der in den folgenden drei Phasen verlaufen kann.

Phase 1: Eine Entscheidung fürs Insourcing treffen

Am Anfang ist es wichtig, eine gut überlegte Entscheidung zu treffen. Die wichtigste Frage lautet: Braucht ein Unternehmen wirklich die Wiedereingliederung der zuvor ausgelagerten Funktionen und Prozesse? Um diese Frage beantworten zu können, muss ein Unternehmen vorab klären, was genau zu seiner Kernkompetenz gehört und was weiterhin ausgelagert bleiben sollte.

Phase 2: Das Veränderungsmanagement aktivieren

Steht die Entscheidung über Insourcing bestimmter Prozesse fest, gilt es nun die interne Organisation auf diese Veränderung vorzubereiten. Dabei kommt dem reibungslos funktionierenden Veränderungsmanagement eine wichtige Rolle zu. Dies ist vor allem damit zu begründen, dass sich der Managementaufwand im Rahmen des gesamten Insourcing-Prozesses wesentlich erhöht.

Phase 3: Eine solide Einarbeitung neuer Mitarbeiter

Um vom Insourcing stark zu profitieren, ist es unabdingbar, in eine langfristig angelegte Personalstrategie zu investieren. Auf diese Weise können sich Mitarbeiter auf ihre neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten einstellen sowie zum wirtschaftlichen Erfolg ihres Arbeitgebers positiv beitragen. Praxisorientierte Schulungen und persönliches Coaching sind ein integraler Bestandteil der Personalentwicklung.

Praxis: Insourcing Beispiele

Unternehmen aus verschiedenen Branchen wagen den Schritt in Richtung Insourcing, um High Potentials und ihr Know-how in Haus zu holen.

Insourcing in der Modebranche

Vor fünf Jahren entschloss sich ein Modeunternehmen, die Produktion seiner Kleidungskollektionen in ein Niedriglohnland auszulagern. Der Gedanke dahinter war, die Kosten zu senken und so aus einer finanziellen Krise rauszukommen. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass trotz niedrigerer Produktionskosten keine Ersparnisse erzielt wurden und zwar wegen höherer Transportkosten.

In der Folge entschied sich ein Unternehmen dafür, die Produktion wieder einzugliedern.

Insourcing in der Werbebranche

Vor einem Jahr beschloss eine Werbeagentur, im Rahmen ihrer Kundenprojekte aus Kostengründen mit freiberuflichen Werbetextern zusammenzuarbeiten. In der Folge wurden zehn Mitarbeiter, die für Contenterstellung zuständig waren, entlassen. Obwohl die Zusammenarbeit mit Freiberuflern gut funktionierte, beschwerten sich viele Kunden über die sinkende Qualität der gelieferten Texte.

Daraufhin trat eine Werbeagentur die Entscheidung, diese Leistungen wieder ins Haus zu holen.

Insourcing in der Bankbranche

Vor drei Jahren lagerte eine Bank ihren Kundendienst aus, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Ein lokaler Callcenter wurde mit einer Aufgabe beauftragt, Kundenanliegen aufzunehmen und zu bearbeiten. Mitarbeiter dieses Callcenters wurden auf diese Aufgabe nur ungenügend vorbereitet. In der Folge stieg die Kundenunzufriedenheit, die in sozialen Medien geäußert wurde.

Um den guten Ruf nicht zu verlieren, entschloss sich eine Bank, den Kundendienst wieder einzugliedern und das neu rekrutierte Personal umfassend einzuschulen.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.



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