Personalfreisetzung Definition

Unter Personalfreisetzung werden Maßnahmen verstanden, mit denen die Personalkapazitäten des Unternehmens dauerhaft reduziert werden. Das Ziel ist die Senkung der damit verbundenen Personalkosten. Beispielhafte Ursachen können das Sinken des Marktvolumens für die Endprodukte oder die Verlagerung der Produktion an einen anderen Standort sein. Kurzfristigen Schwankungen des Personalbedarfs können mit Kurzarbeit oder der Nutzung von Arbeitszeitkonten begegnet werden.

Personalfreisetzung Maßnahmen

Bei den Maßnahmen der Personalfreisetzung werden interne und externe Maßnahmen unterschieden. Die interne Personalfreisetzung kann folgende Maßnahmen umfassen:

  • Versetzen der Mitarbeitenden auf andere Positionen oder auch an andere Standorte
  • Qualifizierung bzw. Weiterbildung der Mitarbeitenden für andere Positionen oder überführen in eine interne Qualifikationseinheit
  • Reduzierung der vereinbarten Arbeitszeit der Mitarbeitenden.

 

Die Externe Personalfreisetzung umfasst folgende Maßnahmen:

  • Betriebsbedingte Kündigungen
  • Förderung von Aufhebungsverträgen z.B. durch freiwillige Abfindungen
  • Einführung von unbezahltem Urlaub
  • Nutzung der natürlichen Fluktuation verbundenen mit einem (eingeschränkten) Einstellungsstopp. Optional kann hier auch Altersteilzeit mit einer entsprechenden Förderung genutzt werden.

Bei allen Arten der Personalfreisetzung sollte durch Förderung bzw. Anreize auf eine möglichst freiwillige Mitwirkung der Arbeitnehmer gesetzt werden. Bei betriebsbedingten Kündigungen sind darüber hinaus die Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes zu beachten. Dessen Regelungen greifen in Betrieben mit in der Regel mehr als 10 Arbeitnehmern. In diesem Fall muss eine Sozialauswahl der betroffenen Mitarbeitenden getroffen werden. Hierfür muss im Vorfeld eine entsprechende Datengrundlage geschaffen werden, um daraufhin den Kreis der vergleichbaren Arbeitnehmer zu bestimmen.

Ebenso können in diesem Zuge Beschäftigte bestimmt werden, deren Verbleib im Unternehmen notwendig ist. Wird eine bestimmte Schwelle der zu Kündigenden überschritten, ist außerdem eine Anzeige dieser Massenentlassung bei der Agentur für Arbeit vorzunehmen (§17 Kündigungsschutzgesetz). In diesem speziellen Personalfreisetzung Prozess ist die Beachtung aller Regelungen besonders wichtig (optional unter Nutzung externer Beratung), damit die Kündigungen rechtssicher erfolgen können.

 

Personalfreisetzung in der Praxis

In der Praxis gehen den Maßnahmen eine eingehende qualitative und quantitative Personalplanung voraus. Bei strategischen Entscheidungen (z.B. eine Standortverlagerung) sind bereits in die Entscheidung die Kosten der Personalfreisetzung einzubeziehen. Neben den rein monetären Kosten sind insbesondere bei externer Personalfreisetzung auch die nicht-monetären (gesellschaftlichen) Kosten zu berücksichtigen, da dauerhaft Personal abgebaut wird. Gegebenenfalls sollten die Maßnahmen priorisiert werden, d.h., zunächst wird beispielsweise mit internen Maßnahmen versucht, das Reduktionsziel zu erreichen.

Sofern ein Betriebsrat existiert, sind seine Mitbestimmungsrechte zu beachten. Auch hierfür sollte bereits vor Verkündung der Freisetzung von Mitarbeitern die weiteren Schritte vorbereitet sein. Insbesondere bei der Planung von betriebsbedingten Kündigungen sind die Regelungen der Mitbestimmung zu beachten, um rechtssichere Kündigungen zu erreichen (Priorisierung / Abstufung / Reihenfolge der Personalfreisetzung Maßnahmen).

Gegenüber der verbleibenden Belegschaft ist eine kontinuierliche Kommunikation notwendig. Sollte ein strukturiertes Change Management im Unternehmen bestehen, ist dieses somit einzubinden (Erarbeitung Personalfreisetzung Prozess). Dies stellt sicher, dass die Motivation und Produktivität der verbleibenden Belegschaft konstant bleibt. Damit können auch Leistungsträger von einer Kündigung abgehalten werden auch wenn im Umfeld Personalfreisetzungen durchgeführt werden.

Verfasst von Sandy Lanuschny

Den Mehrwert von Papershift stets im Blick, versorgt Euch Sandy mit spannenden Beiträgen zu den Themen Dienstplanung und Zeiterfassung.